18 Mitglieder der Elektra-Korporation Reute sowie sechs Gäste besuchten am Freitag, 27. März, die Generalversammlung in der Schützenstube von Reute. Präsident Jakob Heierli stieg nach der Begrüssung sogleich in die ordentlichen Traktanden ein. Diese wurden zügig abgearbeitet. Nach den turbulenten Jahren mit dem Energiepreishöhepunkt 2022 sind die Stromtarife 2026 wieder deutlich günstiger geworden. Im Versorgungsgebiet der Elektra Reute wird circa ein Drittel des gesamten Energiebedarfs durch Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) von Mitgliedern produziert, war an der Generalversammlung zu erfahren. So erfreulich die Tarifreduktionen für die Strombezüger seien, so schwierig sei die Situation für die PV-Betreiber, hiess es weiter. Aufgrund der aktuellen Marktsituation werde den Stromproduzenten nur noch der sogenannte Referenzmarktpreis für die gelieferte Energie vergütet; der Bund garantiere zwar einen Mindestbetrag, doch sei dieser weit entfernt von den Vorjahrespreisen.
In seinem Jahresbericht erwähnte Präsident Jakob Heierli vor allem die Umstellung der Stromzähler auf «intelligente Energiemessgeräte» (Smart Meter) im gesamten Versorgungsgebiet. Ausserdem waren in zahlreichen Besprechungen die Vorbereitungen zum Zusammenschluss mit den Elektras Oberegg und Schachen vorangetrieben worden. Auch die alternative Verkaufsmöglichkeit an die St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke (SAK) wurde endgültig geklärt.
Gemeinsame Elektra Oberegg-Reute-Schachen
Der Projektleiter des Zusammenschlusses, Matthias Rhiner aus Oberegg, erläuterte in der Folge die aktuelle Situation. Ziel sei es, die Elektra Reute zusammen mit der Elektra Schachen unter dem Dach der gemeinsamen Elektra Oberegg-Reute-Schachen, kurz ORS, zusammenzuführen. An einem Informationsanlass vom 6. Februar wurden alle Beteiligten über die neue Elektra und deren Statuten informiert.
Einige Mitglieder meldeten während der öffentlichen Vernehmlassung im Februar 2026 Ergänzungs- und Änderungsvorschläge zum vorgelegten Zusammenschlussvertrag und zu den neuen Statuten mit einem zusätzlichen Geschäftsreglement. Diese Dokumente liegen nun bei den Kantonen Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden für eine formelle Überprüfung, da von beiden eine Genehmigung für den geplanten Zusammenschluss erforderlich ist (Grosser Rat und Regierungsrat). Ebenso muss die Auflösung der beiden Elektras Reute und Schachen-Reute durch den Ausserrhoder Regierungsrat genehmigt werden.
Ausserordentliche HV nötig
Damit eine Gründung per 1. Januar 2027 realistisch ist, soll eine ausserordentliche Hauptversammlung der drei Elektras am 8. Mai 2026 stattfinden. In dieser soll zuerst nochmals gemeinsam über die Auflösung der Elektras Reute und Schachen-Reute und den Zusammenschluss orientiert werden. Anschliessend muss gleichzeitig, aber in drei getrennten Räumlichkeiten über die Auflösung, die Gründung und den Beitritt zur neuen Elektra ORS (Oberegg-Reute-Schachen) abgestimmt werden. Matthias Rhiner hat sich an der Generalversammlung der Elektra-Korporation Reute vorsichtig optimistisch gezeigt, die hängigen Vorarbeiten mit beiden Kantonen rechtzeitig unter Dach und Fach zu bringen.
In der folgenden Diskussion wollte ein Mitglied genauere Auskunft über einen bestimmten Grund des Rückzuges der SAK vom provisorisch unterbreiteten Kaufangebot. Präsident Heierli und der als Gast anwesende Präsident der Elektra Oberegg antworteten darauf. Vor allem technische Schwierigkeiten durch die damit verbundene Aufteilung des seit rund 2010 natürlich zusammengewachsenen Netzes der drei Elektras, neue Zugangs- und Nutzungsberechtigungen und eine Verschlechterung der Versorgungssicherheit (keine redundante Netzinfrastruktur) hätten den Ausschlag dafür gegeben.
Präsident Jakob Heierli bat zum Schluss der Versammlung alle Mitglieder der Elektra Reute, an der entscheidenden Abstimmung vom 8. Mai teilzunehmen.
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Elektra-Korporation mitten im Schlussspurt 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-04-05 12:00:00
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