Ärger über Wegwerf-Praxis im Burgenland: Selbst eine ungeöffnete Packung Katzenfutter darf nach dem Umtausch nicht an die Tafel gespendet werden. Ein Kunde spricht von Verschwendung, der Lebensmitteldiscounter hingegen andernfalls von einem Sicherheitsrisiko.
Nicht er selbst hatte sich vergriffen, sondern seine 85-jährige Schwiegermutter, schildert der Kunde der „Krone“. Was danach mit der originalverpackten Großpackung passieren sollte, verstehe er bis heute nicht.Den Fehlgriff bemerkte die 85-Jährige nach dem Verlassen des Geschäfts. Ihr Schwiegersohn nahm die originalverpackte Großpackung und ging damit zurück in die Filiale. Ob er das Katzenfutter gegen die richtige Sorte tauschen könne? Kein Problem, erklärte die Kassierin.Dann wollte der Jennersdorfer wissen, wo er die falsche Packung hinstellen solle. Die Antwort ließ ihn stutzen: Er müsse sie entsorgen. Das Katzenfutter habe die Filiale bereits verlassen und dürfe deshalb nicht mehr weitergegeben werden.„Die Packung war original verschlossen. Wir waren gerade erst aus dem Geschäft draußen“, ärgert sich der Mann. Dass einwandfreie Tiernahrung deshalb weggeworfen werden soll, versteht er nicht. Also hakte er nach: Wenn Hofer das Futter schon nicht mehr zurücknehmen könne, warum schenke man es nicht der Tafel? Auch daraus wird nichts.Gilt auch für „äußerlich unauffällige“ WareHofer bestätigt gegenüber der „Krone“: Produkte, die nach dem Kauf die Filiale verlassen haben und anschließend retourniert oder umgetauscht werden, werden weder wieder verkauft noch an karitative Einrichtungen weitergegeben. Das gilt auch für originalverpackte und äußerlich unauffällige Ware.Der Grund: Man könne nicht wissen, was mit einem Produkt passiert ist, sobald es durch die Ladentür getragen wurde. Falsche Temperaturen, direkte Sonneneinstrahlung oder Beschädigungen könnten nicht ausgeschlossen werden. Und nicht jede Beeinträchtigung sei von außen sichtbar.Böse Erinnerungen an den Hipp-SkandalDass originalverpackt nicht automatisch unberührt bedeutet, zeigte zuletzt der Gift-Skandal um HiPP-Babynahrung. In Österreich wurde in einem Gläschen Rattengift entdeckt, der mutmaßliche Täter sitzt in U-Haft. Die Produkte hatten das Werk laut Hersteller einwandfrei verlassen und sollen erst danach manipuliert worden sein.Genau solche von außen nicht erkennbaren Beeinträchtigungen will Hofer bei Retouren ausschließen. Sobald die kontrollierte Liefer- und Lagerkette unterbrochen ist, könne die Produktsicherheit nicht mehr ausreichend gewährleistet werden.Der Kunde versteht, dass sich der Diskonter absichern muss. Einen Einwand hat er trotzdem: „Wenn ich so etwas wirklich machen will, dann kann ich das im Geschäft auch“, sagt er. Für ihn, als Mitarbeiter der Tafel, bleibe es unverständlich, warum die volle Packung entsorgt werden muss.Nicht alle Überschüsse landen in der TonneGrundsätzlich landen bei Hofer aber nicht alle Überschüsse in der Tonne. Nahrungsmittel werden laut Unternehmen laufend an Sozialeinrichtungen gespendet, nicht mehr verkäufliche Ware geht auch an landwirtschaftliche Betriebe. Mit „Too Good To Go“ und „Unverschwendet“ rette der Diskonter zusätzlich Lebensmittel vor der Tonne.
Katzenfutter entsorgt – Ungeöffnete Ware landet beim Discounter im Müll 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-09-23 03:43:03
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