Der ungarische Oppositionsführer Péter Magyar hat ein furioses Wahlkampf-Finish hingelegt. Zehntausende Ungarn sind am Samstag seinem Aufruf in die ehemalige Orbán-Hochburg Debrecen gefolgt – und sorgten für spektakuläre Bilder. Der Langzeit-Regierungschef deutete bei seiner Stimmabgabe dagegen an, die Wahl „respektieren“ zu wollen.
„Morgen werden wir die Staatspartei besiegen und unsere wunderschöne Heimat von all dem befreien, was durch die Fidesz-Macht vergiftet wurde, von Korruption, Lüge, Verarmung“, erklärte der konservative Magyar kämpferisch.„Viele Millionen Ungarn werden morgen für ein europäisches, funktionsfähiges, menschliches, freies und unabhängiges Ungarn stimmen“, sagte Orbán-Herausforderer Magyar auf dem Universitäts-Platz in Debrecen am Vorabend der Parlamentswahl. Magyar betonte zugleich: „Unser Platz ist in Europa“. In Umfragen liegt die TISZA deutlich vor der Fidesz.Spektakuläres Lichtermeer gegen OrbánDoch die Abwahl von Orbán sei nur der erste Schritt. Der nächste bestünde in der Schaffung eines menschlichen, europäischen, freien Ungarn. Die TISZA-Regierung werde eine Regierung des Friedens sein, werde keine ungarischen Soldaten oder Waffen in internationale Konflikte schicken und für keine Wehrpflicht stimmen. Orbán hätte nicht die Befugnis erhalten, den Rechtsstaat abzuschaffen und offen russische Interessen zu vertreten, kritisierte Magyar.Vor allem die Anti-Russland-Rhetorik verfing bei vielen Wählern. Zehntausende Ungarn bildeten beim Wahlkampfabschluss ein spektakuläres Lichtermeer – und skandierten dabei immer wieder „Russland raus“.Orbán selbst rief seine Anhänger am Samstagabend auf den Budaer Burgberg und versuchte erneut, Magyar als Kriegstreiber darzustellen. Bei der Wahl gehe es darum, ob Ungarn in einen Krieg abgleite und das Land ausgeraubt werde. Auch würde die Wahl darüber entscheiden, ob eine nationale oder pro-ukrainische Regierung gebildet werde. Der Premier kritisierte die Ukraine für deren „Ölblockade“ und betonte, dass seine „christliche Regierung“ der Ukraine viel geholfen hätte.Der Autokrat monierte zudem das „Ausmaß der beispiellosen ausländischen Einmischung“. Was vor allem unter Politologen für Kopfschütteln sorgte, da besonders Orbán selbst in den vergangenen Tagen intensive Schützenhilfe aus den USA und Russland erhielt. US-Vizepräsident JD Vance reiste extra an, um in den ungarischen Wahlkampf einzugreifen.Orbán will das Ergebnis „respektieren“Die Abstimmung gilt als wichtigste Wählerentscheidung seit der demokratischen Wende 1989/90. Ihr Ausgang entscheidet darüber, ob Ministerpräsident Orbán die Macht verliert.Der Rechtspopulist hat in den 16 Jahren seiner Regierung einen halb-autoritären Staat errichtet, sein Land auf einen Konfrontationskurs zur EU gesteuert und sich mit Russland und der US-Regierung von Trump verbündet. Rund acht Millionen Bürger sind wahlberechtigt.Die Wahllokale öffneten am Sonntag um 6 Uhr und schließen um 19 Uhr. Es gibt keine Wahltagsumfragen und keine Hochrechnungen. Mit aussagekräftigen Teilergebnissen wird am späten Sonntagabend gerechnet.Die Wahlbeteiligung lag am Sonntag ungarischen Medien zufolge bereits um 9 Uhr bei mehr als 16 Prozent. Ein absoluter Rekord. Beide Kandidaten haben ihre Stimme bereits in unterschiedlichen Wahllokalen in Budapest abgegeben (siehe Tweet oben). „Ich bin hier, um zu gewinnen“, erklärte Orbán dabei. Gleichzeitig deutete er an, eine mögliche Wahlniederlage anerkennen zu wollen: „Die Entscheidung des Volkes muss respektiert werden.“
Wahlokale jetzt offen – Fackeln gegen Orbán: Der will „Volk respektieren“ 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-04-12 09:43:43
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