Offiziell ist es ein Fest der Freude und der Freundschaft, im Hintergrund des Song-Contests tobt laut „Krone“-Cyberexperte Dr. Cornelius Granig jedoch ein „digitaler Schattenkrieg“. Schon am Wochenende starteten russische Hackerkollektive verstärkt Attacken auf heimische Behörden und Firmen. Weitere Cyber-Angriffe sind zu erwarten.
Seit Russland aufgrund des Angriffskrieges in der Ukraine 2022 vom Song Contest ausgeschlossen wurde und kurz darauf die russischen Sender von sich aus der Europäischen Rundfunkunion (EBU) den Rücken kehrten, nehmen verdächtige Cyberattacken auf den jährlich abgehaltenen Song Contest zu. Schon zuvor geriet Israel 2019 ins Visier von Hackern, politische Botschaften wurden während der Live-Übertragung eingeblendet. 2022 kam es im italienischen Turin zu wahren Wellen an Cyberangriffen, die bis 2025 in der Schweiz anhielten.Israel-Proteste, Irankrieg und RusslandNun gerät also – die „Krone“ warnte davor schon Anfang Jänner – Österreich erneut in den Fokus von Überlastungsattacken und Manipulation. Nach 1967 und 2015 richtet Wien heuer bekanntlich bereits zum dritten Mal Europas größten Musikbewerb aus. Der 2026 so politisch brisant ist wie nie zuvor. Israel-Gegner haben zahlreiche Proteste vor der Stadthalle und am Ring angemeldet, der Krieg im Iran erregt ebenso weiter die Gemüter. Und auch Russland will – wieder einmal – mit seiner Cyber-Armee Aufmerksamkeit erzeugen. Ziel ist es, Unsicherheit in der feiernden Community zu säen. Der Cyberexperte der „Krone“, Dr. Cornelius Granig, weiß warum. Der „digitale Schattenkrieg“ gegen Österreich sei wegen des ESC, der russischen und mit Russland sympathisierenden Hackern „ein Dorn im Auge“ sei. Jene fänden statt, weil Österreich „ein sichtbares Symbol liberaler, westlicher Kulturpolitik“ ist. Und damit alles verkörpere, was das russische Regime hasse. „NoName“ griff schon wieder anWas passiert aktuell genau? Schon zur Eröffnung der Song Contest-Woche am Sonntag starteten Hackerkollektive wie „NoName057(16)“ oder „Dark Storm Team“ vergleichsweise harmlose, aber ärgerliche Überlastungattacken auf die Server von Firmen und Behörden. Ziel ist es, die Server der Firmen lahmzulegen und für Ärger und Chaos zu sorgen. Bisher traf es etwa Justiz- und Wirtschaftsministerium, die Datenschutzbehörde, den Rechnungshof, Landesregierungen diverser Bundesländer, die ÖBB, die Wiener Linien, die Wiener Börse oder den Grazer Flughafen. Auch in nächsten Tagen wird angegriffen„Stumpfe Waffen“, wie Cornelius Granig betont, doch „koordinierte, mehrtägige Angriffswellen auf staatliche Stellen“ seien während einer Großveranstaltung „kein Kavaliersdelikt“. Österreich soll digital eingeschüchtert werden, vorerst auf eher harmlosem Wege. Granig ist sich jedoch sicher, dass die Angriffe auch in den nächsten Tagen stattfinden und auch noch verstärkt werden. Gefährlich werde es, wenn die Attacken auf die Sicherheitssysteme beim Einlass oder das Lahmlegen des öffentlichen Verkehrs abzielen. Politische Botschaften auf TV-BildschirmenAuch denkbar: Dass bei den Halbfinali oder beim großen Finale am Samstag unliebsame politische Botschaften oder Propaganda über die Bildschirme flimmern könnten. Ganz zu schweigen von der Erzeugung gezielter Panik durch die Verbreitung von Falschmeldungen. Granig hofft, dass der ORF aus der Erfahrung bereits betroffener Länder wie der Ukraine oder Israel lernt und gut vorbereitet ist. Von der Regierungsseite hat sich bisher jedenfalls niemand öffentlich zu der aktuellen Angriffswelle geäußert.
Österreich im Visier: – Hacker-Attacken wegen Song Contest nehmen zu 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-05-13 05:54:11
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