PFAS gelten als „Ewigkeitschemikalien“. Die Stoffe stehen im Verdacht, Mensch und Umwelt zu schaden – und ausgerechnet zum Weltumwelttag (5.6.) wird deutlich, wie wenig über ihren tatsächlichen Eintrag in Österreichs Gewässer bekannt ist. Wie aus einer Anfragebeantwortung des Umweltministeriums hervorgeht, kann derzeit niemand sagen, wie viel PFAS tatsächlich in Flüsse gelangen.
Wie viel PFAS („per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen“) tatsächlich in Österreichs Flüsse gelangen, kann derzeit niemand genau beantworten. Aus einer parlamentarischen Anfrage der Grünen an Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) geht hervor, dass die aktuell geltenden Abwasseremissionsverordnungen keine Emissionsbegrenzungen für PFAS enthalten. Die Stoffgruppe steht im Verdacht, Umwelt und Gesundheit langfristig zu belasten und wird deshalb auch als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet.Das Umweltministerium verfügt über keine Informationen darüber, ob und welche Unternehmen PFAS oder die ebenfalls umstrittene Trifluoressigsäure (TFA) in österreichische Gewässer einleiten. Die Zuständigkeit dafür liege bei den Gewerbebehörden und damit im Bereich des Wirtschaftsministeriums.„Das muss sofort aufhören!“Für die Grünen ist das ein unhaltbarer Zustand. „Wir müssen unsere Gewässer sauber halten – das sind wir den nächsten Generationen schuldig. Es darf nicht sein, dass auch bei uns in Österreich PFAS über das Abwasser in die Flüsse gelangt, so wie es in Deutschland bereits passiert. Das muss sofort aufhören! Diese Stoffe verschwinden nie wieder aus der Natur. Unsere klare Forderung lautet daher: Schützt unsere Flüsse vor den Ewigkeitschemikalien“, sagt Umweltsprecher Lukas Hammer.PFAS – je nach Art und Intensität – stehen im Verdacht auf eine mögliche Beeinträchtigung des Immunsystems sowie negative Auswirkungen auf Fruchtbarkeit und Entwicklung, Leberschäden und erhöhtes Krebsrisiko.Die Oppositionspartei kündigt deshalb eine Folgeanfrage an Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) an. Dieser soll offenlegen, ob es in Österreich Genehmigungen für die Einleitung PFAS-haltiger Abwässer gibt, welche Betriebe davon betroffen sind und welche Mengen dabei in Gewässer gelangen.EU-Grenzwerte werden übernommenGanz unüberwacht sind PFAS aber nicht: PFAS werden im Rahmen von Gewässeruntersuchungen regelmäßig gemessen. Zudem hat die EU inzwischen strengere Vorgaben beschlossen. Bis Ende 2027 muss Österreich neue Grenzwerte für insgesamt 25 PFAS-Stoffe in nationales Recht übernehmen. Bis dahin weiß niemand genau, wie viele dieser Chemikalien derzeit tatsächlich über Industrieabwässer in Österreichs Flüsse gelangen.
„Ewigkeitschemikalien“ – PFAS in Flüssen: Keiner kennt das wahre Ausmaß 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-06-04 21:19:28
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