Wegen Missbrauchs eines Kindes ist Kabarettist Günther Paal angeklagt, von zwei Frauen wurde er erpresst. Während der Pandemie kassierte er wie viele Künstler auch Corona-Hilfe – doch wo versickerten die Fördergelder des TV-Stars?
Jahrelang lachten die Menschen nichts ahnend über einen Kabarett-Star, der abseits der Bühne ein Doppelleben geführt hat, das nur mit dem Wort „abscheulich“ beschrieben werden kann. Günther „Gunkl“ Paal ist wegen Kindesmissbrauchs angeklagt, auf einem Computer fanden sich tausend Dateien mit widerwärtigen Kinder-Darstellungen, zwei Frauen erpressten den 64-Jährigen und kassierten 150.000 Euro „Schweigegeld“. Eine stolze Summe, die „Gunkl“ durch seine Auftritte finanziert hat – womöglich gab es aber noch eine andere Quelle.Während der Pandemie kassiertDenn der TV-Star findet sich auch in der Transparenzdatenbank der Covid-19-Wirtschaftshilfen. Mit dem Steuergeld wurden einst auch Künstler subventioniert, die wegen der Pandemie um ihre Auftritte umgefallen sind. So auch „Gunkl“, der im Vergleich zu seinen Kabarett-Kollegen zwar geradezu zurückhaltend war, aber immerhin 12.844,94 Euro erhalten hat. Bekommen hat er die Summe im Jahr 2021, für den Ausfall seiner „Tätigkeiten in der darstellenden Kunst“.Dass der Steuerzahler damit über Umwege womöglich die Erpresserinnen mitfinanziert hat, macht die Förderung besonders problematisch.Minister fordert Geld zurückAuch diese Subvention passt zur aktuellen Debatte: Wie berichtet, wurden rund 160 Millionen Euro an Corona-Hilfen zu Unrecht bezogen – so die Bilanz des Finanzministeriums bei der Überprüfung Tausender Fälle. Minister Markus Marterbauer (SPÖ) fordert das Geld jetzt zurück. Seine Worte: „Das ist nur gerecht.“Gerecht wäre es wohl auch, sich Günther Paals Corona-Hilfe nachträglich anzusehen und zu eruieren, wie das Geld der Österreicher tatsächlich ausgegeben wurde.
„Gunkls“ Corona-Hilfen – Wo versickerten die Fördergelder des TV-Stars? 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-09-18 20:10:16
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