
Justizminister Limbach will überfallene Beamte besuchen
Update 15.10., 10.30 Uhr: Nach der gewaltsamen Gefangenenbefreiung in Essen will NRW-Justizminister Benjamin Limbach die beiden überfallenen Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt persönlich besuchen. Das kündigte der Minister während einer Sondersitzung des Rechtsausschusses im Düsseldorfer Landtag an.
Limbach erklärte, er wolle den beiden JVA-Bediensteten für ihren Einsatz danken. Zugleich versicherte er, dass sie die Unterstützung erhalten sollten, die sie benötigten.
Essen: Polizei räumt Fehler bei Häftlingsfahndung ein
Update 15.10., 8 Uhr: Nach der gewaltsamen Gefangenenbefreiung in Essen läuft die Fahndung nach dem 34-jährigen D. Gündüz und seinen beiden mutmaßlichen Helfern weiter. Wie die WAZ berichtet, gab es am frühen Freitagmorgen (16. Oktober) weiterhin keine neuen Erkenntnisse zum Aufenthaltsort des geflohenen Untersuchungshäftlings. Ein Beamter der Essener Polizeileitstelle bestätigte, dass die Fahndung andauert.
Unterdessen hat die Polizei Probleme bei der Veröffentlichung des Fahndungsfotos eingeräumt. Erst rund sechs Stunden nach der Befreiung am Mittwochmittag wurden der Name und ein Foto des gesuchten Mannes öffentlich gemacht.
Nach Angaben der Polizei kam es innerhalb der Informationskette zu Abstimmungsproblemen. Diese sollen nun aufgearbeitet werden. Die Fahndungsmaßnahmen selbst hätten unmittelbar nach der Tat begonnen und höchste Priorität gehabt. Den eingesetzten Polizeikräften hätten bereits Fotos des Gesuchten vorgelegen.
Neue Täterbeschreibungen nach Gefangenenbefreiung in Essen
Inzwischen liegen weitere Angaben zu den beiden mutmaßlichen Befreiern vor. Nach Zeugenaussagen sollen beide Männer maskiert, dunkel gekleidet und bewaffnet gewesen sein.
Einer der Männer soll etwa 1,80 Meter groß gewesen sein, der andere rund 1,90 Meter. Der größere Verdächtige soll zudem eine auffällig große Brille getragen haben, die unter seiner Maskierung zu erkennen gewesen sei.
Auch zum geflohenen Häftling gibt es eine Personenbeschreibung. Der 34-jährige D. Gündüz hat demnach schwarze Haare, dunkle Augen und wird von der Polizei als Mann mit einer „dicken Figur“ beschrieben.
Polizei fahndet weiter in Essen
Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise zum Aufenthaltsort des 34-Jährigen und seiner beiden mutmaßlichen Befreier. Wer die Männer sieht, soll sie nicht ansprechen, sondern umgehend die Polizei verständigen.
Hinweise nimmt die Polizei über den Notruf 110 oder unter 0201/829-0 entgegen.
Ein Fahndungsfoto des 34-Jährigen ist weiterhin auf der offiziellen Internetseite der Polizei Nordrhein-Westfalen abrufbar.
Ministerium sieht keine Fehler bei Häftlingstransport
Update 15.10., 15 Uhr: Nach der gewaltsamen Gefangenenbefreiung in Essen sieht das nordrhein-westfälische Justizministerium nach derzeitigem Stand keine Fehler bei der Vorbereitung des Arzttermins. Sämtliche Vorschriften seien eingehalten worden, erklärte eine Sprecherin des Ministeriums auf Anfrage. Der Termin sei ordnungsgemäß vorbereitet und durchgeführt worden.
Vor dem Arztbesuch seien alle üblichen Sicherheitsfragen geprüft worden. Dazu gehörten nach Angaben der Sprecherin unter anderem die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen sowie die Entscheidung darüber, welche Waffen die begleitenden Justizbeamten mitnehmen sollten.
Der 34-jährige Untersuchungshäftling habe zudem erst am Abend vor dem Arzttermin erfahren, dass er zu einer Arztpraxis gebracht werden sollte. Nach Angaben des Ministeriums ist es üblich, Gefangene erst kurzfristig über solche Termine zu informieren.
Justizbeamter versucht offenbar zu schießen
Update 15.10., 14.45 Uhr: Bei der gewaltsamen Gefangenenbefreiung in der Essener Innenstadt hat ein Justizvollzugsbeamter offenbar versucht, mit seiner Dienstwaffe zu schießen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand betätigte er den Abzug, ein Schuss löste sich jedoch nicht. Vermutlich war die Waffe nicht durchgeladen. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen dauern an.
Beim Betreten des Treppenhauses soll ein maskierter Täter die Beamten mit einer Schusswaffe bedroht haben. Hinter den beiden Justizbeamten tauchte den bisherigen Erkenntnissen zufolge eine zweite maskierte Person auf.
Als einer der Beamten seine Dienstwaffe zog und offenbar den Abzug betätigte, schlug ihm einer der Angreifer die Waffe aus der Hand. Warum sich kein Schuss löste, ist noch nicht abschließend geklärt.
Befreiter Häftling wird Thema bei Sondersitzung im Landtag
Update 15.10., 11.30 Uhr: Nach der Befreiung eines Untersuchungshäftlings in der Essener Innenstadt hat NRW-Justizminister Benjamin Limbach den Angriff auf Justizvollzugsbedienstete scharf verurteilt. Er sei erleichtert, dass die Kollegen unverletzt seien und danke ihnen für den besonnenen Einsatz, sagte der Grünen-Politiker. Der Angriff sei „mit erheblicher krimineller Energie“ am helllichten Tag mitten in Essen verübt worden und „ein dreister Angriff auf unseren Staat“. Im Mittelpunkt stehe nun die Ergreifung der Täter und die Aufklärung der Hintergründe des Verbrechens.


Update 15.10., 11 Uhr: Die gewaltsame Befreiung eines Häftlings vor einer Arztpraxis in Essen wird an diesem Freitag Thema einer Sondersitzung des Rechtsausschusses im Landtag. Die Sitzung war ursprünglich wegen einer umstrittenen Beförderung im Justizministerium anberaumt worden und wird nun um den aktuellen Fall erweitert.

Die SPD-Fraktion hat einen mündlichen Bericht von Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) beantragt. Dieser wurde inzwischen vom Ausschussvorsitzenden Werner Pfeil (FDP) genehmigt.
Polizei Essen sucht geflohenen Häftling mit Foto
Update 14.10., 20.30 Uhr: Nach der gewaltsamen Gefangenenbefreiung in der Essener Innenstadt fahndet die Polizei jetzt öffentlich mit einem Foto nach dem geflohenen Häftling. Der 34-Jährige war am Mittwochmittag (14. Oktober) während eines Arztbesuchs am Kennedyplatz von zwei maskierten Männern befreit worden. Nach den Angaben auf der offiziellen Fahndungsseite flüchtete er auf einem E-Scooter.

Essen: Behörden sehen Clanbezug bei geflohenem Häftling
Update 14.10., 19.50 Uhr: Nach der gewaltsamen Gefangenenbefreiung in der Essener Innenstadt sind neue Informationen über den geflohenen 34-Jährigen bekannt geworden. Die Behörden ordnen den Mann nach vorliegenden Informationen dem Bereich Clankriminalität zu.
Essen gilt seit Jahren als Schwerpunkt der Clankriminalität in Nordrhein-Westfalen. Laut dem Lagebild des nordrhein-westfälischen Innenministeriums gibt es in keiner anderen Stadt so viele registrierte Straftaten, bei denen Ermittler Hinweise auf einen Bezug zu kriminellen Clans feststellen.
Die Polizei verstärkte ihre Arbeit gegen Clankriminalität in den vergangenen Jahren erheblich. In Essen wurde dafür eine eigene Organisationseinheit eingerichtet, die verhindern sollte, dass sich kriminelle Clanstrukturen in der Stadt festigen.
Der Begriff Clankriminalität ist allerdings umstritten. Kritiker bemängeln, dass dadurch Menschen mit Migrationshintergrund allein aufgrund ihrer familiären Zugehörigkeit oder Herkunft stigmatisiert werden könnten.
Ob die Gefangenenbefreiung selbst einen Zusammenhang mit Clankriminalität hat, geht aus den bislang vorliegenden Informationen nicht hervor.

Handgranate entpuppt sich als Holzattrappe
Update 14.10., 16.30 Uhr: Während des Polizeigroßeinsatzes nach der Gefangenenbefreiung in Essen haben Ermittler einen verdächtigen Gegenstand in der Nähe des Tatorts untersucht. Ein Zeuge hatte einen Gegenstand gemeldet, der wie eine Handgranate aussah.
Daraufhin rückte ein Entschärfer-Team des Landeskriminalamts an, um den Fund zu überprüfen. Die Spezialisten konnten jedoch schnell Entwarnung geben. Bei der vermeintlichen Handgranate handelte es sich um eine Attrappe aus Holz.
Wer den Gegenstand dort abgelegt hatte, blieb zunächst unklar. Auch ob die Holzattrappe mit der Gefangenenbefreiung in der Essener Innenstadt in Verbindung steht, war zunächst nicht bekannt.

Essen: Geflohener Häftling saß wegen Drogen in U-Haft
Update 14.10., 15.50 Uhr: Nach der Gefangenenbefreiung in Essen sind weitere Einzelheiten zu dem geflohenen Häftling bekannt geworden. Bei dem Mann handelt es sich um einen 34-Jährigen, der wegen des Verdachts auf Drogendelikte und gefährliche Körperverletzung in Untersuchungshaft saß.
Das nordrhein-westfälische Justizministerium bestätigte auf Anfrage, dass der Mann in der Justizvollzugsanstalt Essen untergebracht war.
Zwei Männer verhelfen Häftling in Essen zur Flucht
Erstmeldung 14.10., 15 Uhr: Ein Häftling ist während eines Arztbesuchs in der Essener Innenstadt offenbar mit Hilfe zweier Männer geflohen. Die Polizei leitete einen Großeinsatz ein und fahndet nach insgesamt drei Männern. Nach Angaben einer Polizeisprecherin kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Flüchtigen bewaffnet sind.
Der Gefangene war zuvor aus einer Justizvollzugsanstalt zu einer Arztpraxis am Kennedyplatz in Essen gebracht worden. Dort sollen ihm zwei bislang unbekannte Männer zur Flucht verholfen haben. Anschließend flüchteten die drei Männer gemeinsam.
Zu den genauen Umständen der mutmaßlichen Gefangenenbefreiung machte die Polizei zunächst keine Angaben. Auch weshalb der Mann in Haft saß und wie gefährlich er sein könnte, blieb unklar.
Polizei warnt vor Flüchtigen in Essen
Die Polizei warnte die Bevölkerung ausdrücklich davor, verdächtige Personen anzusprechen. Hintergrund ist die Möglichkeit, dass die gesuchten Männer Waffen bei sich tragen.
Über den Kurznachrichtendienst X forderte die Polizei dazu auf, bei verdächtigen Beobachtungen umgehend den Notruf 110 zu wählen. Eine Bewaffnung der Männer könne derzeit nicht ausgeschlossen werden.
Nach ersten Erkenntnissen haben zwei unbekannte Personen einem Häftling zur Flucht verholfen. Alle drei Personen sind flüchtig. #E1410
— Polizei NRW E (@Polizei_NRW_E) October 14, 2026
‼️WICHTIG‼️ Sollten Sie eine verdächtige Person bemerken, sprechen Sie sie nicht an! Rufen Sie umgehend die 110 an. Derzeit kann eine Bewaffnung der Täter nicht ausgeschlossen werden.
— Polizei NRW E (@Polizei_NRW_E) October 14, 2026
dpa/kawe
Nach Häftlingsbefreiung in Essen: Justizminister Limbach will überfallene Beamte besuchen 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-10-16 09:46:00
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