Gleich von Beginn weg gruppierten sich viele Frauen und Männer jeden Alters zu einer ersten Führung. Auch zahlreiche Familien liessen sich diesen spannenden Einblick nicht entgehen.
Viele Informationen
Die drei Klärwarte Roger Lehmann, Kari Ackermann und Gallus Neff führten von 9.00Uhr bis zur Mittagszeit erfreulich viele Gruppen mit bis zu 40 Personen durch einen sehr informativen Rundgang. Spannend, gut verständlich und auch humorvoll erklärten sie, wie die gesamte Anlage funktioniert. Dabei sah man in die brodelnden Becken, ging durch die «Unterwelt» bis in die Schaltzentrale und die Laborabteilung.
Auch der Geruchssinn kam durchaus auf seine Rechnung. «do inne chönede no en tüüffe Schnuuf voll nee», riet Neff lachend, bevor die Tour einen kleinen Raum passierte. Dort konnte man nämlich einen Blick auf die stillstehenden Rechen werfen – mitsamt dem alltäglichen «Sortiment» in den Zacken, so wie es dort eben ankommt. Viele guckten nur ganz kurz hin und huschten mit angehaltenem Atem eiligst wieder an die frische Luft. Besondere Trouvaillen waren später auf einem Bürotisch zu bewundern; sauber gewaschen und getrocknet lagen da Händis, ein Stück «Chüehligood», Essbesteck und sogar ein halbes Gebiss.
100 Kilometer Leitungen
Das Abwasser aus den Haushalten, aus Gewerbe und Industrie im inneren Landesteil wird mittels zwanzig Pumpstationen und hundert Kilometern Abwasserleitungen in die «ARA» geleitet. Insgesamt sind dies täglich etwa 4,5 Millionen Liter Schmutzwasser, welches die ganze Anlage in rund 24 Stunden durchlaufen.
(Fast) Trinkwasserqualität
Wie das zu reinigende Wasser nach verschiedenen Stationen aussieht, zeigten die Klärwarte anschaulich anhand von Glasbehältern mit den verschiedenen «Süppchen». Aus dem saubersten der vier Gläser hätte anno dazumal Fredy Mark – seines Zeichens der damalige Amtsleiter Fachstelle für Umweltschutz – jeweils einen kräftigen Schluck genommen, um zu beweisen, dass das geklärte Wasser wieder rein ist. Heutzutage würde jenes Wasser den aktuellen Anforderungen wohl nicht mehr ganz genügen. Die Möglichkeiten der Abwasserreinigung haben sich seither stetig verbessert – und tun dies noch immer laufend.
Seit ihrem Start 1976 arbeitet die ARA Appenzell streng nach den gesetzlichen Bestimmungen. Deshalb werden im Labor laufend Proben genommen, kontrolliert und analysiert.
Natürlich könne man in einer Kläranlage nichts wegzaubern, «ond esse tüemes au nüd» grinste Neff. Doch nachdem die ganze «Bschötti» durch die Kläranlage geschleust wurde, sei das Wasser am Ende sozusagen wieder «umweltverträglich» oder anders ausgedrückt: eben sogar trinkbar.
Die Kläranlage nutzt zudem die Abwärme der Motoren und das entstehende Biogas für den ganzen Betrieb, sodass dieser beinahe vollständig autark arbeiten kann, wie Ariel Scherrer erklärte. Er ist «Leiter der Fachstelle für Siedlungsentwässerung im Amt für Umwelt» oder kurz: der Chef der drei Klärwarte und der ARA Appenzell.
Erweiterter Ökohof
An diesem Anlass konnte auch der benachbarte Ökohof besichtigt werden. Diesen kennen wohl die meisten bereits: Wer war nicht schon froh, dort all seinen anfallenden Müll abladen zu können – Sperrgut, Altpapier und Karton, Pet-Flaschen, Glas, Altöl, Kleider, Schuhe, Elektrogeräte, Möbel, ja sogar Medikamente und vieles mehr.
Fein säuberlich wird dort alles in verschiedene Mulden getrennt und je nachdem der Wiederverwertung oder der fachgerechten Entsorgung zugeführt. Ökohof und ARA arbeiten so verantwortungsvoll für Umwelt, Mensch und Generationen
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Vieles für die Augen und die Nasen 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-03-22 09:05:00
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