Vorgängig zur Hauptversammlung bot sich den Vereinsmitgliedern die Möglichkeit, den neu ebenfalls zum Nutzen der Geschäftsstelle eingerichteten dritten Stock im «roten Haus» am Landsgemeindeplatz zu besichtigen. An der Versammlung betonte Guido Buob mit Augenzwinkern, dass der Kostenrahmen − im Gegensatz zu demjenigen beim Umbau der Liegenschaft für deren Bezug vor zwei Jahren − eingehalten worden sei.
Herausforderndes Zusammengehen
In seinem Blick auf das vergangenen Jahr betonte VAT-AI-Präsident Sepp Manser, dass «einiges» den Vorstand beschäftigt habe. Er verwies auf das Veloweggesetz, die Verkehrsführung in Appenzell, das angedachte Parkleitsystem, die Parkiergebühren, aber auch Windräder, Übernachtungsstatistiken und vieles mehr. Vieles habe bewegt, gefordert, gefreut, anderes aber auch aufgeregt oder zumindest ein Kopfschütteln ausgelöst.
Entsprechend wünschte «Meglisalp-Sepp» dem «ganzen Appenzeller Tourismus künftig ruhigere Gewässer». Es habe sich viel getan im Hintergrund. Dabei verwies Manser auf die Zusammenarbeitsvereinbarung mit der Ausserrhoder ATAG. Aus dem VAT-AI-Vorstand wurden nebst dem Präsidenten auch Josef Schmid und Alfred Koller in den Ausschuss delegiert. Manser zog das Fazit: «Der angedachte Zeitplan zur Umsetzung hat sich im Nachgang und aus heutiger Sicht als sehr ehrgeizig, fast zu schnell und enorm ambitiös erwiesen.» An Details diskutiere man bis heute, auch wenn die Zielvorstellung und die Kernaufgabe in beiden Kantonen die gleiche sei, die Vorstellung der Herangehensweise sowie die Umsetzung werde nicht in beiden Organisationen gleich angeschaut.
«Allein die unterschiedliche Rechtsform Verein versus Aktiengesellschaft bringt unweigerlich unterschiedliche Verfahren mit sich.» Unterschiedliche Auffassungen in der operativen Umsetzung führten zu Diskussionen, welche schlussendlich in der Nicht-Anstellung des ATAG-Geschäftsführers im VAT endeten. Manser bezeichnete die Situation als eine grosse Herausforderung für beide Seiten.
Nichtsdestotrotz hielten die beiden Ausschüsse am Zeitplan fest. Zwar trafen gemäss Manser unterschiedliche Arbeitsweisen und Arbeitskulturen aufeinander und mussten zu einem Ganzen geformt werden. Grundsätzlich sei dies den Ausschüssen gelungen. «Der Prozess ist heute auf einem guten Weg und konnte dank der Mandatsübernahme von Vorstandsmitglied Josef Schmid auf eine Zielgerade geführt werden.» Schmid habe vorwiegend den operativen Teil eng begleitet, aber auch auf der strategischen Ebene einen engen Austausch mit ATAG-Vizepräsident Thomas Baumgartner gepflegt.
Noch Hausaufgaben zu erledigen
Sepp Manser erklärte weiter, dass die Zusammenarbeit auf der operativen Ebene in der Geschäftsstelle sehr gut funktioniere und das ganze Team mit viel Motivation und vor allem viel Fachkompetenz arbeite. Im gleichen Zug erwähnte er die beiden Geschäftsstellen in Urnäsch und Heiden, welche «ebenso kompetent das ganze Appenzellerland vertreten und repräsentieren».
Der VAT-AI-Präsident verschwieg aber nicht, das auf der strategischen Ebene noch Hausaufgaben erledigt werden müssen. Eine dieser Aufgaben sei die Trennung der operativen und der strategischen Leitung. Dies müsse sehr kurzfristig gelingen. Denn ständige Reportings und Erklärungen gegenüber der strategischen Ebene behinderten ein effizientes Arbeiten der Geschäftsstelle.
Auf die Tourismus-Akzeptanz in Innerrhoden gerichtet, gestand Sepp Manser, dass es ihn persönlich sehr beschäftige, dass er aus Innerrhoder Kreisen vereinzelt den Wunsch nach einer Gäste- und Touristenregulierung wahrnehme. «Es herrscht da und dort eine Haltung, welche uns allen leicht zum Bumerang werden könnte.»
Er wisse, dass nicht alle im gleichen Umfang vom Tourismus profitieren, «aber von den bekannten Marken Appenzell, Alpstein, Säntis, Käse, Bier, Biberli, Alpenbitter, Heiden, St. Anton, Gäbris, Hundwiler Höhi, Ebenalp, Kronberg, Herisau und Hoher Kasten profitieren alle», wobei die Aufzählung nicht abschliessend und schon gar nicht wertend sei.
Hochzeit als Ziel
Der Geschäftsbericht, aber auch die Jahresrechnung wurden genehmigt und das Budget 2026 − wohl wissend, dass das laufende Jahr wegen der Zusammenarbeit mit der ATAG rote Zahlen generieren wird − ohne Abstimmung zu Kenntnis genommen. Geschäftsführer Guido Buob schaute auf die im abgeschlossenen Jahr erreichten Höhepunkte sowie die operativ anstehenden, während Josef Schmid als Fachmann für Fusionen aufzeigte, welche Herausforderungen vom zuständigen Ausschuss zu meistern waren. Insgesamt zeigte er sich aber zuversichtlich, dass nach der «Verlobung» von VAT Appenzell Innerrhoden und ATAG dereinst zur Hochzeit geladen werden kann.
Roland Dähler verabschiedet
Auf die Hauptversammlung hin demissionierten Josef Schmid (als Vertreter der Bergbahnen) und Bruno Inauen (Verband Detailhandel Appenzell). Die beiden wirkten seit 2017 beziehungsweise 2021 im Vorstand mit. Als ihre Nachfolger waren Dominik Breu (designierter Verwaltungsratspräsident der Ebenalp-Bahn) und Aline Margreiter-Brühwiler (seit 2023 im Geschäft tätig) genehm. Sepp Manser würdigte die Demissionäre. Schmid habe nie den Hut der Bergbahnen, sondern stets den Mantel des Tourismus getragen. Und an Inauen gerichtet lobte er, dass sein Fokus zwar stets auf den Detailhandel gerichtet gewesen sei, er aber nie das Ganze aus den Augen verloren habe.
Verabschiedet wurde auch Markus Koster. Er trat nach drei Jahren als Revisor zurück. Sein Amt ging an Rechtsanwalt Michael Manser weiter.
Letztmals als Volkswirtschaftsdirektor an der Tourismushauptversammlung nahm Roland Dähler teil, der seit 2019 von Amtes wegen im Gremium sass. Seine Nachfolge bestimmt die Landsgemeinde am 26. April. Dähler betonte in seinem Rückblick auf die vergangenen sieben Jahre in der Standeskommission, dass der Tourismus ihn mehr beschäftigt habe, als er anfänglich erwartete. Doch es sei eigentlich klar, denn der Tourismus sei in Innerrhoden ein zentraler Bereich der Wirtschaft. Landammann Dähler erinnerte an Höhepunkte seiner Amtszeit und insbesondere an die Erarbeitung der «Tourismuspolitik» mit ihren 20 Massnahmen. Vieles davon sei bereits umgesetzt, das Parkleitsystem komme 2027 und an der letzten Sitzung der Standeskommission vor der diesjährigen Landsgemeinde werde voraussichtlich über die Ortsbus-Einführung entschieden.
«Diesmal muss es gelingen
Roland Dähler schaute aber auch noch auf die Zusammenarbeit der beiden Kantone im Bereich Tourismus. Sie sei sehr wichtig und werde von beiden Regierungen unterstützt (siehe Frontartikel). Oft sei ein Zusammengehen gescheitert, diesmal müsse es einfach gelingen. Dähler glaubt daran, obwohl es Schwierigkeiten gab.
Abschliessend machte der Volkswirtschaftsdirektor noch Werbung für das neue Veloweggesetz, das vor die Landsgemeinde kommt. Es sei wichtig für den Kanton und biete die Grundlage, damit die Bezirke den Netzplan erarbeiten können.
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Den Vereinsmitgliedern klaren Wein eingeschenkt 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-04-01 17:32:25
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