In der „Krone“ kündigte Medienmanager Gerhard Zeiler (71) an, Andreas Babler ablösen zu wollen: „Ich bin der Richtige, um die Partei aus dem historischen Tief zu führen.“ Nun müsse die SPÖ nur noch sagen, ob er auch gewollt sei. Conny Bischofberger beschreibt in der „Krone“, wie es zum großen Interview kam.
„Gerhard Zeiler to receive 2026 International Emmy Award“: Als ich diese Meldung las, schrieb ich Zeiler im August eine Nachricht auf WhatsApp. Ob wir aus diesem Anlass nicht ein Interview machen könnten, am liebsten in New York. „Sehr, sehr gerne“, schrieb er zurück. Hotel und Flüge hatte ich schon gebucht, als er mich am vergangenen Montag anrief. „Können wir das Interview vorverlegen? Ich habe etwas zu verkünden.“Was Österreichs international erfolgreichster Medienmanager, ehemaliger Pressesprecher der Bundeskanzler Fred Sinowatz und Franz Vranitzky sowie Ex-ORF-Generaldirektor zu sagen hat, löste bereits am Freitagmorgen ein politisches Erdbeben aus.Nachdem sein Name seit einigen Wochen wieder durch die Presse gegeistert sei, habe er sich gesagt: „Du musst dich entscheiden.“ Man könne das weder anderen noch sich selbst zumuten, nicht klar Stellung zu nehmen. Deshalb habe er sich folgende Fragen gestellt: „Bin ich in der Lage, das zu tun? Habe ich die Kraft dazu?“ Seine Antwort lautete: „Ja!“Gerhard Zeiler, derzeit President International des US-Medienriesen Warner Bros. Discovery und Selfmade-Multimillionär, will SPÖ-Chef Andreas Babler nachfolgen – wie, das lesen Sie heute ab 18 Uhr im großen Interview bei KronePLUS! Dass es sich dabei um einen „Putsch“ handle, wie zu lesen war, weist Zeiler aber energisch zurück. „Die SPÖ ist eine demokratische Partei, und sie, niemand anderer, wird entscheiden, wer an ihrer Spitze steht.“Zeiler wirkte sehr entspannt, fast erleichtert, als er „Krone“-Fotografin Eva Manhart und mich am Donnerstag in seinem neuen Domizil empfing. Eine historistische Villa in Wien-Hietzing, die derzeit gerade fertiggestellt wird.Seine Familie – Zeiler ist verheiratet und hat neben seiner Tochter aus einer früheren Ehe einen elfjährigen Sohn – behält ihren Hauptwohnsitz in Salzburg. Der Vielflieger (über drei Millionen Flugmeilen) wird aber in Zukunft wohl weniger oft nach New York jetten, sondern sich in seiner Heimatstadt Wien aufhalten.Geboren 1955 in Wien-Ottakring. Zeiler wächst mit seinem Zwillingsbruder bei den Großeltern auf. Zimmer, Küche, Kabinett. Er studiert Psychologie, Soziologie und Pädagogik und wird 1979 Pressesprecher des damaligen Unterrichtsministers und späteren Bundeskanzlers Fred Sinowatz. Als Spitzenmanager von ORF, RTL und Time Warner war er vier Jahrzehnte lang an den Schnittstellen von Politik und Medien. Im Herzen blieb er immer ein Wiener.Bei den Medientagen wich er Fragen noch ausIn der Bundeshauptstadt trat Zeiler diese Woche bei den 33. Medientagen auf und gab Handlungsvorschläge für Österreichs Medien und Politik. Fragen nach einem möglichen Interesse am SPÖ-Vorsitz wich er aus. Doch dem schonungslosen Beobachter der österreichischen Sozialdemokratie waren die schlechten Umfragewerte seiner Partei natürlich ein Dorn im Auge.Derzeit liegt die SPÖ bei etwa 15 Prozent, nur knapp vor den Grünen. Unter dem leidenschaftlichen, aber glücklosen Andreas Babler droht sie auf Platz vier zurückzufallen, während die FPÖ ihren Vorsprung immer weiter ausbauen kann.Zeiler, der seit vielen Jahren Fehlentwicklungen wie strukturelle und personelle Missstände anspricht und auch ein Buch – „Leidenschaftlich rot. Darum mehr Sozialdemokratie“ – geschrieben hat, sieht es als Verpflichtung, der Partei ein Angebot zu machen. „Ich glaube, dass ich der Richtige bin, um die Partei aus diesem historischen Tief herauszuführen.“Die SPÖ hat nun also eine neue Personaldebatte. Zeiler hat sie der Partei aufgezwungen. Und sieht dem Ergebnis gelassen entgegen. „Ich habe noch nie in meinem Leben wo gearbeitet, wo ich nicht gewollt war. Und jetzt muss die SPÖ sagen: Ist Gerhard Zeiler gewollt oder ist er nicht gewollt?“„Ja, ich will!“ Und: „Yes, we can!“Am Ende unseres Interviews habe ich salopp zusammengefasst, was mein Eindruck vom Inhalt war. „Ja, ich will!“ Und: „Yes, we can!“ Das klinge sehr gut, meinte er. Und diejenigen, die zauderten, sollten sich einen Ruck geben oder zur Seite treten.Das ganze Interview lesen Sie heute ab 18 Uhr bei KronePLUS!
Gerhard Zeiler (71) – Die Geschichte hinter dem „Krone“-Interview 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-09-26 10:51:46
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Interview Conny Bischofberger mit Gerhard Zeiler, am 24. September, in Wien. IUSTITIA
