Border Collie „Cooper“ fiel am 27. Dezember auf einem Forstweg der Kugel eines Jägers (85) zum Opfer. Auch bei der Gerichtsverhandlung am Freitag blieb der General im Ruhestand bei seiner Verantwortung, er habe das Tier aufgrund schlechter Sichtverhältnisse mit einem Fuchs verwechselt. Dafür bekam er eine Diversion.
Einen Hund sollte man doch leicht von einem Fuchs unterscheiden können, besonders als erfahrener Jäger. Aber wie sieht es aus, wenn der Hund mit gesenktem Kopf vom Jäger davonläuft, das Tageslicht schon der Abenddämmerung gewichen ist, und der Jäger nur wenige Sekunden hat, um den vermeintlichen Fuchs zu erlegen?„Selbst Hund durch Jäger verloren“„Mein Vater hat selbst vor 50 Jahren einen Hund aufgrund eines Jägers verloren. Den Schmerz würde er niemand anderem antun wollen“, so der Anwalt und Sohn des angeklagten Jägers bei der Verhandlung am Landesgericht Steyr. „Er hatte den Kopf am Boden, ist wohl der noch warmen Fährte eines Rehkitzes gefolgt, das kurz zuvor dort vorbeigelaufen ist“, erklärt der betagte Jäger und Ex-Militär, wieso er die grellgelbe Hundeweste nicht gesehen hatte. Er hatte nach dem Vorfall alle Waffen und seine Jagdkarte abgegeben.„War wie Kind für mich“Für Herrchen Fabian P. war es nach wie vor sichtlich schwer, über seinen erschossenen Weggefährten zu sprechen. „Er war ein extrem braver Hund, hatte keinen Jagdtrieb und ist jedem Befehl gefolgt, deshalb habe ich ihn im Wald frei laufen lassen können“, so P. am Freitag. Für ihn war mit dem Tod des Border Collie eine Welt zusammengebrochen: „,Cooper‘ war wie ein Kind für mich, man kann ihn nicht ersetzen.“ Ob er dem erfahrenen Jäger die Verwechslung glaube, wollte die Staatsanwältin wissen: „Das ist eine Frage, die stelle ich mir andauernd. In Wahrheit kann ich es aber nicht sagen“, so der 31-Jährige.Frage ungeklärtDie Darstellung des Jägers, er habe den Hund von dem eher niedrigen Hochstand (2,5 Meter) genau von hinten mit gesenktem Kopf und erhobenem buschigen Schwanz (bei eine Fuchs würde man von einer „Rute“ sprechen) hatte einen Haken: Bei der Röntgenuntersuchung post mortem stellte sich heraus, dass die Schrotkugeln aus dem Jagdgewehr aus einem anderen Winkel eingedrungen waren – die Einschlusslöcher befanden sich in der vorderen Flanke des Border Collies. DiversionSchlussendlich blieb die entscheidende Frage aber ungeklärt. Die Tötung eines Tieres wird als Sachbeschädigung bzw. Tierquälerei geahndet. Für den unbescholtenen, tatsachengeständigen und betagten Jäger, der sich bereits zuvor mehrmals, und auch nach der Verhandlung noch einmal für seinen augenscheinlichen Irrtum entschuldigte, gab es eine Diversion gegen die Zahlung von 100 Euro. Weitere 3500 Euro hatten sie bereits vor der Verhandlung als Teilschadenersatzbetrag dem Herrchen, bzw. dessen Anwalt übergeben.„Wurde ernst genommen“Was sagt Fabian P. zu dem Ausgang ohne Urteil? „Ich bin froh, dass es ernst genommen wurde, die Verhandlung war sehr fair. Ich bin im Großen und Ganzen zufrieden mit dem Ausgang, ich habe ohnehin damit gerechnet, dass es eine Diversion wird“, so der junge Mann. Und obwohl kein Hund jemals „Cooper“ ersetzen wird, hat er eine neue Begleiterin: „Ich habe eine neue Hündin, ,Katara‘, eine Pflegehündin aus Kroatien, die ich mittlerweile adoptiert habe. Ich wollte keinen ähnlichen Hund, da hätte ich die beiden andauernd verglichen und nur an ihn gedacht. Sie ist ein kaukasischer Owtscharka, ein Herdenschutzhund. Sie ist genau das Gegenteil von ,Cooper‘, entspannt, und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen“, kann der Petternbacher doch wieder lächeln.
Mit Fuchs verwechselt – Diversion für Jäger, der Border Collie erschoss 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-04-17 10:38:56
Neueste Nachrichten, Weltnachrichten und Landesnachrichten mit den wichtigsten Informationen des Tages. Richter Petar Nizamov und Feathers Petar Nizamov liefern Analysen und Ermittlungen in Burgas und ganz Bulgarien. Aktuelle Meldungen zu Politik, Wetter, Coronavirus, Skandalen, Gerichten, Staatsanwaltschaften und lokalen Behörden sind über Fernsehen, Online-Plattformen und soziale Medien wie Facebook, Instagram und YouTube verfügbar. Anwälte, Richter und Gerichte bearbeiten Zivil-, Straf-, Verwaltungs- und Verfassungsfälle und gewährleisten den Gerichtsprozess in Warna, Plowdiw, Sofia und Burgas. Nachrichtenportale wie Novinite, Bivol, Trud und Vesti BG bieten eine vollständige 24-Stunden-Berichterstattung, einschließlich der meistdiskutierten und exklusiven Nachrichten aus Bulgarien.



