Feierlich zog das Pastoralteam der Seelsorgeeinheit Appenzell am Dienstag in die Kirche ein, angeführt von sechs Ministrantinnen mit den goldenen Kerzenständern. Von oben herab – im wahrsten Sinne des Wortes – klang es dazu eindrücklich. Der Kirchenchor St.Mauritius, unter der Leitung von Raphael Holenstein, erfüllte stimmgewaltig das ganze Kirchenschiff. Bläser aus den Reihen der Musikgesellschaft Harmonie unterstützten den Chor mit Trompeten und Posaunen was so richtig schön durch Mark und Bein fuhr. Als der Organist noch die Orgel brausen liess, meinte man fast, ein bisschen Scheppern in der Ritterrüstung des «Geburtstagskindes» zu hören.
Mit einem frischen «Guete Morge mitenand», begrüsste Pfarrer Thomas Meli die grosse Festgemeinde. Besonders freute er sich, dass auch viele Kinder gekommen waren. In der gut besetzten Kirche waren auch Seniorinnen und Senioren aus verschiedenen Residenzen auszumachen. Sogar der ehemalige Zirkuspfarrer Ernst Heller war zum grossen Kirchenfest angereist.
Dann ertönten für eine Kirche eher ungewöhnliche Klänge – aus einer Musikbox schmetterte Herbert Grönemeier das Lied «Wann ist ein Mann ein Mann». Johannes Epp und Armin Fässler gingen daraufhin der Frage nach, was den Mann von heute vom Mann zu Zeiten des heiligen Mauritius unterscheidet. Dazu führten die beiden einen Dialog mit verschiedenen Ansichten und kamen zum Schluss: Das Rollenbild hat sich verändert, während die Aufgaben zwischen Mann und Frau früher klarer verteilt waren, sei heute gemeinsames Anpacken gefragt – im Haushalt, bei der Kinderbetreuung und im Beruf.
So mancher Mann des Jahres 2026 sieht sich damit gleich mit mehreren Erwartungen konfrontiert: erfolgreich im Beruf, präsent für die Familie, partnerschaftlich im Alltag und dabei bitte immer noch «richtig Mann sein». Johannes Epp und Armin Fässler machten in ihrem Rollenspiel deutlich: Männer haben viele Rollen – und letztlich gehe es nicht darum, einem bestimmten Bild zu entsprechen, sondern die eigenen Talente und Stärken einzubringen und das Miteinander zu leben.
Zum Abschluss des feierlichen Festgottesdiensts sangen Chor und Gemeinde gemeinsam und kraftvoll die Hymne des heiligen St.Mauritius. Ein würdiger Schlusspunkt für die Geburtstagsfeier des Kirchenpatrons.
Damit war der Moritzetag aber noch nicht vorbei, denn unterdessen hatten Mitglieder des Pfarreirats draussen auf dem Platz den Apéro kühl gestellt. So konnte nach den letzten Orgelklängen gebührend auf den Landes- und Kirchenpatron angestossen werden – «uf ösen Moritz» und seinen grossen Tag.
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Feierliches Geburtstagsfest «fö ösen Moritz» 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-09-23 10:38:00
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