iustitia.bg

Verfasst von:
Sabine Meuter, dpa
Mietwohnungen mit Balkon sind begehrt – denn wer unmittelbar an seinen vier Wänden eine Fläche im Freien hat, kann sie bei gutem Wetter etwa zum Entspannen, zum Essen, zum Arbeiten oder zum Plaudern nutzen. Dafür richten sich Mieterinnen und Mieter ihren Balkon entsprechend nach eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen ein. Das kann aber zu Unsicherheiten führen. Klar – Möbel und Pflanzen aufzustellen, ist zumeist kein Problem. Was aber ist mit anderen Dingen? 6 Fakten, die Sie kennen sollten.
Fakt 1: Sichtschutz anzubringen, ist unter Einhaltung gewisser Vorgaben erlaubt.
Mieterinnen und Mieter sind grundsätzlich dazu berechtigt, am Geländer des Balkons einen Sichtschutz bis zur Höhe des Handlaufs anzubringen. Voraussetzung: „Die äußere Gestaltung des Gebäudes wird dadurch nicht erheblich beeinträchtigt“, sagt Inka-Marie Storm, Chefjustiziarin beim Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland.
Ist der Sichtschutz an der Innenseite des Balkons befestigt, farblich dezent gehalten und fügt er sich in das Gesamtbild des Gebäudes ein, ist das Storm zufolge in der Regel rechtlich zulässig. „Beeinträchtigt der durch den Mieter errichtete Sichtschutz das Erscheinungsbild des Gebäudes erheblich, muss er die ausdrückliche Zustimmung des Vermieters einholen.“
Die Mietsache darf durch den Sichtschutz allerdings nicht beschädigt werden. Und: Dieser sollte problemlos wieder vom Balkon entfernt werden können. Eine Sichtschutzkonstruktion anzubringen, die fest mit dem Gebäude verbunden ist, ist darum nicht gestattet.
Fakt 2: Angebrachte Lichterketten dürfen die Bausubstanz nicht angreifen und Nachbarn nicht stören.
Lichterketten am Balkon sind grundsätzlich erlaubt, solange sie die Bausubstanz des Gebäudes nicht beschädigen. „Zum Beispiel darf der Mieter oder die Mieterin hierfür nicht die Fassade anbohren“, sagt Astrid Nembach, Geschäftsführerin beim DMB Mieterschutzverein Frankfurt am Main. Die Lichterketten müssen zudem sicher installiert sein.
Außerdem sollten Mieterinnen und Mieter darauf achten, dass sie nicht die ganze Nachbarschaft mit dauerhaft grell blinkender oder sehr heller Beleuchtung stören. „Werden Mieterinnen und Mieter durch diese Art der Zwangsbeleuchtung am Schlafen gehindert, können sie dagegen vorgehen und verlangen, dass die Lichter ab 22 Uhr ausgeschaltet werden“, so Nembach.
Fakt 3: Der Installation einer fest installierten Markise muss der Vermieter zustimmen.
Die Anbringung einer Markise oder einer sonstigen Verkleidung, die in der Fassade verankert wird, darf nur mit Einverständnis des Vermieters oder der Vermieterin erfolgen. Darauf weist Astrid Nembach hin.
Aber: Laut Bürgerlichem Gesetzbuch (Paragraph 535, Absatz 1, Satz 2) ist der Vermieter verpflichtet, dem Mieter oder der Mieterin die Mietsache in einem solchen Zustand zu überlassen und während der Mietzeit zu erhalten, der diesen einen vertragsgemäßen Gebrauch ermöglicht. „Hierzu kann im Einzelfall auch die Zustimmung zur Anbringung einer Markise gehören“, sagt Storm. Ein Recht auf Anbringung einer Markise hätten Mieter vor allem dann, wenn eine ausreichende Beschattung der Außenbereiche der Wohnung auf andere Weise nicht möglich oder zumutbar ist.
Fakt 4: Eine Fahne zu hissen, kann untersagt sein.
Grundsätzlich sind Mieterinnen und Mieter befugt, Fahnen oder Poster an ihren Balkonen anzuhängen. „Ist im Mietvertrag ein Plakat- oder Fahnenverbot verankert, gilt dies allenfalls für Plakate mit politischem Inhalt sowie für stark polarisierende oder gar verhetzende Meinungsäußerungen“, sagt Astrid Nembach.
Ist für die Montage einer Halterung ein Eingriff in die Bausubstanz nötig, muss man aber zuvor den Vermieter oder die Vermieterin um Erlaubnis fragen. Zudem müssen Mieterinnen und Mieter sicherstellen, dass Fahnen und Plakate nicht herunterfallen und so Passanten verletzen oder Autos beschädigen können. „Die Flaggen dürfen auch nicht so groß sein, dass sie Fenster der Nachbarwohnungen mit beflaggen“, so Astrid Nembach.
Fakt 5: Gegen Wäschetrocknen ist nichts einzuwenden.
Mieterinnen und Mieter dürfen ihre Wäsche auf dem Balkon trocknen. Eine ästhetische Beeinträchtigung des Gebäudes durch das Wäschetrocknen liege in der Regel nicht in einem solchen Maß vor, dass dem Mieter deswegen das Wäschetrocknen auf dem Balkon untersagt werden kann, sagt Inka-Marie Storm.
Fakt 6: Satellitenschüsseln dürfen nur unter bestimmten Umständen angebracht werden.
„Grundsätzlich darf der Mieter oder die Mieterin eine Antenne nur mit vorheriger Zustimmung des Vermieters montieren“, so Astrid Nembach. Das Einverständnis ist vor der Installation einzuholen. Andernfalls handelt der Mieter vertragswidrig und riskiert, zum Rückbau gezwungen zu werden.
Der Vermieter darf die Zustimmung Nembach zufolge aber nur aus triftigen, sachbezogenen Gründen versagen. Unter folgenden Voraussetzungen kommt er nicht umhin, eine Erlaubnis zu erteilen:
- Das Haus hat weder eine Gemeinschaftsparabolantenne noch einen Kabelanschluss.
- Die Antenne ist baurechtlich zulässig und wird fachgerecht installiert.
- Sie wird an einem Ort aufgestellt, an dem sie optisch am wenigsten stört.
Der Mieter muss bereit sein, alle anfallenden Kosten und Gebühren zu tragen sowie das Haftungsrisiko der Vermieterin oder des Vermieters abzudecken. Zudem ist ihr oder ihm auf Verlangen eine Sicherheit in Form einer Kaution oder Bürgschaft für die voraussichtlichen Kosten der Wiederentfernung der Anlage zu leisten.
Umstritten ist laut Astrid Nembach die Frage, ob man eine Antennenschüssel aufstellen darf, wenn Kabelfernsehen vorhanden ist, aber zusätzlich ein Bedürfnis nach dem Empfang von fremdsprachigen Sendungen besteht, die über Kabel nicht angeboten werden. „Hierbei kommt es auf den Umfang des Kabelprogramm-Angebots an, wobei der Mieter auch auf kostenpflichtige Zusatzprogramme verwiesen werden kann“, sagt Nembach.
Übrigens: Wer keine fest am Gebäude montierte Parabolantennen benötigt, sondern eine mobile Schüssel an unauffälliger Stelle auf den Balkon oder die Terrasse stellt, kann die Erlaubnis des Vermieters einfordern. Das geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs hervor (Az. BGH, VIII ZR 207/04).



Gestaltungsfreiheit auf dem Balkon? Was Mieter alles dürfen IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2025-10-21 00:08:00 Aktuelle Nachrichten Weltnachrichten Landesnachrichten Wichtigste Nachrichten Aktuelle Nachrichten Wichtigste Aktuelle des Tages Justiz Petar Nizamov Federn Petar Nizamov – Federn Justiz bg iustitia.bg iustitia iusticia usticia Untersuchung Burgas Bulgarien Nachrichten Nachrichten der letzten Stunde Nachrichten des Tages Nachrichten von heute Bulgarien Nachrichten Die Nachrichten aus Bulgarien Blitznachrichten Top-Nachrichten Wichtigste Meistkommentierte Aktuelle Nachrichten Bojko Borissow Nachrichten Wetter Coronavirus Nachrichten Nachrichten Wetter Facebook YouTube Facebook Instagram Nachrichten heute Nachrichten der letzten Minuten Nachrichten heute Nachrichten von heute Nachrichten BG Nachrichten Top-Nachrichten Aktuelle Nachrichten BG Nachrichtenseite für Nachrichten Alle Nachrichten Nachrichten BG Nachrichten der letzten Stunde Aktuelle Aktuelle Nachrichten BG Nachrichten von heute Nachrichten heute Nachrichten heute Nachrichten der letzten Stunde Aktuelle Nachrichten von heute Nachrichten BG Nachrichten Nachrichten 24 Stunden Nachrichten Vesti BG Novini Nachrichten Welt Vogel BG Bivol BG Bivol Trud BG Novini Aktuelle Nachrichten heute Novinite BG Nachrichten Hallo Bulgarien Politische Partei Wappen Deljan Pejewski Skandal Bulgarische Nationale Fernsehsender Free Europe Television Skandal Exklusiv Live-TV Live im Fernsehen tv online tv program bg live now tv news online tv online live Gericht Burgas Gericht Bezirksgericht Burgas Gericht Bezirksgericht Burgas Bezirksgericht Burgas Berufungsgericht Burgas Staatsanwalt Burgas Staatsanwaltschaft Burgas Bezirksstaatsanwaltschaft Burgas Bezirksstaatsanwaltschaft Burgas Bezirksstaatsanwaltschaft Burgas Bezirksstaatsanwaltschaft Burgas Bezirksstaatsanwaltschaft Burgas Generalstaatsanwalt Ivan Geshev Staatsanwalt Geshev Tsatsarov Innenministerium Burgas ODMR Burgas ODPR Burgas Polizei Burgas Bezirkspolizei Burgas Staatsanwalt Burgas Tsatsarov SGS-Fälle Varna Gericht Vorsitzender des SGS Gerichtsentscheidungen in Zivilsachen Entscheidungen in Fällen Plovdiv Gericht Entscheidung des Gerichts Entscheidungen Fälle Varna Gericht Strafsachen Bezirksbezirksgericht Entscheidungen Arbeit im Gericht SGS Vorsitzender des SGS Richter Sofia Gericht Posten Richter Plovdiv Gericht Richter in Plovdiv Inspektion des Obersten Gerichtshofs in Plovdiv Oberster Gerichtshof Oberster Justizrat Rechtsanwalt Rechtsanwalt Strafsachen Rechtsanwalt Zivilsachen Rechtsanwalt Ehesachen Rechtsanwalt Verwaltungsstrafrecht Strafprozess Zivilrecht Zivilprozess Verwaltungsrecht Verfassungsrecht

