Der mit etlichen Medienpreisen ausgezeichnete Journalist und Videofilmer wurde von Alex Baur von der «Weltwoche» als der «zurzeit vielleicht beste und erfolgreichste Dokumentarfilmer der Schweiz» bezeichnet. Er arbeitete ab dem Jahr 2000 für das Schweizer Fernsehen. Dort realisierte er zuerst Beiträge für die Sendung «Rundschau», um schliesslich 2007 in die Redaktion «Dokumentarfilme» zu wechseln.
Im Dezember letzten Jahres veröffentlichte er sein erstes Buch. In «Der Reporter – Geschichten jenseits der Dreharbeiten» blickt der Aargauer auf verschiedene Filmprojekte zurück. Auf Einladung der Bibliothek erzählte er in Walzenhausen wie seine Videofilme entstanden sind und was er dabei erlebte. Teils war er auch in gefährliche Situationen gekommen. Dazu sein Fazit: « Ich hatte nie das Gefühl, dass mir etwas passiert.» Er sei nie angstbesessen gewesen, jedoch immer neugierig und es war ihm wichtig, über diese Menschen und ihr Umfeld zu berichten. Das Schweizer Fernsehen liess ihn mehrheitlich die Themen auswählen und gab ihm für seine Projekte dann die nötige Rückendeckung.
Erlebtes veränderte den Journalisten
So entstanden rund 80 Dokumentarfilme sowie unzählige Reportagen. Daraus zeigte der begnadete Dokumentarfilmer Ausschnitte, las aus seinem Erstling und schilderte das Umfeld bei den Dreharbeiten, die ihn in so viele Länder dieser Welt gebracht hatten. Aber er sprach auch darüber, was diese Filme in ihm selbst bewirkt hatten.
Als er die Arbeit der Entwicklungshelferin Lotti Latouse festhielt und dort sah, wie Menschen verhungerten und keinen Zugang zu Medikamenten hatten, funktionierte der Schutz der Kamera zwischen ihm und den Dokumentierten nicht mehr. Bäni war betroffen und danach extrem dankbar, dass er in der Schweiz lebte. In seinen Reportagen berichtete er immer wieder über Jugendliche, die sich in einem schwierigen Umfeld befanden. So neben vielen anderen auch über «Carlos», den damals jugendlichen Straftäter. Diesen Film bezeichnet der Journalist aus heutiger Sicht als seine schlechteste Arbeit, weil er nur den Ist-Zustand darstellte, nicht aber eine Einordnung dazu tätigte, die den Wert der Resozialisierung aufgezeigt und auch die im Film erwähnten Kosten im Vergleich zu anderen Therapieformen ins richtige Licht gerückt hätten.
Bäni stellte fest, dass er dankbar sei, überlebt und alles gut überstanden zu haben. Das Prägendste sei jeweils gewesen, wenn er durch seine Filme bei seinem Gegenüber etwas bewegen konnte. Eine Reportage führte sogar dazu, dass ein Ehepaar, dass fälschlicherweise im Gefängnis sass, auf Grund seiner Recherchen entlastet und entlassen wurde. Nach der Pensionierung und damit dem Ausscheiden beim Schweizer Fernsehen drehte er seinen ersten Kinofilm mit dem doppelsinnigen Namen «Ihr könnt jetzt gehen».
Inga Keller, Teamleiterin des Bibliotheken-Teams war gespannt, was nach unzähligen Dokumentarfilmen, einem Kinofilm und seinem Erstlingsbuch wohl als nächstes kommen möge, denn der Journalist, Dokumentarfilmer, Maler und Autor ist sich ganz sicher: «Ich mache weiter».
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«Geschichten jenseits der Dreharbeiten» 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-09-24 06:23:00
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