Mitten im heißesten Juli der Messgeschichte und just an jenem Tag, an dem die österreichischen Dürre-Schäden mit einer Milliarde Euro beziffert wurden, nahm Leonore Gewessler bei Simone Stribl zum ORF-„Sommergespräch“ Platz. Das Klima, doch auch Migration, Extremismus und Budget kamen im zur Sprache – und gratis Freibäder für alle. Konnte Gewessler überzeugen? Bewerten Sie jetzt den Auftritt der Grünen.
„2050 wird uns die Hitze 20 Milliarden Euro im Jahr kosten“, malte die Grünen-Chefin und als ehemalige Klimaministerin Vorgängerin des zuletzt stark kritisierten Norbert Totschnig (ÖVP) schon vorab gegenüber der „Krone“ eine düstere Zukunft. „Es ist ein bisserl warm heute“, scherzte sie dann bei der Begrüßung durch Interviewerin Simone Stribl. Sie moderiert nach 2020 zum zweiten Mal den traditionellen Polit-Sommerreigen im ORF, der diesmal aus Spargründen – wie schon im Vorjahr – auf der Terrasse am Küniglberg über die Bühne geht. Sprühflascherl für den WürstlstandlerBauarbeiter, Landwirte und Würstlstandler: Sie alle hätten sich Unterstützung der Regierung erwartet und verdient, so Gewessler. Sie fordere von der Bundesregierung nicht nur finanzielle Mittel für akute Ausfälle, sondern „endlich wieder Klimaschutzmaßnahmen“. Vor allem Landwirte bräuchten Renaturierung. „Das sollte jetzt endlich ein Weckruf für die Bundesregierung sein.“ Mit einem Wasserspray am Tisch will sie deutlich machen: „So kühlt sich der Würstlstandler ab – weil die Regierung nichts liefert.“Wie hat sich Leonore Gewessler im ORF geschlagen? Stimmen Sie hier ab:
Erdäpfel und Rundumschlag gegen KoalitionAls Klimaministerin habe sie „sinnlose Autobahnprojekte“, gestoppt, der neue Verkehrsminister (Peter Hanke, SPÖ) hole alle wieder hervor. Ohne gesetzliche Verpflichtung auch der Bundesländer werde man den Bodenverbrauch nicht eindämmen, „weil auf einem Parkplatz wächst ka Kartoffel.“ Harte Worte packt sie gegen ihren Nachfolger, Totschnig aus: Er sei in der Versenkung verschwunden und „fahrlässig“, da er keine Lösungen präsentiere.In Schulen und Kindergärten etwa brauche es jetzt Kühlung, damit Kinder und Mitarbeiter „gesund lernen und arbeiten können.“ Koste es, was es wolle? Gewessler ausweichend: „Nichtstun kostet mehr. Warten wir, bis der erste Mensch umfällt im Hitzestau?“ Auch sie und Stribl schwitzen, das Gespräch der beiden hingegen plätschert …Oft kämen Menschen auf sie zu und würden sich bedanken, für das Klimaticket – dann würden ihre Augen leuchten. Mehr funkeln tun sie, als die Grüne erstmals auf Kickl zu sprechen kommt: „Er will, dass es uns schlecht geht, weil dann seine Umfragewerte hoch sind.“Ist ihr das Thema Flüchtlinge nicht wichtig?Angriffig wird Stribl dann erstmals beim Thema Ceuta: Die Grünen würden schweigen. „Nein“, entgegnet Gewessler und verweist, wie schon im Vorjahr am selben Platz (und ein Jahr zuvor ihr Vorgänger Werner Kogler), auf zu sanfte grüne Worte in der Vergangenheit. Europa sei ein Kontinent der Hoffnung, doch man brauche Menschlichkeit und Ordnung. „Wir müssen wissen und kontrollieren, wer kommt.“ Man sei vielleicht zu inkonsequent gewesen in der Kommunikation, aber „Extremisten, die Menschenrechte mit Füßen treten, sind unsere Feinde.“Erbschaftssteuer für Gratis-FreibäderOb die Grünen bei ihren Forderungen (Klimaticket, Gratis-Eintritte in Freibäder, kostenlose Menstruationsprodukte) nicht auf die angespannte Budgetsituation Rücksicht nehmen, fragt Stribl: Der Verkehrsminister gebe Milliarden aus, zudem würden Reiche nicht zur Verantwortung gezogen: „Bei den Porschebesitzern knallen die Korken.“ Ihre Budgetlösung: die Erbschaftssteuer. Dann könne man etwa in einer „Hitzekrise“ wie jetzt Freibäder gratis zur Verfügung stellen. Auch Christian Stockers Unglückssager zur Arbeit aller Mütter wird zum Thema: Gewessler erwarte sich, dass der Kanzler sich nicht nur entschuldige, sondern die Lebensrealitäten der Frauen und Männer „sieht, spürt und für Gerechtigkeit sorgt“.Heeresreform und SpitalsschließungenBei Thema Wehrdienst warte man noch auf einen Gesetzestext, davor werde sie sich nicht festlegen. Zivildiener sollten auf jeden Fall besser bezahlt werden, eine Verlängerung könne sie nachvollziehen – für eine grüne Zustimmung, müsse „das System besser werden für junge Menschen und sinnstiftend“.Als Ärztetochter sieht Gewessler Primärversorgungszentren als „richtigen Schritt“ und begrüße den „Kampf mit der Ärztekammer, den Gesundheitsminister Johannes Rauch begonnen hat.“ Braucht es jedes kleine Spital am Land? „Man muss in die Planung die Menschen einbeziehen“, weicht Gewessler aus. Sie könne sich aber vorstellen, aus kleinen Standorten Ärztezentren zu machen oder das Angebot einzuschränken. Zwischen Freiheitlicher Jugend und IdentitärenAm Ende des Gesprächs darf Leonore Gewessler noch zum Schlag gegen die Blauen ausholen: Man wisse nicht, wo die Freiheitliche Jugend aufhören und die Identitären anfangen. Und: „Herbert Kickl sitzt im Nationalrat und verwendet mit Freude die Begriffe der Rechtsextremen. Wenn der Mann schwadroniert von der homogenen Gesellschaft, da wird mir anders.“Kickl macht den AbschlussNicht nur inhaltlich, auch optisch beeinflusst übrigens die Hitze die Sommergespräche: Denn beim Dreh hatte es Montagabend noch 32 Grad – und das um 19.30 Uhr. Die Polit-Talks werden heuer wieder aufgezeichnet, der Sonnenstand bestimmt den Termin. Damit die Lichtverhältnisse für die Ausstrahlung um 21 Uhr einigermaßen gleich bleiben, rutschen die Aufzeichnungen jede Woche ein Stück nach vorn. FPÖ-Chef Herbert Kickl ist als Letzter am 7. September dann bereits ab 19 Uhr an der Reihe. Nächste Woche nimmt NEOS-Frontfrau Beate Meinl-Reisinger Platz.
Hat Grüne überzeugt? – Gewessler: „Am Parkplatz wächst ka Kartoffel“ 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-08-10 21:05:03
Neueste Nachrichten, Weltnachrichten und Landesnachrichten mit den wichtigsten Informationen des Tages. Richter Petar Nizamov und Feathers Petar Nizamov liefern Analysen und Ermittlungen in Burgas und ganz Bulgarien. Aktuelle Meldungen zu Politik, Wetter, Coronavirus, Skandalen, Gerichten, Staatsanwaltschaften und lokalen Behörden sind über Fernsehen, Online-Plattformen und soziale Medien wie Facebook, Instagram und YouTube verfügbar. Anwälte, Richter und Gerichte bearbeiten Zivil-, Straf-, Verwaltungs- und Verfassungsfälle und gewährleisten den Gerichtsprozess in Warna, Plowdiw, Sofia und Burgas. Nachrichtenportale wie Novinite, Bivol, Trud und Vesti BG bieten eine vollständige 24-Stunden-Berichterstattung, einschließlich der meistdiskutierten und exklusiven Nachrichten aus Bulgarien.



