Die sichere und lange Gutwetterlage kam in diesem Frühjahr wie gerufen, sodass vor dem «Öberefahre» wunderbar «gheued» werden konnte. Ganze «Heemede, Bletz a Bletz» liessen die Landschaft wie eine kunstvolle Patchworkdecke erscheinen.
Zum Ausruhen blieb den Bauern und Sennen jedoch kaum Zeit, denn die Termine fürs «Öberefahre» standen bereits vor der Tür. Auch diesem war bis jetzt prächtigstes Wetter beschieden, welches viele Sennen noch freudvoller auf ihre Alpen ziehen liess.
Strahlender Sonnenschein liess die Farben der Trachten leuchten und den Schmuck glänzen. Die frische, klare Luft trug das heimelige Klingen des Singens und Zaurens, begleitet vom Schellenklang, weit übers Land. Inzwischen sind schon viele Alpen bestossen worden – so wie jene von Seealp, Sämtis, Soll, das Schwyzerälpli, Bommen und weitere.
Am frühen Donnerstagmorgen warteten in der Hauptgasse zahlreiche Touristen mit Kameras und Handys auf einen der Sennen, dessen Route durchs Dorf führte. Ein junges Paar war von der Szenerie so begeistert, dass die Frau kurzerhand mitging – mal trippelte sie mit den Geissen mit, dann mit den Kühen und sogar Schulter an Schulter mit dem Vorsenn. Nach einiger Zeit wurde sie freundlich angewiesen, das Senntum in gebührendem Abstand vom Strassenrand aus zu geniessen – so wie es auch auf der Seite des «Appenzell Tourismus» empfohlen wird.
Später begleitete ein angemeldetes Zweierteam von «SRF Kids» den «Bomme-Senn». Die drei «Gäsmeedle» und der «Gäsbueb» liessen sich davon kaum beeindrucken. Während sie aufmerksam auf die Geissenschar achteten, beantworteten sie geduldig die Fragen ins Mikrofon, das ihnen vor die Nase gehalten wurde. Weniger Freude daran hatten manche der vielen Fotografen, die an ausgesuchten Plätzchen ausharrten, um im richtigen Moment den nahenden Senn in den Fokus zu nehmen.
Andere Sennen wiederum verraten ihr «Öberefahr»-Datum nicht. Sie «lönd i aller Herrgottsfrüehni deheem aab» und ziehen ganz in Ruhe auf ihre Alp. Je näher die Sennen mit ihren Tieren der Alp kommen, desto öfter spitzen die Kühe ihre Ohren – sie spüren nämlich, dass ihre Sommerresidenz erreicht ist. Während sie sich sofort am feinen Alpengras gütlich tun, ruhen sich die Geissen auf dem weichen Stroh im «Gässställeli» aus. Mit gemütlichem «Schlafzimmerblick» beobachten sie die Sennen, die sich bei einem herzhaften «Fenz» ebenfalls erholen und den einmalig schönen Morgen Revue passieren lassen – in der Hoffnung auf einen gesegneten Alpsommer 2026.
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Morgenstund hat beim «Öberefahre» Gold im Mund 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-06-02 16:01:46
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