Der Sommer 2026 dürfte zum Sommermärchen für Urlaubsziele vor der Haustür werden. Denn wegen der unsicheren Lage im Nahen Osten – Stichwort Iran-Konflikt – zieht es die Österreicher jetzt wieder verstärkt nach Italien, Kroatien und auch ins eigene Land.
„Die Leute wollen Sicherheit, Planbarkeit und keine langen Anreisen mit Umsteigen“, sagt Martin Fast, Geschäftsführer von Dertour Austria (Billa Reisen), dem nach der TUI zweitgrößten Reiseveranstalter am heimischen Markt. Das Motto für viele Kunden lautet also offenbar: Stabilität schlägt Exotik und Risiko.Buchungszahlen sprechen klare SpracheTatsächlich sprechen die jüngsten Buchungszahlen eine klare Sprache: In den vergangenen sechs Wochen, seit Beginn des Iran-Kriegs, verzeichnete Dertour ein Plus von 33 Prozent bei Urlaubsbuchungen in Österreich, 28 Prozent in Italien und 18 Prozent in Kroatien im Vergleich zum Vorjahr.Griechenland hingegen schwächelt leicht, weil viele Reisende insbesondere Kreta aufgrund des dort in Souda befindlichen US-Militärstützpunkts meiden. Auch Zypern ist weniger gefragt.Bei den Fernzielen steigen die Buchungen zu Destinationen wie der Dominikanischen Republik, Mexiko, Jamaika oder Südafrika. „Die Leute wollen weg, aber nicht ins Ungewisse“, sagt Fast.
Reisende aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien gehören mit durchschnittlichen Tagesausgaben (ohne An- und Abreise) von 531 Euro bzw. 491 Euro pro Person laut Tourismusmarketing-Organisation Österreich Werbung zu den ausgabenfreudigsten. Das gilt auch für Gäste aus China mit im Schnitt 492 Euro.
Zum Vergleich: Urlauber aus Österreich geben täglich 179 Euro aus.
Bulgarien als ÜberraschungssiegerDer Überraschungssieger ist heuer aber Bulgarien: Die Buchungen haben sich fast verdoppelt. Der Grund: gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und kurze Flugzeiten.Iran-Krieg wirft auch Schatten auf Tourismus in ÖsterreichDer Krieg im Nahen Osten hinterlässt aber auch Spuren im heimischen Tourismus. Bei den arabischen Urlaubern sowie bei Gästen aus Israel und Fernost kam es laut Österreichischer Hotelvereinigung bereits zu ersten Stornos. Bei diesen Reisenden sind normalerweise vor allem Wien, Salzburg und auch Tirol beliebt – mit starken regionalen Unterschieden. Ein Hotspot für arabische Touristen ist beispielsweise Zell am See. In Summe buchten die arabischen und israelischen Gäste 2025 rund 2,6 Millionen Übernachtungen in Österreich – gut 1,5 Millionen davon stammten von Ersteren.
Überraschungssieger – Weltweite Spannungen: Urlaub in der Nähe boomt! 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-04-09 20:55:22
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