Auf Österreichs Haushalte kommen im heurigen Winter höhere Heizkosten zu: Vor allem Öl und Pellets sind deutlich teurer als im Vorjahr, auch Gas und Fernwärme schlagen meist stärker zu Buche. Wer mit Strom heizt, kann hingegen auf eine Entlastung hoffen. Wie stark die Mehrkosten ausfallen, hängt aber vom Heizsystem und teilweise auch vom Wohnort ab.
Bei einem Blick auf die aktuelle Entwicklung der Energiekosten hoffen viele Österreicher auf einen milden Winter. Im Vergleich zum Vorjahr müssen nämlich praktisch alle Haushalte heuer tiefer in die Taschen greifen. Die „Krone“ gibt einen Überblick:Heizöl: Am härtesten trifft es die über 400.000 Haushalte, die auf „Heizöl leicht“ angewiesen sind. Aufgrund der geopolitischen Konflikte ist bei Abnahme von 3000 Litern der Durchschnittspreis für 100 Liter auf aktuell 183 Euro gestiegen. Vor einem Jahr waren es noch 107 Euro – ein Preisanstieg um stolze 70 Prozent. Im August (Grafik) war der starke Anstieg der letzten Wochen noch nicht ganz abgebildet. Unterm Strich bedeutet dies Heizkosten für einen Durchschnittshaushalt in dieser Saison von rund 5500 Euro.Holzpellets: Mit Abstand dahinter folgen die rund 250.000 privaten Haushalte mit Pelletsheizung. Zahlte man für ein typisches Eigenheim mit sechs Tonnen Holzpellets im September 2025 noch 313 Euro je Tonne, also in Summe 1880 Euro zuzüglich Lieferung, waren es heuer bereits 419 Euro je Tonne, also in Summe gut 2500 Euro – ein Plus von rund 600 Euro bzw. über 30 Prozent.Erdgas: Für einen typischen Gashaushalt (15.000 kWh Verbrauch) dürften sich die Mehrkosten heuer auf rund 150 bis 250 Euro belaufen. Daran sind vor allem zwei Posten „schuld“. Einerseits sind es die Arbeitskosten, die sich laut Energieagentur im August um knapp acht Prozent verteuert haben. Das entspricht bei einem Durchschnittshaushalt etwa 50 bis 80 Euro. Wer noch einen günstigeren Tarif mit Bindung hat, muss aber mit keiner Mehrbelastung rechnen. Kein Entkommen gibt es jedoch bei den gesetzlichen Netzkosten. Diese sind heuer im Österreichschnitt um 18,2 Prozent angehoben worden – das sind je nach Bundesland ein Plus zwischen 60 und 140 Euro. Ab Jänner 2027 ist dann mit einer weiteren Anhebung zu rechnen.Strom: Ganz anders sieht es bei Häusern mit moderner Wärmepumpe aus, die im Schnitt mit 4000 kWh Jahresverbrauch rechnen. Drei Punkte fallen hier speziell ins Gewicht: Arbeitspreis, Netzkosten und Elektrizitätsabgabe. Wer ein Modell mit einer Preisgarantie hat (zum Beispiel den Österreich-Tarif des Verbund), der muss hier mit keinen höheren Kosten rechnen.Was die Netzkosten bei Strom betrifft, haben sich diese je nach Bundesland unterschiedlich entwickelt. So sind sie zum Beispiel in Salzburg oder Wien gesunken, während es im Burgenland oder Tirol hinaufging. Je nach Wohnsitz kann diese Posten daher sogar günstiger werden.Die Elektrizitätsabgabe wurde von der Regierung jedenfalls heuer von 1,5 Cent auf 0,1 Cent pro kWh gesenkt. Das bringt eine Entlastung im Schnitt von über 50 Euro im Jahr ein. Kurzum: Je nach Bundesland dürften Haushalte mit Wärmepumpe und Preisgarantie heuer sogar weniger für Strom zahlen als in der vorigen Saison.Fernwärme: Die rund 1,2 Millionen Haushalte, die auf Fernwärme angewiesen sind, zahlen diesen Winter ebenfalls rund fünf bis acht Prozent mehr als in der Vorsaison. Je nach Stadt fällt die Erhöhung aber unterschiedlich aus. Die Linz AG hat mit August beispielsweise um sechs Prozent erhöht, beim Klima-Fit-Tarif der Wien Energie ging wiederum etwa acht Prozent mit dem Arbeitspreis hinauf. Grob geschätzt muss ein durchschnittlicher Fernwärme-Haushalt etwa sechs bis zehn Euro im Monat mehr bezahlen.Fazit: Nur wer mit Strom heizt, kommt in diesen Winter mit einem blauen Auge davon bzw. zahlt eventuell sogar weniger. Für alle anderen heißt es, Sparpotenziale nutzen. Wer beispielsweise die Raumtemperatur um ein Grad senkt, reduziert die nötige Heizenergie bereits um sechs Prozent.
Öl, Pellets, Gas: – Eine teure Heizsaison steht vor der Haustür 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-10-09 14:32:37
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