Die Standeskommission genehmigte im Juni 2025 ein PFAS-Beprobungskonzept für Milch und Tränkewasser. Damit können Innerrhoder Landwirtinnen und Landwirte ihre Milch und ihr Tränkewasser bis Ende 2026 kostenlos auf PFAS testen, wie aus der kantonalen Mitteilung hervorgeht. Von August bis November 2025 haben 91 Betriebe dieses Angebot wahrgenommen und an der freiwilligen Testkampagne teilgenommen. Dies entspricht einem Viertel der Landwirtschaftsbetriebe im Kanton. Gemäss den Ausführungen der Standeskommission zeigt die Auswertung, dass der überwiegende Teil der untersuchten Proben keine oder nur sehr geringe Belastungen mit PFOS* aufweist.
Von den 91 getesteten Landwirtschaftsbetrieben weisen 22 Betriebe einen PFOS-Wert in der Milch von über 0,02 Mikrogramm pro Liter auf. Diesen Betrieben empfiehlt der Kanton laut Mitteilung, vertiefte Abklärungen zur Ursache der PFOS-Vorkommen in Angriff zu nehmen. Dazu gehören Untersuchungen des Futters, des Tränkewassers und des Bodens. Sobald die Herkunft von PFOS auf dem Betrieb bekannt ist, könnten gezielt Massnahmen zur Senkung getroffen werden, heisst es weiter. Fachpersonen aus der kantonalen Verwaltung begleiten nach Wunsch sämtliche Landwirtschaftsbetriebe bei der Ursachenfindung und bei der Entwicklung von Massnahmen zur Senkung der PFOS-Gehalte in Lebensmitteln.
Für weiterführende Massnahmen stellt die Standeskommission für das Jahr 2026 145’000 Franken aus dem Fonds für Strukturverbesserungen bereit, der neu den Namen «Fonds für finanzielle Unterstützungen der Landwirtschaft» trägt. Der entsprechende Standeskommissionsbeschluss wird angepasst. Die Finanzierung über einen Fonds habe den Vorteil, dass die Departemente die Mittel flexibel, rasch und in gefordertem Ausmass einsetzen können, wird in der Verlautbarung festgehalten.
Das Thema PFAS werde Appenzell Innerrhoden sowie die gesamte Schweiz langfristig beschäftigen, heisst es weiter. Für die Jahre 2027 und 2028 plant die Standeskommission nach eigenen Angaben, weitere Gelder für Tests und Begleitmassnahmen bereitzustellen. Viele Fragen zu Ursachen, Auswirkungen und möglichen Massnahmen im Bereich PFAS seien noch offen, hält die Standeskommission fest. Sie ist der Ansicht, dass beim Umgang mit PFAS gesamtschweizerische Lösungen nötig sind. Der Bund sei aufgrund von Beschlüssen des Parlamentes in der Frühjahrssession 2026 nun aufgefordert, bei künftigen Regelungen neben dem Konsumenten- und Umweltschutz auch die Interessen der Land- und Volkswirtschaft angemessen zu berücksichtigen. Appenzell Innerrhoden verfolge das Thema PFAS aktiv weiter und vernetze sich mit Ostschweizer Kantonen, um die Zusammenarbeit auf nationaler Ebene voranzutreiben, wird in der kantonalen Mitteilung abschliessend festgehalten.
*PFAS ist eine Gruppe von sehr langlebigen Industriechemikalien. Eine dieser Substanzen ist PFOS. Diese Stoffe bauen sich in der Umwelt nur sehr langsam ab und können sich über längere Zeit in Böden, Wasser und Lebensmitteln anreichern.
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Standeskommission weitet PFAS-Tests aus 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-03-26 14:02:21
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