Der erhoffte wirtschaftliche Aufschwung in Österreich steht auf wackeligen Beinen: Der Krieg im Iran treibt die Energiepreise nach oben, verunsichert Unternehmen – und könnte die Erholung deutlich bremsen. Die neue Prognose des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO zeigt, wie stark die heimische Wirtschaft nun vom weiteren Verlauf des Konflikts abhängt. Brisant: Diese Einschätzung bildet eine wichtige Grundlage für das nächste Doppelbudget von Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ).
Der Krieg im Iran trifft Österreichs Wirtschaft härter als erwartet: Steigende Energiepreise, große Unsicherheit und schwache Investitionen bremsen die ohnehin fragile Erholung. Die neuen Prognosen zeigen nun deutlich nach unten. Sowohl das WIFO als auch das Institut für Höhere Studien haben ihre Erwartungen für das Wirtschaftswachstum 2026 spürbar gesenkt.
WIFO: nur noch +0,9 Prozent (zuvor 1,2 Prozent)
IHS: nur noch +0,5 Prozent (zuvor 1,0 Prozent)
Damit fällt die Erholung deutlich schwächer aus als noch vor wenigen Monaten erwartet.Energiepreise als HauptproblemGrund für die Korrektur ist vor allem der starke Anstieg bei Öl und Gas infolge des Krieges. Höhere Energiepreise treiben die Kosten für Unternehmen nach oben und sorgen dafür, dass Investitionen verschoben werden.Gleichzeitig wächst die Unsicherheit: Unternehmen wissen nicht, wie lange der Konflikt dauert – und halten sich deshalb mit Ausgaben zurück.Drei Szenarien: Von vorsichtig optimistisch bis düsterJe nachdem, wie sich der Krieg entwickelt, fällt das Wirtschaftswachstum sehr unterschiedlich aus:
Optimistisches Szenario: Der Konflikt dauert nur kurz, die Energiepreise sinken wieder. Österreichs Wirtschaft wächst 2026 um 1,1 Prozent.
Hauptszenario: Ebenfalls ein kurzer Krieg, aber stärker steigende Preise. Wachstum 2026: 0,9 Prozent.
Pessimistisches Szenario: Langer Krieg, zerstörte Infrastruktur, dauerhaft hohe Energiepreise. Wachstum 2026: nur 0,2 Prozent.
Die Infografik zeigt die Wirtschaftsaussichten für Österreich im Jahr 2026 mit Prognosen von WIFO und IHS. Das Wirtschaftswachstum liegt laut WIFO bei 0,9 % und laut IHS bei 0,5 %. Die Inflation wird mit 2,7 % (WIFO) und 2,9 % (IHS) angegeben. Die Arbeitslosenrate beträgt 7,4 % (WIFO) und 7,5 % (IHS). Die Balkendiagramme zeigen, dass das Wirtschaftswachstum nach einem Rückgang 2023 wieder leicht steigt, die Inflation deutlich sinkt und die Arbeitslosenrate auf hohem Niveau bleibt. Quelle: WIFO/IHS.if(!window.apaResc)window.apaResc=e=>{window.addEventListener(„message“,a=>{const s=a.data;if(s[e])Array.from(document.getElementsByClassName(e)).forEach(a=>{a.style.height=s[e]+“px“})})};apaResc(„apa-0452-26-SLIDES“);Auch 2027 bleibt die Entwicklung gedämpft. Selbst im besten Fall erreicht die Wirtschaft nicht mehr das Tempo früherer Aufschwünge.Inflation sinkt, aber langsamerTrotz der Krise dürfte die Inflation – also der Anstieg der Preise – weiter zurückgehen. Allerdings langsamer als bisher erwartet.
Im besten Fall liegt sie 2026 bei 2,5 Prozent
Im Hauptszenario bei 2,7 Prozent
Im schlechtesten Fall steigt sie sogar auf 4,1 Prozent
Der Grund: Teurere Energie wirkt wie ein Bremsklotz auf sinkende Preise.Arbeitsmarkt bleibt angespanntAm Arbeitsmarkt zeigt sich wenig Bewegung. Die Arbeitslosenquote bleibt 2026 auf dem Niveau des Vorjahres und sinkt erst 2027 leicht. Je nach Szenario liegt sie zwischen 7,3 und 7,5 Prozent. Erst im Jahr danach könnte eine spürbarere Entspannung einsetzen.Konsum und Investitionen unter DrucAuch die Menschen selbst halten sich zurück. Weil vieles teurer wird und Unsicherheit herrscht, wächst der private Konsum nur schwach. Gleichzeitig investieren Unternehmen weniger. Das heißt: Sie geben weniger Geld für Maschinen, Gebäude oder neue Projekte aus – ein wichtiger Motor der Wirtschaft fällt damit teilweise aus.Im schlechtesten Szenario gehen diese Investitionen 2026 sogar zurück.Staat muss gegensteuernDer Staat versucht gegenzuhalten, obwohl die Budgets angespannt sind. Die öffentlichen Ausgaben steigen weiter, wenn auch langsamer. Ziel ist es, die Wirtschaft nicht zusätzlich zu belasten. Trotzdem bleibt das Defizit – also die Neuverschuldung – hoch. Im Hauptszenario liegt es bei rund 4 Prozent der Wirtschaftsleistung.Zarte Erholung nach schwierigen JahrenNach zwei Jahren mit schrumpfender Wirtschaft (Rezession) gab es 2025 erstmals wieder ein leichtes Plus von 0,6 Prozent. Eine klare Erholung war aber nicht zu erkennen – die Entwicklung schwankte im Jahresverlauf.Auch für die kommenden Jahre gilt: Die Erholung bleibt schwach und anfällig. Wie stark Österreich wächst, hängt nun entscheidend davon ab, wie sich der Krieg und damit die Energiepreise entwickeln.
Wirtschaft gedämpft – Energie-Schock durch Iran-Krieg trifft Österreich 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-04-10 10:46:03
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