Trotz Krisen, hoher Kosten und schwacher Industrie ist Österreichs Wirtschaft 2025 leicht gewachsen. Während Tirol und Wien zulegten, kämpften mehrere Bundesländer mit Rückgängen. Für 2026 erwarten Experten eine vorsichtige Erholung …
Die heimische Wirtschaft konnte 2025 trotz eines schwierigen Umfelds leicht wachsen. Das zeigt eine Analyse der UniCredit Bank Austria. Nach einer vorsichtigen Erholung zu Beginn des Vorjahres sorgte der Nahost-Krieg aber doch für eine Abkühlung der Konjunktur. Insgesamt erreichte Österreich ein Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent im Jahr 2025.Getragen wurde dieses vor allem vom öffentlichen Sektor und in geringerem Ausmaß vom privaten Konsum. Die Investitionen stiegen leicht, während der Bausektor weiterhin schwächelte.Deutliche Unterschiede zwischen BundesländernDie wirtschaftliche Entwicklung verlief regional sehr unterschiedlich. Vergleichsweise hohe Wachstumsraten verzeichneten Tirol mit 1,9 Prozent und Wien mit 1,1 Prozent, getrieben von der öffentlichen Hand. Beide Bundesländer profitierten aber auch von einer starken Pharmaindustrie und dem Dienstleistungssektor.Weniger gut entwickelten sich dagegen jene Bundesländer, die stark von der Industrie abhängig sind. Kärnten verzeichnete mit minus 0,9 Prozent den stärksten Rückgang der Wirtschaftsleistung, während Oberösterreich mit minus 0,2 Prozent ebenfalls leicht in der Rezession blieb. Verantwortlich dafür waren vor allem die schwache Entwicklung im Maschinenbau, in der Metallverarbeitung sowie die insgesamt verhaltene Industriekonjunktur.Auch der Bausektor zog mehrere Bundesländer nach unten, insbesondere Vorarlberg, Kärnten und Oberösterreich. Positiv wirkten hingegen der öffentliche Sektor, das Grundstücks- und Immobilienwesen mit einem Plus von knapp drei Prozent sowie erstmals seit mehreren Jahren wieder der Handel, der in allen Bundesländern einen positiven Wachstumsbeitrag leisten konnte. Überraschend schwach verlief hingegen die Entwicklung im Tourismus. Trotz guter Nächtigungszahlen sank die Wertschöpfung um 1,4 Prozent, da hohe Energie- und Personalkosten die Erträge der Betriebe belasteten.Auch am Arbeitsmarkt zeigten sich regionale Unterschiede, auch wenn die Arbeitslosigkeit überall anstieg. Besonders stark traf es Oberösterreich und die Steiermark, die stark von der Industrie geprägt sind. Die niedrigsten Arbeitslosenquoten verzeichneten Salzburg und Tirol mit jeweils 4,5 Prozent. Wien blieb mit 11,9 Prozent weiterhin das Bundesland mit den meisten Personen ohne Job.Konjunkturausblick verhalten, aber positiv Für heuer erwarten die Ökonomen ein leichtes Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent. Das Umfeld bleibt herausfordernd, da geopolitische Konflikte die Energiepreise treiben. Eine Rezession sei aber trotzdem nicht abzusehen, geben die Experten der UniCredit Bank Austria Entwarnung.Positive Impulse sollen von leicht steigenden Investitionen, von einem besseren Konsumwachstum und einem Lageraufbau in der Industrie kommen. Viele Unternehmen bestellen derzeit vorsorglich Waren und Vorprodukte, um sich gegen mögliche Lieferkettenprobleme abzusichern. Das stabilisiert die Produktion und sei ein gutes Anzeichen für einen möglichen Aufschwung.
Industrieflaute – Welche Bundesländer beim Wachstum Verlierer sind 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-06-02 19:25:04
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