Das Schulhaus Dorf wird aktuell von der zweiten bis neunten Klasse für die Fächer Werken genutzt. Weiter findet im Erdgeschoss der Religionsunterricht der ersten und dritten Klasse statt. Auch die Spielgruppe Wolfstätzli nutzt die Räumlichkeiten für ihren Betrieb. Die nun festgestellten Mängel betreffen laut einer Medienmitteilung der Gemeindekanzlei den baulichen Brandschutz des Gebäudes. So fehlen gemäss Expertenbericht an mehreren Stellen die erforderlichen Brandschutzabschnitte und brandschutzsichere Türen, um eine Ausbreitung von Feuer und Rauch wirksam zu verhindern. Weitere Beanstandungen betreffen die ganze Fluchtwegsituation über das Treppenhaus sowie teilweise ungenügende Durchgangsbreiten bei Treppen und Türen. Zudem entsprechen Bodenaufbau und Deckenverkleidungen nicht den heute geltenden Brandschutzanforderungen.
Dass das Dorfschulhaus erheblichen Sanierungsbedarf aufweist, ist seit Längerem bekannt. Der Gemeinderat hatte unter anderem im Abstimmungsedikt vom 22. September 2024 darauf hingewiesen. Der Sanierungsbedarf war mit ein Grund, eine langfristige Alternative für den Werkunterricht sowie für das Angebot der Tagesstrukturen vorzuschlagen. Die Ablehnung der Abstimmungsvorlage verlängerte die vorgesehene Nutzungsdauer des Schulhauses, womit auch der Sanierungsbedarf bestehen blieb. Dass die in der Expertise festgestellten brandschutztechnischen Mängel derart einschneidend sind, habe der Gemeinderat nicht erwartet und «mit grosser Sorge zur Kenntnis genommen», so das Schreiben vom Freitag weiter.
Angesichts der festgestellten Mängel und der damit verbundenen Risiken könne der Gemeinderat den Schulbetrieb im Dorfschulhaus nicht weiter verantworten, heisst es im Communiqué. Er habe deshalb beschlossen, den Schulbetrieb per sofort einzustellen. «Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass diese Situation für die Schülerinnen und Schüler, die Eltern und die Lehrpersonen eine Herausforderung darstellt», heisst es in der Mitteilung wörtlich. Bis zu den Herbstferien 2026 werden die ausfallenden Lektionen demnach überbrückt. Um den Schulbetrieb danach gemäss Lehrplan weiterzuführen, «wird zurzeit mit Hochdruck eine Übergangslösung ausgearbeitet», so das Schreiben der Kanzlei. Ab Sommer 2027 sollen demnach die Container beim Mittelstufenschulhaus aufgestockt werden. «So entsteht für die Übergangszeit zusätzlicher Schulraum als Ersatz für das geschlossene Dorfschulhaus», heisst es weiter. Die Kosten dafür fliessen in den Voranschlag 2027 ein.
Neben dem Dorfschulhaus wurden auch die übrigen Schulgebäude auf den Brandschutz geprüft. Dabei kamen laut der Gemeindekanzlei keine Mängel zum Vorschein, die sofortige Massnahmen erfordern. Notwendige Anpassungen können deshalb in den kommenden Jahren geplant und über die ordentlichen Budgets finanziert werden. Die Gemeinde wird im Rahmen des Voranschlags 2027 über die weiteren Schritte informieren.
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Gravierende Mängel: Schulhaus muss schliessen 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-09-04 08:37:00
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