Die ORF-Redakteure gehen gegen den eigenen Stiftungsrat vor: „Unvereinbarkeiten von Mitgliedern des Stiftungsrates zeigen, dass das System so nicht funktioniert“, wurde in einer Stellungnahme erklärt. Zum ersten Mal in der Geschichte des öffentlich-rechlichen Senders gibt es ein Misstrauens-Votum gegen die Stiftungsrates.
Der ORF würde in einer schweren Krise stecken, erklärte der Redaktionsausschuss, der aus gewählten Redaktionssprecherinnen und -sprechern aus allen Bereichen besteht. Dafür gebe es mehrerre Gründe: Dazu zähle der überraschende Rücktritt von Roland Weißmann als Generaldirektor. Auch „die zum Teil unverständlich hohen Gehälter für manche Spitzenverdiener, während junge Kolleginnen und Kollegen mit wenig Geld auskommen müssen“, sind dem Redaktionsausschuss ein Dorn im Auge. Kritik an „Millionen-Abfertigungen“ und „toxischem Klima“„Millionen-Abfertigungen von Führungskräften“ stoßen dem Ausschuss offenbar genauso sauer auf wie den Gebührenzahlern. Die Berichterstattung über aktuelle und ehemalige Führungskräfte, „die sich offenbar unangemessen verhalten“ haben, hätten „ein toxisches Arbeitsklima geschaffen“. Zudem wurden interne Machtkämpfe, Fehden und Rechtstreitigkeiten unter ORF-Managern.kritisiert.Besonders das Verhalten des Stiftungsrats-Vorsitzenden Heinz Lederer und dessen Stellvertreter Gregor Schütze nach den Vorwürfen gegen Weißmann wurde scharf bemängelt: „Das gewählte Vorgehen mit öffentlichen Erklärungen zu den Gründen für den Rücktritt des Generaldirektors ist aus Sicht von Experten arbeitsrechtlich problematisch und kann finanzielle Schäden für den ORF nach sich ziehen“, heißt es in der Aussendung des Redaktionsausschusses.Zudem wird die Unabhängigkeit der beiden Vorsitzenden infrage gestellt, diese würden vielmehr SPÖ bzw. ÖVP-Interessen vertreten. Zudem gebe es auch wirtschaftliche Unvereinbarkeiten.
Misstrauens-Votum – Aufstand der ORF-Redakteure gegen Stiftungsrat 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-04-15 12:29:02
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