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Hölle in Russland – „Wir husten ständig, das Atmen fällt schwer“ 2026

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Hölle in Russland - „Wir husten ständig, das Atmen fällt schwer“ 2026
Hölle in Russland „Wir husten ständig, das Atmen fällt schwer“

Seit Mitte April wird die russische Stadt Tuapse von Drohnen beschossen. Ziel der ukrainischen Militärs ist die Ölraffinerie und der Seehafen. Die heftigen Brände haben zu einer Umweltkatastrophe geführt – die die Behörde jedoch nicht anerkennen wollen. Obwohl der Ausnahmezustand schließlich doch ausgerufen wurde.

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    „Ich bin in der Nacht auf den 1. Mai aus Sotschi mit dem Zug in Tuapse angekommen. Der Rauch von der Ölraffinerie war schon beim Einfahren in die Stadt deutlich sichtbar“, berichtet eine Journalistin des russischen Exilmediums „Meduza“. Vier Tage verbrachte sie in der Stadt. Hautnah erlebte sie Angriffe mit, half gemeinsam mit Freiwilligen Tieren und unterhielt sich mit Bewohnern.Dass der Aufenthalt kein einfacher werden würde, bekam die
    Frau gleich am Bahnsteig zu spüren. Polizisten hätten die Leute mit besorgter Stimme
    aufgerufen: „Bürger, schneller. Schon wieder.“ Was damit gemeint war, musste
    nicht mehr erklärt werden. Irgendwo in der Ferne sei eine laute Explosion zu hören
    gewesen. „Verdammt, Kameraden“, beschrieben die Passagiere das Geschehen schon
    lethargisch.Noch holpriger war dann der Spaziergang zum Hotel: Schüsse seien gefallen, Polizisten hätten versucht, eine weitere ukrainische Drohne vom Himmel zu holen. „Wir mussten uns unter einem Vordach bei der Apotheke verstecken. Gleich darauf gab es wieder eine Explosion, etwas fiel von oben herab“, berichtet die Journalistin. Im Endeffekt sei sie im Zickzack zu einer Kreuzung gerannt, in der Nähe sollte das Hotel sein. Eine Überprüfung war demnach nicht möglich, da das mobile Internet nicht funktionierte.„Alle waren sehr verängstigt“Dort seien ihr zwei junge Frauen begegnet, die gemeinsam mit einer Jugendlichen irgendwohin hetzten. Am Himmel: wieder ein Summen. „Zusammen rannten wir zum Geschäft im Kellergeschoß. Kein richtiges Versteck, aber es gab keine Wahl. Alle waren sehr verängstigt“, berichtet die Augenzeugin. „Ich kann nicht atmen“, habe sich die Jugendliche beklagt. „Atme tief ein, habe keine Angst“, habe ihr die Journalistin erklärt. „Und wenn sie uns treffen?“, soll die Jugendliche gefragt haben. „Sie treffen uns nicht“, so die „Meduza“-Redakteurin.Besonders gesprächig über die Ereignisse in den letzten Wochen gaben sich die lokalen Verkäuferinnen. Insbesondere sollen sie sich über die Beamten beklagt haben, die weiterhin versicherten, dass nichts Schlimmes geschehe. „Wir husten ständig, das Atmen fällt so schwer, als ob ein Kloß im Hals wäre. Wir nehmen Sorbentien, aber was sollen wir sonst tun? Wir werden von niemandem gebraucht“, zeigten sich die Angestellten aufgebracht.Freiwillige bringen die Tiere in Sicherheit:Aus Protest werden Fotos im Internet verbreitetVöllig gegensätzlich berichten die russischen Propagandamedien von den angeblich dankbaren Stadtbewohnern. Ein für die in Tuapse ansässigen Russen völlig unverständliches Narrativ – die aus Protest die Missstände zu dokumentieren begannen und entsprechende Bilder in den sozialen Netzwerken teilten.Die Journalistin Anastasija Trojanowa vom unabhängigen Nachrichtenportal „Kredr“ wurde übereinstimmenden Medienberichten zufolge aufgrund eines Berichts über die wirklichen Zustände in Tuapse festgenommen. Wieder in Freiheit, berichtete sie, dass die Polizisten in der ganzen Stadt nach allen suchten, die „Aufnahmen in den sozialen Netzwerken gepostet“ hätten. Ungeachtet der Drohungen luden die Bewohner jedoch weitere Fotos im Internet hoch.Behörden befeuern eigene RealitätDie Behörden wollen von all dem nichts wissen und versuchen, an ihrem konstruierten Bild festzuhalten. Rasch sollen die Strände gereinigt werden, bis 1. Juni könne wieder Normalität einkehren, wird der Bevölkerung eingeredet. Trotz all der Umstände würde dann die Urlaubssaison beginnen – auch wenn Experten dies für denkunmöglich halten. „Die freiwilligen Helfer lächeln, wenn sie diese Nachrichten lesen. Dann ziehen sie ihren Schutzanzug an, steigen ins Auto und fahren zum Strand. Es ist ja Urlaubszeit“, meint die Journalistin zynisch.

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