Trauer um Andrea Kdolsky: Die Ex-Gesundheitsministerin, Ärztin und Autorin erlag am Mittwoch ihrem Krebsleiden. Kdolsky hatte ihre Erkrankung vor zwei Jahren öffentlich gemacht und immer wieder auch thematisiert, um anderen Mut zu machen. Nun verlor sie den Kampf gegen die tückische Krankheit.
„Andrea hatte die besondere Fähigkeit, Menschen zu sehen – gerade jene, die allzu oft übersehen wurden. Sie gab denen eine laute und starke Stimme, die selbst keine hatten“, nahm ihr früherer Lebensgefährte Philipp Ita auf Facebook mit emotionalen Worten Abschied: „Deine Stimme wird fehlen. Aber sie wird nicht verstummen. Adieu, liebe Andrea, wir sehen uns wieder!“Bereits auf der Uni politisch engagiertDie gebürtige Wienerin hatte Medizin studiert, war vor ihrer Zeit als Gesundheitsministerin Fachärztin für Anästhesie im Wiener AKH gewesen. Schon während ihres Studiums engagierte sie sich politisch in der Österreichischen Medizinerunion (ÖMU), einer Hochschulfraktion und wechselte später in die Hochschullehrer-Gewerkschaft. Ab Jänner 2007 wurde sie ÖVP-Gesundheitsministerin in der Regierung unter Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) und Vizekanzler Wilhelm Molterer (ÖVP). Bis zu ihrem Amtsantritt als Ministerin rauchte Kdolsky regelmäßig und sprach sich später für die Beibehaltung von Raucherlokalen aus. Auch mit ihrer „Schweinsbraten“-Aussage sorgte sie für Aufsehen, betonte allerdings im Nachhinein immer wieder, dass sie missinterpretiert worden sei. Auch das Verteilen von Kondomen an Schüler im Beisein von Medienvertretern brachte ihr Kritik selbst in der eigenen Partei ein. Aus Protest ÖVP verlassenSpäter zog sich Kdolsky als aktive Politikerin zurück. Im Mai 2023 trat sie sogar aus der Volkspartei aus, nachdem diese im niederösterreichischen Landtag ein Koalitionsabkommen mit der FPÖ geschlossen hatte. Später stellte sie ihre Expertise den NEOS zur VerfügungVor zwei Jahren machte sie ihre Krebserkrankung öffentlich – doch nicht, um Mitleid zu erhalten, wie sie auch gegenüber der „Krone“ betonte: „Jetzt möchte ich denen eine Stimme geben, die sich nicht trauen, über ihre Krankheit zu sprechen, weil Krebs immer noch ein Tabu ist. Obwohl sehr viele mit der Diagnose konfrontiert sind, und in Zukunft werden es noch mehr.“„Ich brauche die Arbeit wie die Luft zum Atmen“Im Oktober des Vorjahres sprach sie über ihre neue Arbeit, die Leitung der Planungsarbeiten zum ersten österreichischen Krebshilfezentrum, dem Maggie’s Centre, das in Oberwart im Burgenland entsteht und das künftig ihren Namen tragen soll: „Ich brauche die Arbeit wie die Luft zum Atmen. Mir ginge es deutlich schlechter, wenn ich zu Hause nur herumsitze.“Im Mai erfolgte ihr Abschied von den sozialen Medien – sie wolle sich von Beiträgen über „Mord, Tierqual, Neid und Missgunst“ nicht mehr die Energie rauben lassen, sagte sie. „Macht es gut“, schrieb sie auf Facebook und schickte ein Herz an alle nach. Nun erlag Andrea Kdolsky mit 63 Jahren ihrer Erkrankung, gegen die sie so lange mit Vehemenz angekämpft hatte.
Erlag Krebserkrankung – Ex-Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky verstorben 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-09-30 19:18:31
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Ex-Ministerin Andrea Kdolsky in ihrer Wohnung in Gablitz IUSTITIA
