Während im Gasthof, vor dem ein Linzer (88) seine Frau, seine Tochter und sich selbst erschoss, der Betrieb weiterläuft, sorgt das Motiv des Doppelmörders für Kopfschütteln. Im mehrseitigen Abschiedsbrief erklärte der Senior, warum er zur Waffe greifen „musste“ – eine „Logik“, die den Greis fünf Mal abdrücken ließ.
Hinter der Thujenhecke beim Parkplatz sitzen wieder die Gäste im Gasthaus Lüftner in Linz-Urfahr, das am Donnerstag zur tragischen Kulisse eines Mordes mit drei Toten wurde, dessen Spuren in Form von Polizei-Markierungen am Parkplatz noch zu sehen sind.Die Wirtsleute stehen sichtlich noch unter Schock, es fallen Sätze wie „ich bekomme die Bilder nicht aus dem Kopf“, „wir glaubten, Kinder schießen mit Böllern, aber dann lagen hier die drei Leute am Boden“ oder „zusperren, nein, das geht nicht“. Denn am Wochenende sind die Tische mit Erstkommunionsgruppen und natürlich Muttertagsgästen gut gebucht. Noch während am Donnerstag Ausnahmesituation herrschte, kamen Anfragen, ob am Freitag eh nicht geschlossen ist. „Unser Team hat in dieser Situation gezeigt, wie sehr man zusammenhilft“, ist man froh, den Wahnsinn gemeistert zu haben.Angst, dass die Tochter Geld durchbringtKopfschütteln herrscht indes über die irre Logik von Kurt F. (88), der mit seiner illegal besessenen Weltkriegspistole den letzten Willen durchsetzte: Nur die Enkelkinder sollten erben. „Er hat in einer persönlichen Erklärung dargelegt, dass er und seine Gattin fürchteten, dass die Tochter mit ihrem neuen Partner das ganze Geld durchbringen könnte“, erklärt Staatsanwältin Ulrike Breiteneder das Motiv.Die nach Bayern ausgewanderte 61-jährige Tochter, die sich nach 23 Jahren Ehe vor drei Jahren scheiden ließ und im Vorjahr umzog, hatte schon die Eigentumswohnung in der Wohnanlage Biesenfeld bekommen. Die Eltern fürchteten jetzt, dass sie diese nach deren Tod verkaufen und auch den Rest des Erbes verprassen könnte. Daher wollten die Großeltern laut den Ermittlern, dass die beiden Enkelkinder den Rest erben, doch die Tochter wollte nicht auf ihren Pflichtteil verzichten – das geht aus Dokumenten hervor.Möglicherweise war die Gattin eingeweihtSo schmiedete der Vater – nicht ausgeschlossen ist, dass die Gattin (89) eingeweiht war – einen Plan, wie die Enkel sicher alles erben: nämlich, wenn Großeltern und Mutter nicht mehr leben. Und setzte nach einem letzten gemeinsamen Essen im Gasthaus mit seiner Walther P38 seinen Plan in die Tat um.Das ergab die ObduktionFünf Schüsse wurden laut Obduktion bei der Familientragödie von Linz-Urfahr abgegeben. Je zwei Projektile trafen aus geringer Distanz Tochter und Ehefrau in Kopf und Oberkörper. Die ahnungslose Tochter wurde durch einen Schuss in den Hinterkopf niedergestreckt, dann drückte ihr eigener Vater ein zweites Mal ab. Seine Gattin traf je ein Projektil in Oberkörper und Gesicht.
Irrer Abschiedsbrief – „Logik“ des Doppelmörders: Nur Enkel sollten erben 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-05-08 15:41:37
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