Die Finanzlage von Gais kann grundsätzlich als gut bezeichnet werden. Ausserordentliche Effekte haben die Jahresrechnungen in der Vergangenheit immer wieder positiv beeinflusst. Mehrmals wurden bei den Steuern durch einmalige Sachverhalte höhere Einnahmen erzielt als budgetiert. Auch im laufenden Jahr ist ein solcher Effekt eingetreten. Der budgetierte Steuerertrag 2026 wird voraussichtlich übertroffen werden können.
Der Aufwandüberschuss nach der Auflösung von ausserordentlichen Abschreibungen von 600’000 Franken beläuft sich auf 492’800 Franken. Die Auflösung in dieser Höhe lässt sich rechtfertigen, da im Jahr 2026 die im Voranschlag vorgesehene Auflösung voraussichtlich nicht oder nicht in voller Höhe nötig sein wird.
Bekanntlich stehen in Gais zahlreiche grosse Investitionsprojekte (Schulhausneubau, Sanierungen bestehende Schulhäuser, Alterszentrum, Strassen, Schwimmbad, Wasserversorgung und Gewässerschutz) an, die in den kommenden Jahren nun realisiert werden müssen. Ein Teil dieser Investitionen wird die Finanzen in Zukunft in Form von Abschreibungen stark belasten. Der Investitionsbedarf liegt deutlich über der Selbstfinanzierung. Das bedeutet, dass die Investitionen höher sind als die Beträge der Abschreibungen und des Ergebnisses der Erfolgsrechnung zusammen. Das abzuschreibende Verwaltungsvermögen steigt somit.
Der Stand der ausserordentlichen Abschreibungen beläuft sich per Ende 2025 auf 4’ 850’ 000 Franken. Zusammen mit dem Bilanzüberschuss kann ein Betrag in der Höhe von 20’149’997 Franken zur Deckung zukünftiger Aufwandüberschüsse verwendet werden.
Bis im Jahr 2030 liegt das Investitionsvolumen bei rund 28 Millionen Franken In den Jahren 2029 und 2030 sind erste Tranchen eines neuen Schulhauses enthalten. Knapp 5 Millionen Franken müssen in den Spezialfinanzierungen Wasserversorgung und Gewässerschutz investiert werden. Die Abschreibungen auf den Spezialfinanzierungen werden jedoch nicht über die Steuern finanziert, sondern von den Einnahmen der einzelnen Dienststellen. Auch ab dem Jahr 2031 besteht nochmals ein intensiver Investitionsbedarf.
Der Gemeinderat hat vor Jahren eine Strategie festgelegt, wonach das Eigenkapital nicht mehr weiter geäufnet werden soll. Das relativ hohe Eigenkapital soll mit Aufwandüberschüssen reduziert werden. Mit dieser Begründung wurde auch der Steuerfuss im Jahr 2022 entsprechend tiefer angesetzt, als dies für eine ausgeglichene Rechnung notwendig wäre. Im Rahmen der Legislaturplanung 2027 bis 2031 werden die finanziellen Zielsetzungen und die Strategie zur Finanzierung durch den Gemeinderat erarbeitet und kommuniziert.
Die öffentliche Orientierungsversammlung findet am Donnerstag, 12. November (19 Uhr), im Mehrzweckgebäude Weier statt.
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Ausgabenüberschuss von fast 500’000 Franken 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-10-03 11:26:00
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