Vor der Kirche begrüsste die Musikgesellschaft Brülisau unter der Leitung von Dirigent Urs Wieland die Erstkommunionkinder mit ihren Eltern und allen Gästen mit festlichen Klängen. Dann setzten die Kirchenglocken ein und endlich erschienen Kaplan Thomas Meli und Diakon Stephan Brunner mit den Ministrantinnen und Ministranten, um die aufgeregt zappeligen Kinder im weissen Kleid abzuholen. Feierlich schritt der kleine Zug in die Kirche ein.
«Vernetzt» durch Büchsentelefon
Der Altar war liebevoll geschmückt mit bunten Büchsen. Diese hatten die Kinder während der Vorbereitungszeit unter Anleitung von Religionspädagogin Luzia Fuster selber verziert. Im Hintergrund hing ein grosses Netz aus Schnüren, an dem grüne Papierstreifen mit den Namen der Erstkommunikantinnen und Erstkommunikanten befestigt waren. Die Telefonbüchsen und das Netz versinnbildlichten das diesjährige Motto des «Weissen Sonntags»: «Mit Jesus vernetzt».
Dass Maja Fritsche auch die Eggerstander Orgel bestens beherrscht, bewies sie, indem sie die fröhlichen Erstkommunionlieder virtuos begleitete. Antonia und Philipp Haas an Bassgeige und Hackbrett bereicherten den Festtag wunderbar mit feinen «öserigen» Klängen.
Anruf in den Himmel
Auch die Erstkommunikanten-«goofe» scheuten keinen Auftritt. Im Wechsel lasen sie unter anderem den Begrüssungstext und die Fürbitten. Zudem führten sie ein kleines Theater auf. Es erzählte die Geschichte des blinden Bartimäus, der von Jesus geheilt wurde.
Kaum hatten alle wieder in ihrer Bank Platz genommen, wurde es richtig spannend. Kaplan Thomas Meli kramte nämlich sein Handy hervor und verriet geheimnisvoll, dass er in diesem Moment im Himmel anrufen wolle. Er wolle Jesus berichten, dass sich in Eggerstanden sechs Kinder ungeduldig auf ihn freuen. Es tutete – und tatsächlich wurde am anderen Ende abgehoben: Der geheilte Bartimäus meldete sich.
Worte statt Zahlen
Der Kaplan spielte die Szene mit viel Humor und rief ins Handy «Jäää Bartimäus du bisches. Vo Dir hämmers vori grad ghaa.» Dann bat er lachend: «Holme doch bitte rasch de Jesus as Telifoo – oder schlooft er no?»
So mimte Meli ein vergnügliches Gespräch mit Jesus, welches Kinder wie Erwachsene kichern und lachen liess. Und er fragte ganz viele Dinge, auch dies: «Jesus bischt Du au eso e blonds Büebli gsi, wie de Fabian, wo Dii im Theater gpielt het?» Am Ende erklärte der Kaplan mit einem Augenzwinkern, Jesus habe gerade ziemlich pressant, weil so viele Kinder überall Erstkommunion feiern. Doch seine «Telefonnummer» sei leicht zu merken: keine Zahlen, sondern drei Worte: «Liebe, Glaube, Hoffnung» Damit könne man jederzeit im Himmel anrufen und man brauche nicht einmal ein Handy dazu.
Holzkreuz zur Erinnerung
Dann kam für die drei Mädchen und die drei Buben der grosse Moment: ihre erste heilige Kommunion. Dazu versammelten sich alle um den Altar, während ganz fein das Hackbrett erklang. Zum Andenken an diesen besonderen Augenblick erhielt jedes Kind ein gesegnetes Holzkreuz. Kaplan Thomas Meli riet ihnen dazu, dieses gleich heute noch gut sichtbar im Zimmer aufzuhängen.
Nach dem Auszug aus der Kirche ging es jedoch bestimmt nicht direkt nach Hause, sondern an einen festlich gedeckten Mittagstisch, um den festlichen Tag gemeinsam zu feiern.
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Erstkommunionfeier mit Anruf im Himmel 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-04-20 06:30:00
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