Die «Goldene Lilie» geht an einen Hackbrettspieler aus dem Appenzellerland, genauer aus Trogen. Joshua Broger ist gebürtiger Innerrhoder – und eben auch meisterhafter Künstler am Hackbrett. Am vergangenen Dienstag, 13. Oktober, hat ihm die Stiftung Schloss Wyher die Auszeichnung «Goldene Lilie» verliehen. Der junge Mann mit Jahrgang 2001 nahm den Preis im Rahmen einer feierlichen Zeremonie entgegen. Überreicht wurde die Auszeichnung von Alain Bachmann.
Die Laudatio hielt Nadja Räss. Auf fesselnde und unterhaltsame Weise beleuchtete sie Stationen aus Brogers vielfältigem musikalischem Werdegang. Dieser hatte früh begonnen: Bereits im Alter von sechs Jahren erhielt Joshua Broger seinen ersten Hackbrettunterricht bei Albert Graf in Appenzell, und später dann bei Christoph Pfändler, der auch jetzt während des Studiums sein Hauptfachdozent war. Bei ihm erhält Broger auf seinem Weg zum Master weiterhin Hackbrettstunden. Der Trogner mit Innerrhoder Wurzeln verbindet Appenzeller Volksmusik mit Einflüssen aus Jazz, Pop und elektronischer Musik und lotet dabei stets die klanglichen Möglichkeiten seines Instruments aus.
Broger gestaltete denn auch den musikalischen Rahmen der Preisverleihung. Gemeinsam mit seiner Band «Äädig» präsentierte er vorwiegend Eigenkompositionen. Das Quartett besteht aus Joshua Broger (Hackbrett), Simon Frei (Keyboards), Micha Wachter (Schlagzeug) und Tom Horat (Bass), der für Yannick Affolter eingesprungen ist. Als Gastsängerin trat Alessia Heim auf. Die Musik der jungen Formation bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Neuer Volksmusik, Jazz und Pop und zeichnet sich durch einen offenen, groovigen und erdigen Bandsound aus.
Der frisch Ausgezeichnete eröffnete das Programm mit seinen Eigenkompositionen «Sonnehalb/Liv». Es folgte Emil Walsers «A-Moll Schottisch» in einem Arrangement von Broger, das durch eine besondere Struktur besticht: Im Stück wechseln die Spielenden zwischen ungeraden Rhythmen und ändern an unterschiedlichen Stellen die Harmonien, wodurch das Stück teilweise sehr weit und an anderen Stellen sehr nah an der Appenzeller Musik ist. Auf dem Programm stand zudem «Töbi in Caracas» von Töbi Tobler, ein Stück, das Joshua Broger durch sein gesamtes musikalisches Leben begleitet und das er ständig neu arrangiert.
Anschliessend sang Alessia Heim «Ase Lind», eine weitere Eigenkomposition Brogers. «Primavera Fresca» ist ein von lateinamerikanischen Rhythmen inspiriertes Stück voller Feuer und Energie. Anschliessend hat Heim ihre Eigenkomposition «Falschi Brillä» interpretiert, gefolgt von Brogers Stück «Bryn», wo sie ebenfalls den Gesang übernahm. Den Abschluss des Auftritts bildete Noldi Alders «Soso-Zäuerli». Im Anschluss an die Feier lud die Stiftung zu einem Apéro ein, bei dem sich Gäste und Preisträger austauschen konnten.
Joshua Broger schloss im Sommer 2026 seinen Bachelor of Arts in Volksmusik mit Hauptfach Hackbrett und Schwerpunkt Groove & Electronics an der Hochschule Luzern ab. Zurzeit absolviert der Appenzeller ein Masterstudium in Instrumentalpädagogik mit doppeltem Hauptfach in Hackbrett und Producing. Neben seiner Konzerttätigkeit gibt Broger in Appenzell, Herisau, Schwellbrunn und Heiden Hackbrettunterricht. Mit seinen Coverversionen erreicht er auf «Instagram» ein Millionenpublikum.
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Appenzeller Hackbretttalent nimmt «Goldene Lilie» in Empfang 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-10-15 06:00:00
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