Während der Prozessreigen des Ex-Generals samt Millionenforderung weitergeht, steht nach der Chat-Wende eine neue Prüfung der Vorwürfe wegen sexueller Belästigung bevor. Die Version der „Kronzeugin“ bröckelt.
Der Zwischenbericht der Staatsanwaltschaft wirft – wie berichtet – doch ein anderes Bild auf die Affäre des Jahres mit dem gestürzten Medienmanager und einer ORF-Mitarbeiterin in der Hauptrolle. Offenbar waren viele flirtende Kurznachrichten nicht einseitig, sondern wechselseitig. Auch das Tagebuch der „Kronzeugin“ erscheint mehr als verräterisch.Auch Tonbandaufnahmen wurden offenbar gekürztEbenso brisant: Die im Ermittlungsverfahren von der Frau vorgelegten Tonbandaufnahmen – sie hatte Telefonate mit dem Ex-Generaldirektor aufgezeichnet – sind unvollständig und dürften gekürzt worden! Auf den ihr abgenommenen Mobiltelefonen seien längere Versionen der Gespräche sichergestellt worden.Wie andere Stiftungsräte plädiert auch der neue Chef des ÖVP-Freundeskreises am Küniglberg, Franz Medwenitsch, für eine neue Prüfung der Vorwürfe wegen sexueller Belästigung. Die Compliance-Stelle sollte dazu auch wieder externe Experten hinzuziehen. Möglich ist eine völlige Neubewertung der Sachlage. Das würde wohl auch gravierende Auswirkungen auf die laufenden arbeitsgerichtlichen Klagen des gestürzten ORF-Generals gegen seinen Arbeitgeber haben.Weißmann erneut im Arbeits- und SozialgerichtIn dem Prozessreigen geht es schon am Mittwoch weiter. Dabei dreht es sich um die Aussendung, die der ORF am 9. März 2026 zu Weißmanns Rücktritt ausgeschickt hatte. Weil darin die Belästigungsvorwürfe öffentlich gemacht wurden, klagt der 58-Jährige die Haftung für künftige Schäden, die aus der Veröffentlichung resultieren, ein.Parallel geht das strafrechtliche Ermittlungsverfahren gegen die „Kronzeugin“ wegen schwerer Erpressung in die Zielgerade.
Nach Zwischenbericht – In Weißmann-Affäre steigt der Druck auf den ORF 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-10-06 14:09:51
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