Für Heli Linth waren es die ersten beiden Einsätze in Innerrhoden dieses Jahr. Die Wassersituation in der Alpwirtschaft ist hier noch nicht so angespannt wie etwa im Südteil des Kantons St. Gallen.
Drei Kubikmeter aus dem Fählensee
Auf die Alp Chlus kam das Wasser in IBC-Tanks, mit Wasser quasi von daheim. Beim Bötzel, der von der Widderalp aus bewirtschaftet wird, ist die Situation etwas komplizierter. Wegen der Höhenlage kann man keine Tanks verwenden, nur einen «Bambi-Bucket», eine Art Wassersack. Das Wasser dazu bezog die Alpgenossenschaft Widderalp aus dem Fählensee. Dazu war eine Bewilligung von zwei kantonalen Ämtern nötig: dem Landwirtschaftsamt und dem Amt für Umwelt. Entnommen wurden drei Kubikmeter, also 3000 Liter. Sie helfen, den Alpbetrieb mit den Rindern weiterzuführen – ob eine Woche, zwei oder mehr, wird sich zeigen.
Wasserbauprojekte im Fokus
Beim kantonalen Land- und Forstwirtschaftsdepartement hat man keine genauen Daten zu Anzahl Flügen, Kosten oder den betroffenen Alpen, sagt Amtsleiterin Rahel Mettler. In den meisten Fällen steht der Alpbetrieb in direktem Kontakt mit dem Heli-Unternehmen. Wird es in Zukunft mehr solcher Flüge geben? Rahel Mettler muss passen, fügt aber bei: «Sicherlich werden zukünftig die Anzahl Wasserbauprojekte auf Alpbetrieben hoch bleiben. Das Ziel muss eine gute Wasserversorgung auf den Alpen sein, sodass auch wasserärmere Alpsommer gut überstanden werden können.»
Die Armee kann solche Einsätze auch fliegen. Es wird aber darauf geachtet, dass sie die privaten Helikopterfirmen nicht konkurriert. Das wird auch im Armeegesetz vorgeschrieben. Die Einsätze müssen deshalb mit der Swiss Helicopter Association abgesprochen sein. In Innerrhoden flog die Armee zum Beispiel im Hitzesommer 2018 solche Einsätze, wie einer SDA-Meldung vom 31. Juli 2018 zu entnehmen war.
16 Kubikmeter aus dem Sämtisersee
Solche Wassertransporte haben im Alpstein bereits Tradition. Im Juli 1976 etwa wurden 4,5 Kubikmeter Wasser auf die Alp Filder nördlich des Schäflers geflogen. Dazu brauchte es 18 Flüge mit dem Armeehelikopter. Das Wasser stammte aus der Egg. Es wurde in Plastiksäcke abgefüllt und auf der Alp in eine von der Natur geschaffene Grube geleert, die mit Plastik ausgekleidet worden war, um ein Versickern des Wassers zu verhindern. Auch die Brunnentröge wurden gefüllt.
Sieben Jahre später lieferte der Sämtisersee 16’000 Liter Wasser für die Alp Oberkamor. Dazu brauchte es 42 Flüge. Und 2018 – ebenfalls im Juli – liess sich Albert Wyss, der Wirt auf dem Rotsteinpass, von einem Militärhelikopter 8000 Liter Wasser liefern. Er hatte in seinem Berggasthaus schlicht keines mehr. Dieser Flug muss einer von denen gewesen sein, welche die erwähnte SDA-Meldung summarisch aufführte. Wyss kamen dabei Erinnerungen an den Hitzesommer 2003. Damals hatte sein Vater für das Berggasthaus ebenfalls Wasser einfliegen lassen müssen.
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Wenn der Helikopter Wasser bringt 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-07-26 13:56:00
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