Der von der „Krone“ aufgedeckte Missbrauchsfall in der Kulturszene entwickelt sich zu einem der spektakulärsten Kriminalfälle der jüngsten Zeit. Ein Mutter-Tochter-Gespann wurde wegen „schwerer Erpressung“ angeklagt, Günther „Gunkl“ Paal wegen „Kindesmissbrauch“ und „Besitz von Missbrauchsdateien Unmündiger“ – beide Fälle werden zusammen verhandelt.
Rechtsanwalt Florian Höllwarth hatte am Mittwoch alle Hände voll zu tun. Nachdem die „Krone“ den neuen, erschütternden Fall um mutmaßlichen Kindesmissbrauch durch den Kabarettisten Günther Paal alias „Gunkl“ aufgedeckt hat, läutet im Minutentakt sein Mobiltelefon. Erpressung lief seit über einem JahrDie Causa entpuppt sich wahrlich als einer der spektakulärsten Kriminalfälle der jüngsten Geschichte. Im Zentrum steht ein TV-Promi, der erpresst wurde und gleichzeitig Täter ist – wie nun bekannt wurde von der Mutter und der Oma des Kindes, das er Anfang 2025 missbraucht haben soll. Dem Vernehmen nach ist das Mädchen heute fünf Jahre alt. Vor rund eineinhalb Jahren fasste die Bekanntschaft des Künstlers den Entschluss, diesen zu erpressen. Als der Druck auf den Kabarett-Star zu groß wurde, erstattete dieser im Mai Anzeige und Selbstanzeige.Paal zu Missbrauch geständigSie habe Fotos, sagte die Frau zu Paal und erwirkte damit Übergaben von Zehntausenden Euro in mehreren Tranchen. Diese Bilder dürften aber in Wirklichkeit gar nicht existieren. Die Anklage lautet auf 189.000 Euro, mehr als 150.000 seien tatsächlich geflossen. Die Handschellen klickten bei der Übergabe der letzten Tranche in der Höhe von 30.000 Euro. Die Mutter des jungen Opfers wurde im Juni festgenommen, deren Mutter wiederum als Beitragstäterin im Juli. Beide sitzen noch in Untersuchungshaft, seit Mittwoch gibt es eine (nicht rechtskräftige) Anklage. Den Frauen drohen ein bis zehn Jahre Haft. Anklagen gegen alle drei erhobenEine Anklage gibt es nun auch gegen den erpressten Paal, den wir somit jetzt auch namentlich nennen. Ihm drohen sechs Monate bis fünf Jahre Haft. Beide Fälle werden gemeinsam im Wiener Landesgericht verhandelt, einen Termin dafür gibt es noch nicht.Wie berichtet, dürfte „Gunkl“ zu dem Missbrauch geständig sein. Bei einer Hausdurchsuchung wurden bei ihm zudem Missbrauchsdateien Unmündiger sichergestellt: „Dieser Tatbestand setzt auch einen Besitzwillen voraus, den hatte mein Mandant nicht mehr“, sagt Höllwarth und ergänzt, dass die Vorwürfe teils 13 Jahre zurückliegen. Die beiden Frauen werden indes vom Wiener Rechtsanwalt Werner Wendt vertreten: „Meine Mandantinnen sind verzweifelt, dass die Kinder abgenommen wurden. Die Mutter bereut das alles fürchterlich“, so Wendt.
Mutter und Oma in Haft – Missbrauch: „Gunkl“ zahlte 150.000 € Schweigegeld 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-09-16 13:36:50
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