Wochenlang war das von Hantavirus-Infektionen betroffene Kreuzfahrtschiff Hondius unterwegs. Drei infizierte Passagiere starben. Jetzt hat sich erstmals Kapitän Jan Dobrogowksi in einer Videobotschaft zu der Krise geäußert.
„Diese vergangenen Wochen waren extrem anstrengend“, sagte der aus Polen stammende Kapitän. „Was mich am meisten berührt hat, war eure Geduld, eure Disziplin und die Freundlichkeit, die ihr euch gegenseitig gezeigt habt“, wandte sich Dobrogowski in seinem Video an seine Besatzung und die Passagiere.„Zusammenhalt und Kraft“Auf See würden Menschen voneinander abhängen. Es könne nicht sofort jemand zu Hilfe kommen. Ausdauer sei somit ein Charakterzug, der gewissermaßen erwartet werde. „Diesmal habe ich aber viel, viel mehr gesehen“, betonte der Kapitän. Die Menschen hätten aber unter diesen schwierigsten Umständen „Fürsorge, Zusammenhalt und Kraft“ gezeigt.Die ganze Videobotschaft des Hondius-Kapitäns:Weiterfahrt nach RotterdamNoch am Montag soll die Evakuierung der Hondius, die aktuell im Hafen Granadilla auf Teneriffa vor Anker liegt, abgeschlossen und die letzten Passagiere nach Australien und die Niederlande ausgeflogen werden. Eine Restbesatzung von rund 30 Seeleuten soll für die Weiterfahrt nach Rotterdam auf der Hondius bleiben. Mit an Bord ist auch der Leichnam einer Deutschen, die während der Kreuzfahrt am 2. Mai gestorben war. Auch das Gepäck der Evakuierten, die im Flugzeug nur Handgepäck mitnehmen durften, befand sich weiter an Bord. In den Niederlanden soll das Schiff desinfiziert werden. Allen Menschen an Bord wünschte der Schiffskommandant eine sichere Heimreise. Man sei in Gedanken bei den Menschen, die man verloren habe.Insgesamt starben bisher drei Passagiere, bei denen eine Infektion mit der Unterart Andesvirus nachgewiesen wurde oder vermutet wird. Diese südamerikanische Variante des Hantavirus kann bei langem engem Kontakt – wie eben auf einem Kreuzfahrtschiff – auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. Wegen der langen Inkubationszeit von zwei bis sechs Wochen ordneten die spanischen Behörden für die 14 Spanier von der Hondius eine Quarantäne von bis zu 42 Tagen, gerechnet ab dem 6. Mai an.Polizist stirbt an HerzinfarktAm Vortag waren insgesamt 94 Passagiere und Besatzungsmitglieder aus 19 Nationen, darunter auch vier Deutsche, von der Urlauberinsel im Atlantik in Richtung ihrer Heimatländer geflogen worden. Die spanische Regierung wertete die unter strengen Sicherheitsvorkehrungen abgelaufene Evakuierung der Menschen als großen Erfolg. Allerdings sei einer der beteiligten Polizisten durch einen Herzinfarkt gestorben.Strikte QuarantäneAustralien wird die sechs Passagiere mindestens drei Wochen lang in einer speziellen Quarantänestation isolieren. Nach Angaben der Regierung vwerden die Reisenden in dem ursprünglich für die Corona-Pandemie errichteten Bullsbrook-Zentrum bei Perth im Westen Australiens aufgenommen. Von den sechs Passagieren, die bisher keine Symptome zeigten, haben vier die australische Staatsbürgerschaft, einer eine dauerhafte Aufenthaltsberechtigung und einer die neuseeländische Staatsbürgerschaft. Sie sollen laut dem australischen Gesundheitsministers Mark Butler auf einem Luftwaffenstützpunkt direkt neben dem Quarantänezentrum landen.Laut Butler muss noch entschieden werden, wie mit den Passagieren nach der ersten dreiwöchigen Quarantäne verfahren werde. Andere Länder würden die Passagiere nach wenigen Tagen wieder entlassen, damit sie sich zu Hause isolierten, sagte Butler vor Journalisten. Australien reagiere jedoch „stärker“, da der lange Flug von Teneriffa in einer relativ kleinen Maschine ein größeres Übertragungsrisiko darstelle.
„Viel mehr gesehen“ – Hantavirus an Bord: Erstmals spricht der Kapitän 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-05-11 14:04:49
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