In der Schulgemeinde Appenzell besuchen aktuell 1022 Kinder den Schulunterricht: vom kleinen Kindergärtler bis zu den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe. Beschäftigt werden rund 160 Mitarbeitende, eine beachtliche Anzahl davon in einer Teilzeitanstellung. Die Schulgemeinde pflegt und unterhält 10 Schulhäuser, zwei Dreifachturnhallen sowie die Aula im Gringel und zwei Mehrzweckräume, die auch an die Öffentlichkeit vermietet werden.
Schulratspräsidentin Katja Gmünder Etter informierte über die verschiedenen Zyklen: Der Zyklus 1 (Kindergarten bis und mit 2. Klasse) zählt derzeit 338 Schülerinnen und Schüler in 17 Klassen. Zum Zyklus 2 gehören die 348 Kinder der 3. bis 6. Primarklasse, die in 18 Regel- und zwei Kleinklassen auf dem Areal Hofwies unterrichtet werden. Der Zyklus 3 umfasst die Oberstufe, welche die Schulgemeinde Appenzell für das gesamte innere Land führt. Derzeit sind es 336 Schülerinnen und Schüler, die in 20 Regel- und 2 Kleinklassen den Unterricht besuchen. An der Oberstufe gibt es zudem ein «Gefäss» für Integration, wo Jugendliche, die über ungenügend Deutschkenntnisse verfügen, gezielt im Deutsch gefördert und in ihrer Integration in die Stammklassen unterstützt werden.
Generationen-Projekt
«Herausfordernde Situationen im Klassenzimmer nehmen auch bei uns zu. Sehr dankbar sind wir deshalb, dass sich ergänzend zu unseren Klassenassistentinnen im Projekt ‹Generationen im Klassenzimmer› von der Pro Senectute Leute in der Freiwilligenarbeit an unserer Schule engagieren und so ihre Lebenserfahrung und ihr Wissen an die Gesellschaft zurückfliessen lassen», sagte die Präsidentin und bedankte sich für diesen wertvollen Einsatz bei Maria Dörig, Maria Fässler, Rosmarie Koller, Franziska Raschle und Peter Raschle.
Neuausrichtungen
Das neue Modell im Zyklus 1 (Kindergarten sowie 1. und 2. Klasse) sei gut aufgestellt, der Start verlaufe erfreulich, informierte die Schulratspräsidentin. Wie vor einem Jahr angekündigt, seien die Einführungs- und Vorschulklasse aufgehoben und schulische Heilpädagoginnen in allen Klassen des Zyklus 1 eingesetzt worden. Die heilpädagogische Unterstützung wird ab dem Schuljahr 2027/28 auch in den 3. bis 6. Klassen eingeführt. Die Kleinklassen bleiben in den Zyklen 2 und 3 weiterhin Bestandteil des kantonalen Schulangebots.
Der Schulrat Appenzell wünscht sich eine Weiterentwicklung der Oberstufe. Dazu hat er folgende Eckpunkte definiert: Grössere Durchlässigkeit, einzelne Fächer in unterschiedlichen Niveaus, einheitliche Stundentafeln und gleiche Wahlfächer für alle Oberstufenschüler. Zudem soll die Rolle der heutigen Kleinklassen neu definiert und die Anforderungen der weiterführenden Bildungswege angemessen berücksichtigt werden.
Bauprojekte
Baupräsident Adrian Baumann informierte, dass im Februar die Sanierungsarbeiten beim Schulhaus «Chlos» begonnen haben. Auch auf dem Hofwies-Areal tut sich in baulicher Hinsicht einiges: Der Schulrat möchte die Pausenraumgestaltung den heutigen Bedürfnissen anpassen. Im südlichen Bereich gab es einen Naturspielplatz, der noch verwachsen muss. Er soll ab Sommer benutzbar sein. Im nördlichen Bereich wird die Gestaltung des Spielplatzes in zwei Etappen erfolgen, die erste im Sommer 2026, die zweite ein Jahr später. Im Zusammenhang mit der Sanierung des Hallenbodens der Sporthalle Wühre im Jahr 2024 zeigte sich, dass die Ölheizung das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht hat und zeitnah ersetzt werden muss.
Bis zum Schuljahr 2029/30 steigen die Schülerzahlen so hoch an, dass zusätzliche Räumlichkeiten benötigt werden. Der Schulrat fasst deshalb einen Neubau mit sechs Schulzimmern ins Auge. Ein Projektwettbewerb wurde bereits durchgeführt, mehrere Vorschläge sind in der engeren Wahl. An der Schulgemeinde 2027 wird der benötigte Baukredit beantragt.
Unveränderter Steuerfuss
Schulkassier Lukas Enzler erläuterte die Jahresrechnung, die mit einem Gewinn von rund 37’000 Franken abschloss. Der positive Abschluss war die Folge von nicht getätigten Investitionen im baulichen Bereich sowie den gestiegenen Steuereinnahmen trotz unverändertem Steuerfuss. Der Schulrat beantragte, den Steuerfuss auf 40 Prozent zu belassen, da der budgetierte Rückschlag in der Höhe von 275’000 Franken über das Eigenkapital sowie die budgetierte Entnahme aus der «finanzpolitischen Reserve» gedeckt werden könne.
Schulrat soll Themen überprüfen
Im Rahmen der Schulgemeindeversammlung Appenzell stellte Präsidentin Katja Gmünder das neue Lagerkonzept vor, das ab dem kommenden Sommer in Kraft tritt. Es hat zum Ziel, dass alle Kinder der Schulgemeinde im Verlauf ihrer Schulkarriere von der gleichen Anzahl und Art von Lagern und Schulverlegungen profitieren können. Das heisst: ein regionales Klassenlager von drei bis vier Nächten in der 4. Klasse, ein einwöchiges Ski- oder Wintersportlager in der 5. oder 6. Klasse sowie eine Woche Schulverlegung in eine andere Region der Schweiz im Verlaufe der Oberstufe.
Die Schulratspräsidentin informierte im Weiteren darüber, dass das vom Skiclub Appenzell durchgeführte Schülerskirennen der 3. bis 6. Klasse, der Sporttag und die Rorate künftig in der unterrichtsfreien Zeit und auf freiwilliger Basis stattfinden sollen. «Jede Veranstaltung für sich ist zwar positiv, verkürzt aber die eigentliche Unterrichtszeit und führt zu Unterbrechungen im Lernstoff», so die Argumentation von Seiten Schule. Eine Schulbürgerin ergriff das Wort und wehrte sich gegen diesen Entscheid. Diese Anlässe seien weit mehr als vermeintlich aufwändige Programmpunkte. «Die Sportanlässe fördern Bewegung, stärken die Gesundheit und lassen Kinder Gemeinschaft erleben – und die Rorate ist ein Beispiel dafür wie Tradition und Werte erfahrbar werden können, sie ist eine Gelegenheit für die Kinder in eine innere Ruhe zu kommen, in der sie Kraft schöpfen können», so die Schulbürgerin, die sich daran störte, dass gleichzeitig die Handys weiterhin in der Pause der Oberstufe geduldet werden, was ihres Erachtens völlig unnötig und kontraproduktiv ist für die Förderung des sozialen Austausches und der direkten Kommunikation unter Menschen.
Die Votantin stellte den Antrag, dass der Schulrat prüfen soll, ob der Sporttag, das Schülerskirennen und die Rorate wieder ins Schulprogramm aufgenommen werden können und ob das Pausenareal der Oberstufe künftig handyfrei gestaltet werden soll. Die Stimmberechtigten hiessen diesen Antrag gut, womit der Schulrat über die Bücher und an der Schulbürgerversammlung Bericht erstatten muss.
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Neubau eines weiteren Schulhauses drängt sich auf 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-03-29 13:05:00
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