Die Lage in der Ukraine spitzt sich immer weiter zu. Wieder haben russische ballistische Raketen Kiew ohne Vorwarnung der Verbündeten ins Visier genommen, zudem hat die Firma SpaceX den Starlink-Satellitendienst eingeschränkt. Das sorgt auch international für Aufregung – ein europäischer Außenminister griff Elon Musk persönlich an.
Ballistische Raketen aus Russland sorgten auch in der Nacht auf Mittwoch für Angst und Schrecken in Kiew. Ein neunstöckiges Wohnhaus sei getroffen worden, berichtete Klitschko. Mindestens zwei Menschen mussten demnach einen grausamen Tod sterben, über 20 Verletzte gibt es zu beklagen.Erneut hätten die internationalen Partner keine Warnhinweise auf einfliegende Raketen gegeben, hieß es vom Präsidentenberater Dmytro Lytwyn. Auch die ukrainische Luftwaffe habe dies bestätigt. Grundsätzlich hatte sich das Land seit 2022 stets vor allem auf die Aufklärungsdaten des US-Militärs, aber auch auf die anderer NATO-Mitgliedsstaaten, verlassen.SpaceX schränkt Starlink-Nutzung für Militär einEbenfalls ohne Vorwarnung habe das US-Raumfahrtunternehmen die Nutzung seines Satellitennetzwerks Starlink für das ukrainische Militär eingeschränkt. Die militärische Version des Kommunikationsdienstes funktioniere nicht mehr bei Geschwindigkeiten von über 160 Kilometern pro Stunde, schrieb der Berater des ukrainischen Präsidenten, Serhij Beskrestnow, auf Telegram.Dadurch sei es zu einer Beeinträchtigung der Kampfeinsätze gekommen. „Das hat zum Scheitern von einigen Missionen geführt“, schrieb Beskrestnow. Er führte das Limit auf die „aktuelle politische Situation“ zurück. Das ukrainische Militär nutzt das Satelliteninternet unter anderem, um Drohnen bei ihrem Zielanflug fernzusteuern. Das Problem: Diese fliegen in der Regel schneller als 160 Kilometer pro Stunde. Auch im Nachbarland Polen verfolgt die Regierung die Entwicklung mit Sorge und Verärgerung. „Hey, Elon Musk, großer Mann, spielst du mal wieder Politik mit deinen Produkten?“ schrieb Außenminister Radoslaw Sikorski auf X. „Als deine europäischen Kunden haben wir dich im Blick.“Innerhalb der NATO schrillen aufgrund der neuen Eiszeit zwischen Washington und Kiew ebenfalls die Alarmglocken. Generalsekretär Mark Rutte hat die Bündnisstaaten aufgefordert, der Ukraine mehr bei der Verteidigung gegen russische Angriffe zu helfen. „Mit dem herannahenden Winter und der unablässigen Aggression Russlands müssen die Verbündeten mehr tun, insbesondere zur Unterstützung der Luftverteidigung“, sagte Rutte am Mittwoch in der estnischen Hauptstadt Tallinn.Moskau pfeift auf Energie-WaffenruheHinzu kommt, dass die von US-Präsident Donald Trump verkündete „Energie-Waffenruhe“, bei der beide Seiten Angriffe auf derartige Anlagen unterlassen sollten, vom Kreml nicht ernst genommen wird.Nach Angaben des
Verteidigungsministeriums in Moskau wurden in der vergangenen Nacht sieben ukrainische
Energieanlagen sowie ein Rechenzentrum, wo Geheimdienstinformationen über die
russischen Streitkräfte gesammelt werden, angegriffen. Getroffen worden seien darüber
hinaus zwei Heizkraftwerke in der Hauptstadt, ein weiteres in der umliegenden
Region sowie ein Heizkraftwerk und ein Wärmekraftwerk in Charkiw.Selenskyj ist sich sicher, dass der Schlag in seinem Ausmaß völlig absichtlich und demonstrativ gewesen sei: „Russland hat den Vereinigten Staaten gegenüber noch nie eine derart ostentative Respektlosigkeit gezeigt.“ Die Regierung in Moskau halte die Aussagen des US-Präsidenten nicht für stark, ist der ukrainische Präsident überzeugt.Selenskyj beklagt großflächige Störungen durch DrohnenAngesichts der anhaltenden Kämpfe und des Drucks auf die Energieanlagen wird man laut Kiews Bürgermeister für den Winter in den „Überlebensmodus“ wechseln müssen. Die französische Zeitung „Le Monde“ berichtet, dass zwischen Selenskyj und Klitschko bereits ein öffentlicher Streit entbrannt sei.Dabei wies der Staatschef auf die unzureichende Absicherung der Energieeinrichtungen der Hauptstadt hin und betonte, dass das Vorbereitungsniveau Kiews sogar hinter dem mancher Regionen zurückbleibe, die an der Frontlinie oder in Grenznähe liegen. Die Bewohner würden selbst die Folgen dieser Verletzlichkeit spüren: Sogar Drohnenangriffe führten zu großflächigen Störungen in der Strom- und Wasserversorgung.Klitschko wies die erhobenen Vorwürfe zurück und ortete sie als einen Versuch, ihn von der Führung der Stadt zu entfernen. Der Bürgermeister erinnerte daran, dass seine Befugnisse auf dem Willen der Bürger basieren, und dass er unter den aktuellen schwierigen Umständen das Maximum an Möglichkeiten ausschöpfe.
Im „Überlebensmodus“ – Kiew brennt erneut – Verbündete schlagen Alarm 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-10-14 12:04:56
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