Die heute in Russland lebende Ex-Außenministerin Karin Kneissl sucht aktiv über die Kreml-Propaganda und in sozialen Netzwerken die Öffentlichkeit und verunglimpft dabei häufig ihre alte Heimat. Schreiben österreichische Medien darüber, beschwert sie sich erbost über die Aufmerksamkeit.
Kürzlich haben die kremlnahen Trolle Wowan und Lexus, die für ihre Späßchen mit Deepfakes bekannt sind und einst sogar Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hinter das Licht geführt hatten, bei der gefallenen Ministerin im russischen Dorf vorbeigeschaut (die „Krone“ berichtete). Ins Auge stachen dabei insbesondere Fotos in den Innenräumen, die Kneissl gemeinsam mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zeigten.Zum im Anschluss veröffentlichten Video schrieben die russischen „Prankster“: „Früher war sie eine europäische Diplomatin und Journalistin. Jetzt beginnt sie ihr Leben neu im tiefen ländlichen Raum von Rjasan – mit dem Fluss Oka an ihrer Seite, der an die Donau erinnert, und einem Dorfmarkt, der um ein Vielfaches angenehmer ist als ein österreichischer Supermarkt.“ In großen Worten wird zudem erklärt, dass Europa nicht mehr zu der Österreicherin passe, in der russischen Provinz habe sie angeblich mehr Freiheit gefunden.Holprige Wege durch den SchneesturmAuch wenn Kneissl auf Telegram einräumt: „Sicher ist das russische Dorf härter als das französische Dorf.“ Um in die Stadt Rjasan, wo sie einer ihrer Lehrtätigkeiten nachgeht, zu gelangen, müsse sie „nur“ zwei Stunden pro Strecke mit dem Auto fahren. Auf Straßen, die „gelinde gesagt herausfordernd sind“, schrieb die Wahlrussin am Dienstagabend auf Telegram. „Heute Morgen fuhr ich die Hunde und mich durch einen weiteren Schneesturm auf den holprigen Straßen“, erzählt Kneissl aus ihrem Alltag. Dennoch sei das viel einfacher zu bewerkstelligen als ihre monatliche Arbeitsreise in die nördliche Metropole Sankt Petersburg.„Habe einen fliegenden Teppich“Nicht unkommentiert lassen wollte die Ex-Ministerin die jüngste Berichterstattung über ihr bescheidenes Leben im russischen Holzhäuschen. „Zur Aufmerksamkeit der österreichischen Medien, die unter einer einzigartigen Art von pathologischer Besessenheit leiden und alle zwei Wochen Neuigkeiten über mein Leben veröffentlichen. … Ich habe einen fliegenden Teppich, den ich während meiner Vorlesungen im Iran zwischen 2005 und 2017 erhalten habe. Das Problem ist das schlechte Wetter in Russland, an solchen eisigen Tagen ist es unmöglich zu fliegen……also fahre ich und fahre und fahre…“, schrieb sie zynisch.Bestens bezahlt zu Putins DienstenKneissl hat sich nach ihrem Rückzug aus der österreichischen Politik in eine russische Propagandistin verwandelt: Ihre öffentlichen Kommentare unterscheiden sich kaum noch von der gewohnten Rhetorik der umstrittensten Sprachrohre des Kremls. Lange vor ihrer Ernennung zur Außenministerin begann die heute 61-Jährige regelmäßig nach Russland zu reisen. Heute wird ihre Pro-Putin-Haltung auch offiziell gut bezahlt: Laut Untersuchungen des russischen Exilmediums „Novaya Gazeta Europe“ in Kooperation mit dem „Standard“ sowie Angaben des Investigativmediums „The Insider“ übersteigen Kneissls Einkünfte in Russland sogar ihr Ministergehalt in Österreich.
Nach „Krone“-Bericht – Kneissl: „Österreichs Medien von mir besessen“ 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-04-29 21:17:37
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