Zum Saisonabschluss gab es einen wirbelnden und klangfarbenstarken Höhepunkt im «Appenzeller Huus Löwen» in Gonten. Das «Appenzeller Forum» hatte unter der künstlerischen Leitung von Andrea Wiesli die beiden Perkussionisten, Studierende an der Züricher Hochschule der Künste, Laurin Caprez (19) und Valentin Frutiger (20), eingeladen. Sie traten im kleinen, festlichen Konzertsaal mit zwei Marimbaphons und einem Vibraphon auf, welche zu den Schlaginstrumenten, speziell den melodischen Schlaginstrumenten, zählen. Ein Konzert mit nicht-alltäglichen Klängen.
Programm ohne Marching Drum
Bei etwas grösseren Dimensionen des Saals wären die Zuhörenden auch in den Genuss einer Einlage mit der Marching Drum, der Marschtrommel, gekommen. Doch wurde kurzfristig vor Konzertbeginn entschieden, diesen Part wegzulassen und die Trommel blieb im Hintergrund stehen. Eines Tages wird auch ihre Zeit kommen, vielleicht auch im Appenzellerland. Zu sagen hätte sie bestimmt Lautstarkes. So kam es zu einer spontanen Umstellung des vorbereiteten Programms und das Publikum damit in den Genuss von noch mehr klassischen Stücken für Marimbaphon, deren Komponisten alle noch leben. Im Zuschauerraum war mit Stiftungsrätin Claudia Müller auch eine Vertreterin der «Ria & Arthur Dietschweiler-Stiftung» anwesend, welche das Konzert der Nachwuchstalente finanziell unterstützte.
Mehrfach mit Preisen ausgezeichnet
Laurin Caprez und Valentin Frutiger gehören zu den vielversprechendsten Nachwuchstalenten der Schweizer Schlagzeug- und Perkussionsszene. Perkussionisten sind aussergewöhnlich vielseitige Musiker. Bei Live-Bands und Orchestern ergänzen sie den Schlagzeuger und sorgen mit ihren Instrumenten für rhythmische Tiefe und vielschichtigere Klangfarben. Perkussion kann aber auch zum eigenständigen, mitunter auch spektakulären Bühnenerlebnis werden. Die beiden Musikstudenten, die schon auf vielen Bühnen standen, gaben in Gonten einen eindrücklichen Einblick in ihre Virtuosität, Spielfreude und ihr breites Repertoire. Sie studieren an der Zürcher Hochschule der Künste bei Raphael Christen, Klaus Schwärzler und Benjamin Forster. Beide sind sie bereits mehrfache Wettbewerbs-Preisträger. Laurin Caprez wurde 2024 zum Schweizerischen Solo Champion Perkussion gekürt, Valentin Frutiger ist mehrfacher Erstpreisträger des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs und der Swiss Percussion Competition.
Oft überraschend, laut und leise
Im Beitrag «Catching Shadows», komponiert von Ivan Trevino, war ein fliessender Dialog, der das Zusammenspiel von Licht und Schatten ergründete, spürbar. Auch mit den Stücken «Departures» und «Losa», komponiert von Emmanuel Séjourné, einem französischen Komponisten, Perkussionisten und Lehrbeauftragten für Perkussionsunterricht, interpretierten sie zeitgenössische Marimba-Literatur. Mit ihren warmen, raumgreifenden und abgerundeten Klängen entführten sie das Publikum in eine Welt, der ein leiser Zauber innewohnt, oft überraschend, manchmal laut, dann wieder weich und ganz leise. Gewiss aber immer verspielt. Das ist die Stärke des Duos Caprez und Frutiger. Sie spielen ihre Instrumente nicht nur, sie bespielen sie in ihrer eigenen energiegeladenen Dynamik, achtsam und immerzu höchst präzise im Zwiegespräch. Dass sie ihr Instrument auch gleich doppelt und demzufolge mit acht Schlägern gleichzeitig beherrschen, davon einer der Musiker links stehend, der andere rechts, war ein physisch durchdringendes Klangerlebnis an diesem Abend. Nach einer Zugabe und viel Applaus trafen sich die Gäste bei einem Apéro riche im Garten des Hotels.
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Acht Schläger tanzen auf zwei Klangkörpern 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-07-02 06:13:00
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