Am 12. April wählt Ungarn ein neues Parlament und Regierungschef. Viktor Orbáns politischer Kurs bringt Ungarn zunehmend in Konflikt mit der EU. Die Folgen könnten Arbeitsmarkt und Wirtschaft im Burgenland nachhaltig verändern.
Morgen entscheidet Ungarn über seine politische Zukunft. Für das Burgenland ist diese Wahl keine ferne Richtungsentscheidung, sondern eine Frage mit möglichen Folgen für Arbeitsmarkt, Unternehmen und tausende Menschen, die zwischen beiden Ländern leben und arbeiten. Viktor Orbáns außenpolitischer Kurs bringt Ungarn zunehmend in Konflikt mit der EU und setzt damit genau jene Verbindungen unter Druck, von denen auch das Burgenland zum Teil abhängig ist.Rund 24.000 Ungarn arbeiten im BurgenlandRund 24.000 Ungarn arbeiten im Burgenland – beim EU-Beitritt im Jahr 2005 waren es nur rund 5000. Gleichzeitig leben immer mehr Ungarn dauerhaft im Burgenland. Anfang 2025 waren es 8498, die meisten im Bezirk Oberwart. Viele pendeln täglich, andere haben ihren Lebensmittelpunkt hier. In zahlreichen Betrieben sind ungarische Arbeitskräfte fixer Bestandteil des Personals.Auch Zoltán Szabadfi hat viele Jahre im Burgenland gearbeitet, heute lebt und arbeitet er wieder in seinem Heimatland Ungarn und unterstützt die Bewegung rund um Péter Magyar. Früher wählte er Viktor Orbán. Seine Sicht auf die Wahl richtet sich auf die Folgen über die Grenze hinweg. „Wenn Orbán Ministerpräsident bleibt, dann wird Ungarn in naher Zukunft Probleme mit der EU bekommen und das wird man auch im Burgenland spüren“, sagt Szabadfi.Sei es in der Gastronomie, im Gesundheitswesen oder im Tourismus. Szabadfi macht dafür die Politik der letzten Jahre verantwortlich. „Ukraine, Krieg, Brüssel. Bei Orbán geht es immer um die Bedrohung von außen.“ Daraus entstehe ein Klima, in dem Angst zur politischen Grundlage wird. „Den Menschen wird genau das vermittelt und gleichzeitig gesagt, dass nur die Regierung sie schützen kann.“
Péter Magyar geht ins ganze Land, spricht direkt mit den Menschen und erreicht damit auch jene, die sich lange nicht kritisch geäußert haben. Für Szabadfi ist Magyar daher ein echter Hoffnungsträger für einen politischen Kurswechsel und eine klare Orientierung am Westen. Er baut dabei auf Ungarn im Burgenland, die diese Wahl mitentscheiden könnten.Szabadfi verbindet damit auch eine persönliche Hoffnung. „Ich liebe mein Land und die Leute und finde unsere Kultur wunderschön. Es ist traurig, dass ich mich mittlerweile in Europa für das schämen muss, was meine Regierung macht. Ich hoffe, das sind die letzten Stunden dieses Hybrid-Regimes.“
Orbán oder Magyar? – Die Ungarn-Wahl und die Folgen fürs Burgenland 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-04-11 18:38:06
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