Bis zum «Abloh» am grossen Tag gibt es vorher einiges zu tun. Da werden Trachten und «Sennehääss» hervorgeholt und bereitgelegt. «Stotzeli» und Schürzen bekommen allenfalls noch einen leichten Dampfstoss vom Bügeleisen. Die Hosenträger werden auf Hochglanz poliert und die Sennenschuhe kommen nicht um die Schuhbürste herum. Am Vortag wird auf dem Stubentisch, auf dem «Güütschli» und, wo vorhanden, auch auf dem «Ofebänkli» jede «Aleggi» bereitgelegt. Sogar das rote «Schnopftuech» wird nicht vergessen und liegt fein säuberlich zusammengefaltet parat. Bereits dieser Anblick ist eine Augenweide. Beim letzten prüfenden Blick über die Szenerie huscht ein zufriedenes Lächeln über das Gesicht der Bäuerin. Auch der «Zmogetisch» für die Sennen wird bereits am Vorabend gedeckt nach dem Motto: «Wa gmacht ischt, ischt gmacht.» Die Tiere sind schon «botzt ond gschtriegled», sodass am Morgen nur noch rasch die frischesten Spuren beseitigt werden müssen.
Nach einer kurzen Nacht ist sehr früh Tagwach und es herrscht rege Betriebsamkeit, jedoch keine Hektik. Das «Schölleschötte» stimmt feierlich den grossen Tag ein, bevor es zügig Richtung Dorf und auf den Brauereiplatz geht. Am Dienstag, 6. Oktober, nahmen 41 Bauern an der Viehschau teil, 19 von ihnen fuhren sennisch auf und der Platz füllte sich rasch mit den rund 650 bis 680 Tieren.
Einmal mehr wurden die Sennen von einer riesigen Zuschauerschar erwartet. Die ersten Gäste sicherten sich schon lange vor 8 Uhr ihren Platz am Gitter. In dichten Reihen standen die Leute auch rund um den ganzen Platz. Beidseitig der Zufahrtsstrassen bildeten unzählige Schaulustige einen bunten Empfangsrahmen. Es war ja aber auch ein wunderbarer Herbsttag, wie man ihn schöner nicht hätte malen können.
Von Steinegg her nahten bei zauberhaft herbstlichem Sonnenlicht unter anderem «de Chöpfeli», «de Öhrli-Puur» und Beni Nef, dessen kleiner «Gässbueb» «föchelig» viel rennen musste. Dabei verlor er immer wieder sein «Sennechäppli». Flugs bückte er sich, schnappte es und holte die ausgebüxten Geissen im Nu wieder ein. Auch bei den meisten der anderen Sennen waren viele Mädchen und Buben mit Feuereifer dabei – selbstverständlich im «gfümmt» geschneiderten «Trächtli» und im «Sennehääss». Die kleineren von ihnen gingen noch an der Hand des Vaters, die ganz kleinen thronten auf starken Schultern und allen stand die Freude ins Gesicht geschrieben!
Auch die Familie Mazenauer mit ihren 16 Kühen traf nach ihrem knapp 5 Kilometer langen Marsch von Kau her durch die Hauptgasse beim Schauplatz ein. Die beiden jüngeren Kinder von Johann und Jasmin gingen mit einem «Schöppeli» Geissen voran und hatten diese gut im Griff. Sophie und Lorenz sind nämlich bereits erfahrene «Gässgoofe», sie durften schon mehrere Alpauf- und Alpabzüge begleiten. Ihre grösseren Brüder Johann und Niklaus waren als «Springbuebe» im Einsatz. Unterstützt wurde das Geschwisterquartett von Seraina Sonderer und Anina Haas.
Auf dem ganzen Platz herrschte flinkes Arbeiten – es wurde geputzt, «öberebonde» und beschriftet, damit für die grosse Vorführung am Nachmittag alles gut vorbereitet ist. Der Vorführring auf dem Schauplatz ist bekanntermassen schon beizeiten dicht umrandet von interessierten Bauern und zahlreichen Besucherinnen und Besuchern, die teilweise auch von weiter her angereist sind. «Kronen» in verschiedenen Kategorien warten auf die jeweils Besten. Laut Programm gab es Spezialpreise für verschiedene «Schöneuter Brown Swiss», zudem wurden die Tagessiegerinnen von «Brown Swiss» und Original Braunvieh gekürt. Die wichtigste Auszeichnung war der Tagessieg «Brown Swiss zweite und folgende Laktation» (die Rangliste wird in den nächsten Tagen im «Volksfreund» publiziert). Zusätzlich präsentierten sich Leistungskühe auf der Sägemehlbühne und nicht selten entwischte dabei so manchem bewundernden Zuschauer ein spontanes: «Herrgottie ischt das e Chueh!»
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Über 650 Tiere und Zuschauermassen an der «Schau» 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-10-06 16:18:00
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