Seit Jahren treiben sie in Wien ihr Unwesen und knackten seit 2022 knapp 150 Wohnungen mit giftiger und ätzender Salpetersäure. Nun kann die Polizei einen ersten großen Erfolg vermelden: Zwei Georgier gingen ins Netz, nachdem sie im dritten Bezirk auf frischer Tat bei einem versuchten Coup überrascht wurden.
Die Serie an unheimlichen und äußerst ungewöhnlichen Einbrüchen in der Bundeshauptstadt läuft nun schon seit mehr als vier Jahren. Der Modus Operandi der georgischen Säurebande ist dabei immer gleich: Erst werden Häuser – beinahe ausschließlich jene mit einer Bauweise der 60er- und 70er-Jahre – ausspioniert und stockwerksweise mit hauchdünnen Kleberfäden am Türrahmen markiert. Durch die Fäden wissen die Einbrecher genau, wer gerade im Urlaub weilt und wer nicht. Eine Masche, die vor allem in klassischen Urlaubszeiten wie aktuell großen Erfolg hat. WWF-Chefin wurde ebenfalls zum OpferSo gelang es der Bande, die wohl in mehreren unabhängigen Teams auf Beutezug geht, erst kürzlich die Sommerferien für sich zu nutzen. Die Schlösser von mindestens 18 Wohnungen in der Inzersdorfer Straße, der Heigerleinstraße, der Alszeile, der Luzegasse, der Mendelssohngasse, der Stavangergasse, der Speckbachergasse und in der Holbeingasse wurden mit giftiger und ätzender Salpetersäure beträufelt und damit aufgelöst. Auch WWF-Chefin Andrea Johanides erzählte der „Krone“, wie sie zum Opfer der Einbruchsserie wurde. Parkettböden verätzt, Türschlösser aufgelöstAbgesehen haben es die Georgier, die für ihre Taten immer direkt per Flugzeug über Bratislava oder direkt über Schwechat einreisen dürften, nur auf Geld, Gold und Schmuck. Andere Wertgegenstände werden einfach zurückgelassen. Die Schäden sind jedoch enorm: Fast in allen Fällen berichten Betroffene über völlig verätzte Parkettböden, die Türen müssen ausgetauscht werden, die Feuerwehr muss die Häuser belüften. Bisher gab es zum Glück nur wenige Leichtverletzte durch die ätzende Säure. Georgier-Duo wurde auf frischer Tat ertapptWährend die Polizei rätselte, warum die Bande, die über Jahre vor allem in den inneren Bezirken zugeschlagen hatte, plötzlich eher in den äußeren Bezirken wütete, kam wieder der bisher beliebteste Bezirk, die Landstraße, zum Zug. Konkret schlichen sich zwei Georgier in der Nacht auf Sonntag in ein Haus in der Hafengasse ein. Dort verätzten sie um kurz nach zwei Uhr gerade die Schlösser mehrerer Türen mit der Säure, als sie auf frischer Tat ertappt worden sein dürften. Womöglich war es ein Bewohner des Hauses, der auf die verdächtigen Geräusche aufmerksam wurde. Flucht endete auf der A4 in NiederösterreichDer 42-Jährige und sein um zwei Jahre jüngerer Komplize traten jedenfalls die Flucht an. Mit einem Auto fuhren sie in Richtung Bratislava los. Von dort dürften sie erst vor wenigen Tagen nach Österreich eingereist sein. Die Flucht nahm um kurz vor fünf Uhr jedoch ein jähes Ende für die Profi-Einbrecher. Ohne jegliche Beute wurde das Duo am Weg Richtung Bratislava auf der A4 in Niederösterreich von Polizisten gestoppt. Ein großer Erfolg für die Ermittler, die der Bande seit Jahren auf den Fersen sind. Mit jener Gruppe, die im Juli 18 Wohnungen ausgeräumt hatte, sollen die beiden jedoch leider nichts zu tun haben. Es ist daher wohl nur eine Frage der Zeit, bis in Wien erneut mit Säure eingebrochen wird.
Polizei schlägt zu: – Zwei Säure-Einbrecher auf Flucht durch NÖ erwischt 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-08-17 08:29:10
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