Die Wespen sind heuer besonders lästig – und für Allergiker auch höchst gefährlich. Das Problem: Ein wichtiges Notfall-Medikament ist mittlerweile rar. Eine Tirolerin schildert ihre Suche nach einem EpiPen für ihre Tochter, das derzeitige Versorgungsproblem trifft aber ganz Österreich.
Sie verderben uns den Aufenthalt auf der Terrasse oder im Garten und sind heuer zahlreicher als üblich zur Stelle, wenn es bei Kuchen oder Limonade eine Gelegenheit zum Naschen gibt – die Wespen! In der ersten Augusthälfte verzeichnete allein das Rote Kreuz Tirol – wie berichtet – 175 Einsätze, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es lediglich 17.Zum Wettlauf gegen die Zeit kann ein Wespenstich bei Allergikern – rund 300.000 gibt es in Österreich – werden. Als Notfall-Medikament dienen sogenannte EpiPens – Spritzen mit Adrenalin, die einen lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock überbrücken. Doch EpiPens sind derzeit Mangelware.Das erlebte auch die Tirolerin Andrea Bichler: „Meine 17-jährige Tochter wurde daheim gestochen und zeigte allergische Reaktionen mit Atemnot. Damit hatte sie bis dahin noch nie ein Problem.“ Im Krankenhaus Kufstein, wo Bichler als Pflegerin arbeitet, wurde der Jugendlichen Cortison verabreicht. „Zur Vorsorge erhielten wir dann ein Rezept für einen EpiPen und gingen zu einer Apotheke in Kufstein, wo wir auf Ende September vertröstet wurden“, schildert die Tirolerin weiter.Fahrt nach Salzburg gerade noch vermiedenIm System sei aufgeschienen, dass in der Wildschönau noch ein EpiPen verfügbar sei – „wir haben den letzten ergattert“. Die nächstgelegene Chance wäre eine Apotheke im 120 Kilometer entfernten St. Johann im Pongau in Salzburg gewesen!Wann wieder genug Medikamente da sindMatthias König, Präsident der Tiroler Apothekerkammer, weiß um den Engpass: „Das Versorgungsproblem trifft nicht nur Tirol, sondern ganz Österreich. Kürzlich habe ich in Deutschland nachgefragt. Aber auch dort sind EpiPens rar“, spricht König von einem wohl europaweiten Phänomen.Für Allergiker sei dies natürlich eine beunruhigende Situation: „Betroffene wissen aber, dass sie bei fehlendem Notfall-Pen auf jeden Fall beim nächsten Arzt Hilfe erhalten.“Kommende Woche sollte sich Situation entspannenDie gute Nachricht: Kommende Woche sollte sich die Situation wieder entspannen. „Laut unseren Informationen kann dann wieder genug geliefert werden“, erklärt König. Wer aktuell dringend einen EpiPen braucht, dem rät er zur Apo-App der Österreichischen Apothekerkammer. Dort kann man bei Eingabe des Medikaments tagesaktuell erfragen, wo im Umkreis noch Kontingente verfügbar sind. Derzeit ist die nächste Adresse häufig weit weg.
Betroffene schildert – Wespenstich: Medikament für Notfall derzeit rar 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-08-25 06:18:35
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