Eine 74-jährige Niederösterreicherin erhebt im „Krone“-Gespräch schwere Vorwürfe gegen ein Wiener Krankenhaus. Ihr Ehemann starb wenige Tage, nachdem er in seiner Wohnung gestolpert war. Das Spital spricht von „korrekter medizinischer Betreuung“ – entschuldigt sich aber …
„Ich habe meinen Mann gesund ins Krankenhaus gebracht und er ist tot rausgekommen.“ Renate Hobiger sagt diesen Satz an jenem Tag, an dem ihr „Fredi“ 80 Jahre alt geworden wäre. Ein Jubiläum des Löwen im Sternzeichen, das er nicht mehr erleben durfte. Alfred Hobiger hatte sich am 21. Mai von seinem Heimtrainer geschwungen, noch einen Schmäh gemacht, war durch die Wiener Familienwohnung Richtung Bad gesprintet – und über einen Teppich im Schlafzimmer gestolpert. Damit nahm das Schicksal seinen Lauf.„Er hat noch geschrien: ,Renate, i bin gstürzt und kann nimma auf.‘“ Der 79-Jährige wurde mit der Rettung ins Wiener AKH gebracht – Unfallstation 19E. Die Diagnose: Abriss des Trochanter major links, sprich Fraktur des oberen Oberschenkelknochens.„Als Antwort erhielt ich: ,Der Arzt hat Patienten, die wirklich krank sind‘“„Zwei Tage später konnte mein Mann nur noch unverständlich murmeln, die Stationsschwester hat nur zu ihm gesagt ,Verstellen Sie sich nicht, reden Sie gscheit.‘ Und: ,Schmerzmittel machen halt müde.‘“ Renate Hobiger bat um ein Arztgespräch, erzählt sie. Ihr Mann, sagt die gebürtige Niederösterreicherin, konnte nicht mehr stehen, gehen, essen. „Als Antwort erhielt ich: ,Der Arzt hat Patienten, die wirklich krank sind.‘“Erst vier Tage nach Hobigers Einlieferung wurde ein Blutbild gemacht – mit dem Resultat eines stark erhöhten Entzündungswertes. Wieder zwei Tage später stand Renate plötzlich vor einem leeren Bett im AKH, es war 14 Uhr. „Ach so, man hat Sie nicht verständigt?“, soll die Stationsschwester die 74-Jährige gefragt haben. Ihr Mann, mit dem sie seit 51 Jahren verheiratet war, wurde zur Reha in den 4. Bezirk überstellt. Von dort ging es direkt in die Klinik Landstraße, weil der Entzündungswert im Blut stieg und stieg.„Die Ärzte waren sensationell, er wurde rund um die Uhr überwacht. Doch es war zu spät.“ Am 30. Mai hielt Renate noch die Hand ihres Mannes – „Er hat so fest zugedrückt“ –. am 1. Juni war er tot. Multiorganversagen! Hobiger: „Er war ein völlig gesunder Mensch und musste sterben wegen einer Fahrlässigkeit.“Die Stellungnahme aus dem AKH zum Todesfall Aus dem AKH heißt es zu dem Drama: „Zunächst möchten wir der Gattin des verstorbenen Patienten unser aufrichtiges Beileid ausdrücken. Wir bedauern sehr, dass die Kommunikation nicht so gelungen ist, wie es unserem eigenen Anspruch im Umgang mit Angehörigen entsprechen würde.“Der Patient sei „entsprechend seiner Verletzung schmerztherapiert und soweit möglich unter Belastung und mit Rollator mobilisiert“ worden. Dies sei von der betreuenden Physiotherapeutin auch dokumentiert worden. Eine Operation sei bei dieser Art der Verletzung nicht notwendig, so das AKH, und die laufenden Laborkontrollen hätten einen Rückgang der Entzündungswerte ergeben.Entschuldigung für „nicht gut gelungene“ Kommunikation„Der Patient konnte nach Röntgenkontrolle weiterhin fieberfrei in ein Remobilisationszentrum verlegt werden“, die medizinische Behandlung im AKH Wien sei „entsprechend der Verletzung korrekt“ erfolgt. Für die nicht gut gelungene Kommunikation möchten wir uns ausdrücklich bei Frau Hobiger entschuldigen. Wir bedauern das spätere Ableben des Patienten sehr.“
Vorwürfe gegen Spital – Der traurige Tod nach einem lapidaren Knochenbruch 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-07-29 18:22:17
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