Ein Busfahrer wurde nach einem Streit mit Jugendlichen in Wien über eine Treppe gezerrt und dabei verletzt. Jetzt sitzt der 57-Jährige mit elf Jugendlichen, die teils aus der U-Haft vorgeführt werden – auf der Anklagebank. Denn er soll gemeinsam mit seinem Sohn zu einer Racheaktion an den Tätern aufgerufen haben – die in massive Gewalt und eine grauenhafte Vergewaltigung ausuferte.
„Am 6. Oktober 2025 ist etwas sehr, sehr Schreckliches passiert. Man kann es sich fast nicht vorstellen“, leitete der Staatsanwalt im Wiener Landl ein. Wieder geht es um einen Fall von Selbstjustiz.Nachdem tags zuvor ein Busfahrer in der Donaustadt in Streit mit Jugendlichen geriet und von diesen über eine Treppe gezogen und verletzt wurde, soll dessen Sohn Freunde zusammengetrommelt haben, um Rache zu üben. „Es ist eine Gruppe intensiver Gewalttäter“, berichtet der Ankläger, dass einige der Jugendlichen eine IS-Affinität haben oder in der Pedo-Hunter-Szene aktiv sind. Der Jüngste war zum Tatzeitpunkt 14 Jahre jung, der Älteste ist 19.Raub, Vergewaltigung, Nötigung, KörperverletzungDie Bande machte sich auf die Suche nach den Busfahrer-Peinigern und forschte schließlich drei der Burschen, die am Vortag dabei waren, aus. Wie zahlreiche Videos belegen, richteten sie diese übelst zu und raubten sie auch aus. Am schlimmsten erwischte es den Jugendlichen, der den Angriff auf den Busfahrer gefilmt hatte.Die Bande vergewaltigte den Minderjährigen mit einem Gegenstand und filmte dabei. „Im Hintergrund sind Gelächter und Gejohle zu hören“, sagt der Staatsanwalt. Auch wurde das Opfer zusätzlich erniedrigt, indem es während der Vergewaltigung etwa laut sagen musste: „Es gefällt mir, Daddy.“Busfahrer mit Intensiv-Jugendtätern angeklagtAngeklagt sind elf Teenager – acht Burschen und drei Mädchen beschuldigt in unterschiedlichen Fakten – und der 57-jährige Busfahrer, der den Gegenschlag mit angestiftet haben soll. Der Mandant von Anwalt Normann Hofstätter bekennt sich dazu nicht schuldig: „Ihm ist selbst etwas Schreckliches passiert. Er wurde die Stiegen runtergezogen und landete verletzt im Spital. Da hatte er andere Sorgen, als Rachepläne zu schmieden“, sagt Hofstätter. Es wird vertagt.Übrigens: Das Verfahren für den Angriff auf den Busfahrer wird separat geführt und kommenden Mittwoch in Wien verhandelt. Da wird der jetzt beschuldigte Mann dann als Opfer auftreten.Erst am Donnerstag hatte die „Krone“ über einen Fall in Wien berichtet, in dem ein Vater mit seinen Brüdern Rache an den Peinigern seines Sohnes genommen hatte.
„Nicht vorstellbar“ – Selbstjustiz: Grausamer Gewaltakt an Burschen 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-06-19 19:00:24
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