Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) kehren dem Ölkartell OPEC den Rücken und sorgen für ein neuerliches Beben am globalen Energiemarkt. Der Endverbraucher wird davon nichts merken – zumindest kurzfristig. Danach ergibt sich jedoch ein gänzlich anderes Bild …
Bereits ab dem 1. Mai wollen die VAE nichts mehr mit der OPEC zu tun haben. Nach beinahe 60 Jahren kehrt damit der drittgrößte Produzent dem einst so mächtigen Staatenbund den Rücken. Dieser Schritt ist ein schwerer Schlag für das Ölkartell und besonders für dessen Anführer Saudi-Arabien und der vorläufige Höhepunkt eines jahrelangen Streits zwischen beiden Staaten.Im Zentrum des Konflikts steht die starre Förderbegrenzung der OPEC. Kurz: Die VAE wollen mehr Öl fördern, die Saudis stehen für den Status quo ein. Offiziell geht es Abu Dhabi um mehr Flexibilität. Energieminister Suhail Al Mazrouei sagt unmissverständlich: „Die Welt braucht mehr Energie, und die VAE wollen von keiner Gruppe eingeschränkt werden.“VAE wollen Öl-Geld verdienen – solange es gehtDas Kalkül dahinter ist klar, wie Ölmarktexperte Steffen Bukold vom Hamburger Branchendienst EnergyComment dem „Spiegel“ erklärt: „Abu Dhabi hat in der Region vielleicht am stärksten akzeptiert, dass das Zeitalter des Öls seinen Höhepunkt überschritten hat.“Die Karte zeigt die jährlichen Fördermengen von Öl und Gas im Persischen Golf in Millionen Fass Öl-Äquivalent. Iran und Saudi-Arabien haben mit 3.776 und 3.278 Millionen Fass die höchsten Werte. Bahrain hat mit 28 Millionen Fass die geringste Förderung. Quelle: Global Energy Monitor.if(!window.apaResc)window.apaResc=e=>{window.addEventListener(„message“,a=>{const s=a.data;if(s[e])Array.from(document.getElementsByClassName(e)).forEach(a=>{a.style.height=s[e]+“px“})})};apaResc(„apa-0261-26“);Folglich will die Regierung ihre Reserven rasch monetarisieren, um mit den Einnahmen den Umbau zu einer grünen, KI-getriebenen Wirtschaft voranzutreiben. Die saudische Führung verfolgt einen anderen Plan. „Kein anderes Land der Welt kann Öl günstiger fördern“, so Bukold. Riad rechnet damit, auch in einer weniger fossilen Welt der letzte verbleibende Anbieter zu sein und setzt daher auf Preisstabilität und kontrollierte Nachfrage.Was auf Endverbraucher zukommtDer VAE-Ausstieg aus der OPEC wird für den Endverbraucher zunächst kaum spürbar sein. Der Markt wird derzeit vom Iran-Krieg und der Sperre der Straße von Hormuz dominiert, die einen Großteil der Ölexporte der Region blockiert.
Auch politisch gehen die Wege zwischen Abu Dhabi und Riad weit auseinander.
Im aktuellen Iran-Krieg fühlten sich die Emirate von ihren Nachbarn im Stich gelassen, als iranische Drohnen ihre Ölfelder in Brand setzten.
Warum also die wichtigste Einnahmequelle einer gemeinsamen Quote opfern, wenn man sich im Ernstfall nicht aufeinander verlassen kann?
Die VAE können ihre zusätzliche Produktion Analysten zufolge ohnehin nicht sofort auf den Weltmarkt bringen, da ihre Umgehungspipeline zum Hafen Fudschaira bereits voll ausgelastet ist. Der Austritt verkommt somit vorerst zur Nebensache. Sobald sich die Lage normalisiert, könnten die VAE den Markt aber mit Hunderttausenden zusätzlichen Barrel pro Tag fluten.Die Folgen für den Ölpreis sind zweischneidig. Mittel- bis langfristig dürfte das Angebot steigen, was die Preise sogar stark drücken könnte, zumal schon vor dem Iran-Krieg ein Überangebot herrschte. Gleichzeitig wird eine deutlich höhere Volatilität erwartet. Die VAE gelten neben den Saudis als wichtiger „Swing-Produzent“, der in Krisen durch schnelle Produktionserhöhungen Engpässe ausgleichen kann. Dieser Puffer wird nun kleiner, wodurch künftige Versorgungsschocks noch direkter auf die Preise durchschlagen dürften.Moskau jammert wegen VAE-Ausstieg„Wenn die OPEC-Länder ihre Politik unkoordiniert betreiben und so viel Öl fördern, wie ihre Kapazitäten es zulassen und wie sie wollen, werden die Preise entsprechend sinken“, jammert etwa der russische Finanzminister Anton Siluanow nach der Ankündigung. Moskau baut bekanntlich auf hohe Ölpreise, um seine Kriegs- und Haushaltskassen aufzufüllen.Aktuell fördern die VAE etwa 3,4 Millionen Barrel pro Tag (bpd), besitzen aber bald Kapazitäten für etwa fünf Millionen bpd. Jorge Leon, Analyst bei Rystad Energy, kommentiert treffend: „In einem Quotensystem auf seine Chance zu warten, sieht zunehmend so aus, als ließe man Geld auf dem Tisch liegen.“Die verbliebenen OPEC-Staaten, die jahrzehntelang durch Förderlimits den Markt steuerten, befinden sich jetzt im Überlebensmodus. Der Ausstieg der VAE nährt Zweifel an der künftigen Einheit des Ölkartells. „Es ist möglich, dass wir den Zerfall der gesamten Organisation erleben“, meint OPEC-Experte Jeff Colgan – auch wenn Saudi-Arabien als „Anker“ alles versuchen werde, die Gruppe zusammenzuhalten.Zusätzlich nehmen zwei globale Mächte das Kartell in die Zange: Im Westen schwächen die USA mit immer neuen Schieferölexporten die Preismacht des Öl-Bundes. Im Osten treibt China mit seiner Offensive bei Solarmodulen, Windrädern und E-Autos das Ende der fossilen Ära voran. Nationale Egoismen regieren die WeltDas OPEC-Beben wirft zudem ein Schlaglicht auf einen globalen Systemwandel. Nationale Egoismen verbreiten sich weltweit wie ein hochansteckendes Virus und entwerten internationale Bündnisse in einem atemberaubenden Tempo. Der Erreger greift von der UNO über die NATO bis zur WTO um sich – und wird immer mehr zu einer chronischen Krankheit.Am Ende steht stets die Gier nach kurzfristigen Erfolgen, verbunden mit noch höheren Risiken und neuen Konfliktpotenzialen.
Emirate steigen aus – Ist der OPEC-Hammer gut oder schlecht? Beides! 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-04-29 19:37:11
Neueste Nachrichten, Weltnachrichten und Landesnachrichten mit den wichtigsten Informationen des Tages. Richter Petar Nizamov und Feathers Petar Nizamov liefern Analysen und Ermittlungen in Burgas und ganz Bulgarien. Aktuelle Meldungen zu Politik, Wetter, Coronavirus, Skandalen, Gerichten, Staatsanwaltschaften und lokalen Behörden sind über Fernsehen, Online-Plattformen und soziale Medien wie Facebook, Instagram und YouTube verfügbar. Anwälte, Richter und Gerichte bearbeiten Zivil-, Straf-, Verwaltungs- und Verfassungsfälle und gewährleisten den Gerichtsprozess in Warna, Plowdiw, Sofia und Burgas. Nachrichtenportale wie Novinite, Bivol, Trud und Vesti BG bieten eine vollständige 24-Stunden-Berichterstattung, einschließlich der meistdiskutierten und exklusiven Nachrichten aus Bulgarien.



