Kurioses vom Küniglberg: Noch bevor Clemens Pig seine Bewerbung zum neuen ORF-Generaldirektor abgeschickt hat, droht ihm im Fall der Fälle juristisches Ungemach. Bislang gab es laut „Krone“-Informationen zwei Dutzend Kandidaten – darunter der Bruder der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
In etwa zwei Dutzend Personen haben sich laut Heinz Lederer, dem Vorsitzenden des ORF-Stiftungsrats, um den Posten des Generaldirektors beworben. Laut „Krone“-Informationen sind mit Clemens Pig, dem Favoriten und geschäftsführenden Vorstand der Austria Presse Agentur (APA), und Medienmanager Markus Breitenecker just die beiden aussichtsreichsten Kandidaten noch nicht unter den bisherigen Bewerbern – und das, obwohl die Frist am Donnerstag um 23.59 Uhr endet.Beide dürften das noch nachholen und das erforderliche, rund 60-seitige Konvolut an Unterlagen einreichen. Offen dürfte vorerst bleiben, wie es mit der aktuellen Interims-Chefin Ingrid Thurnher nach der Inthronisierung des neuen Chefs ab 1. Jänner weitergeht. Immerhin würde ein kolportiertes Rückkehrrecht auf den Posten als Radio-Chefin andere Polit-Pläne der Gremien wohl durchkreuzen.Ans Gesetz gehaltenWeil sich Lederer und Co. beim Bestellungsprozess an das Europäische Medienfreiheitsgesetz (EMFG) halten wollen, ist zumindest der Weg bis zur Entscheidung am 11. Juni fix vorgegeben. Am Montag wird eine aus allen umstrittenen Partei-Freundeskreisen besetzte Findungskommission die Bewerbungen sichten. Am 8. Juni gibt es mit den aussichtsreichsten Kandidaten dann ein öffentliches Hearing, bevor sich am 11. Juni die Stiftungsräte erklären – und abstimmen müssen. Etliche Bedenken gegen möglichen neuen GeneralFavorit bleibt bis dahin der ÖVP-Wunschkandidat Pig – und das, obwohl es vorab mehrere rechtliche Bedenken gegen seine mögliche Bestellung gibt. Kritiker drohen im Fall der Fälle damit, gegen diese wegen Postenschacher, Diskriminierung und fehlender Gleichstellung vorzugehen. Auch weitere Ansatzpunkte im Zuge der EU-rechtlichen Vorgaben dürften vorgebracht werden.„Es bleibt jedem selbst überlassen, rechtliche Schritte einzuleiten. Ich sehe dem positiv und gelassen entgegen“, erklärt Lederer. Brisant: Unter den bisherigen Bewerbern dürften sich internationale Medienmanager tummeln. Interesse für den Posten hinterlegt haben soll auch der deutsche Medienmanager Hans-Holger Albrecht – er ist der Bruder von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Er selbst dementiert jedoch, sich auch beworben zu haben.
Noch vor der Bewerbung – Pig droht bei Wahl zum ORF-Chef ein Rechtsstreit 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-05-27 18:29:03
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