«Ich wünsche euch, dass sich weiterhin Menschen finden lassen, die ihre Zeit und ihre Fähigkeiten in den Dienst der Gemeinschaft stellen.» Er denke gerne zurück an mehrere Glanzlichter und Anlässe. So äusserte sich Jonny Dörig in seinem Rücktrittsschreiben. Nach 15 Jahren und zwei Tagen gab er am Freitagabend an der Kirchhöri das Präsidium des Brülisauer Kirchenrats ab. Jonny Dörig habe während einer langen Zeit das Geschehen in Brülisau geprägt, sagte Aktuar Urs Fuchs bei der Würdigung des abtretenden Präsidenten. Er erinnerte in einer Auswahl mit Bildern an einige wichtige Momente und Projekte baulicher, gesellschaftlicher oder organisatorischer Art.
Einstimmig gewählt und 2300 Franken Überschuss
Der bisherige Beisitzer Ralph Streule stellte sich als neuer Präsident zur Verfügung. Seine Wahl erfolgte einstimmig. Urs Fuchs übernimmt den Beisitz, Doris Fässler das Aktuariat. Stefanie Inauen-Sutter ist weiterhin Kassierin. Es sei nicht selbstverständlich, dass alle Ämter wieder besetzt werden konnten, freute sich Jonny Dörig. Er würdigte in seinem Rückblick auch die Arbeit der zahlreichen Helferinnen und Helfer an den Anlässen.
Per Ende 2025 gehören der katholischen Kirche 428 Mitglieder an. Bei einem Aufwand von rund 262’000 Franken schloss die Jahresrechnung mit einem Einnahmenüberschuss von rund 2300 Franken. Zusätzlich konnte ein grösserer Betrag dem Renovationsfonds zugeführt werden. Die Steuereinnahmen seien deutlich grösser gewesen als erwartet, und es seien keine bedeutenden ausserordentlichen Ausgaben notwendig gewesen, erklärte Kassierin Stefanie Inauen-Sutter. Einstimmig folgten die Anwesenden dem Antrag des Rates, den Steuerfuss bei 16 Prozent zu belassen.
Ab 2027/2028 altersdurchmischtes Lernen
Im Anschluss an die Kirchhöri fand in Brülisau die ordentliche Schulgemeinde statt. «Das Dorf lebt! Und wir haben auch eine Schule. Das ist nicht selbstverständlich», sagte Schulratspräsidentin Katrin Städler in ihrer Begrüssung. Veränderungen seien aber manchmal nötig und würden auch Gutes entstehen lassen, fügte sie an. Seit dem August des vergangenen Jahres hat Brülisau in Susanne Etter-Fässler eine eigene Schulleiterin. Manche Eltern seien noch daran, sich an die neue Situation zu gewöhnen.
78 Schülerinnen und Schüler wohnen aktuell in Brülisau. Die Schwankungen bei den Geburten und die sinkenden Schülerzahlen seien eine organisatorische und pädagogische Herausforderung, berichtete Städler. Die Landesschulkommission habe kürzlich ihr Einverständnis dafür gegeben, dass Brülisau im Schuljahr 2027/2028 ADL (Altersdurchmischtes Lernen) einführen werde – nicht weil man müsse, sondern weil man wolle. «Wir sind nicht die Ersten und nicht die Letzten, die das tun.» Es sei die Chance für die Kinder, weiterhin hier zur Schule gehen zu können. Der Basisstufe gehören die Kinder vom Kindergarten bis zur 2. Klasse an, der Mittelstufe jene der 3. bis 6. Klasse. Das Schulhaus sei geeignet für das neue System. Allerdings seien gewisse bauliche Massnahmen nötig wie auch Weiterbildungen für die Lehrpersonen.
Für diese Umstellung wurden Rückstellungen von 720’ 000 Franken getätigt. Trotzdem resultierte bei Ausgaben von 2,33 Millionen Franken ein Ertragsüberschuss von rund 188’000 Franken. Hauptgrund dafür sind weitaus höhere Steuereinnahmen (2,22 Millionen Franken) als budgetiert (1,52 Millionen Franken). Dem Antrag des Rats, den Steuerfuss von 64 Prozent auf 48 Prozent zu senken, wurde bei wenigen Gegenstimmen entsprochen. Nach neun Jahren hatte Aktuar Martin Dörig seinen Rücktritt erklärt, sein Amt übernimmt der bisherige zweite Beisitzer Stefan Inauen. Erster Beisitzer ist neu Markus Streule, Kassierin weiterhin Katrin Fuchs. Neu in den Schulrat gewählt wurde Adriana Dörig als zweite Beisitzerin.
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Ralph Streule ist neuer Präsident 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-04-02 17:54:00
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