Im Juni 2026 informierte der Gemeinderat Speicher über die vorgesehenen Massnahmen zur Gebäudesicherung bei der Basisstufe Speicherschwendi. Das Schulgebäude an der Au 2 steht innerhalb eines Rutschhanges, der ständig in Bewegung ist und dadurch das Gebäude verschiebt. Das Gebäude wurde deshalb statisch überprüft und wird laufend geodätisch überwacht. Gleichzeitig wurden in Zusammenarbeit mit einem Ingenieurbüro und einem Geologen mögliche Sicherungsmassnahmen geprüft.
Bei der Auswertung der Zustandsbeurteilung seien keine massgebenden Mängel festgestellt worden, teilt der Gemeinderat mit. Da die massgebenden Verbindungen kraftschlüssig ausgeführt seien, bewege sich das gesamte Tragwerk synchron. Eine Stabilisierung des Gebäudes in seiner Lage sei nicht möglich, da der Bewegungsmechanismus zu tief liege und die Kräfte zu gross seien. Die tiefgründige Rutschung könne daher nicht gestoppt werden.
Kunstharz über Rohre in den Baugrund
Um eine Stabilisierung in der Höhe zu erreichen, hat sich der Gemeinderat gemäss eigenen Angaben für eine Höhenkorrektur mit Kunstharzen entschieden. Bei dieser Methode wird der Baugrund durch eine Injektion von Kunstharz unter den Fundamenten und Bodenplatten konsolidiert. Dazu werden Bohrungen mit einem Durchmesser von knapp 3 Zentimetern durch den Fundamentriegel ausgeführt. In die Bohrlöcher werden Injektionsrohre eingeführt, durch die expandierendes Kunstharz in den Baugrund eingebracht wird. Dieses entsteht durch die Vermischung von zwei Komponenten, wodurch eine chemische Reaktion ausgelöst wird. Durch die etappenweise Einbringung und Ausdehnung des Kunstharzes werde der Baugrund verdichtet. Gleichzeitig könne der abgesenkte Baukörper angehoben und «gerichtet» werden, heisst es in der Mitteilung. Die durch die Rutschung entstandenen Schäden am Gebäude sollen während der geplanten Herbstferien instand gestellt werden.
Vorgesehen waren ursprünglich auch drei Sondierbohrungen mit Inklinometermessungen. Deren Hauptzweck bestand darin, die Tiefe des Bewegungsmechanismus der Hangrutschung im Bereich des Schulgebäudes zu bestimmen. Als Sanierungsvarianten für das Gebäude wurden einerseits Mikropfähle und andererseits Kunstharzinjektionen geprüft. Während Mikropfähle tief in den Untergrund eingreifen und daher Kenntnisse über die Lage der Scherfläche erfordern, beschränken sich Kunstharzinjektionen auf den oberflächennahen Bereich.
Im Zusammenhang mit einer gegen das Bauvorhaben erhobenen Einsprache wurden ergänzende Abklärungen durchgeführt. Gestützt auf die daraus gewonnenen Erkenntnisse, die Wahl der Sanierungsmassnahmen sowie die Stellungnahmen der beigezogenen Fachingenieure und Geologen hat der Gemeinderat beschlossen, auf die geplanten Sondierbohrungen zu verzichten.
Zur weiteren Beobachtung der Situation werden die bestehenden geodätischen Überwachungsmessungen auch nach den Bauarbeiten fortgeführt. Der Gemeinderat hat dafür einen Nachtragskredit von 3200 Franken zulasten des Voranschlags 2026 genehmigt. Für die Weiterführung der Überwachungsmessungen im Jahr 2027 werden Kosten von 9600 Franken in den Voranschlag 2027 aufgenommen.
Mit den laufenden Überwachungen werde die Entwicklung der Hangbewegungen weiterhin verfolgt und die Grundlage für zukünftige Entscheidungen bereitgestellt, schreibt der Gemeinderat. Der Schulbetrieb an der Basisstufe Speicherschwendi könne unverändert weitergeführt werden.
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Gemeinderat setzt auf Kunstharzinjektionen 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-10-09 13:26:00
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