In der Kalenderwoche 33 veröffentlichte der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) die Ergebnisse einer breit angelegten Befragung zur integrativen Schule. Rund 26 Prozent der über 40’000 angeschriebenen Aktivmitglieder des LCH beteiligten sich an der Befragung. Die Ergebnisse würden ein differenziertes Bild zeigen, schreibt die Ausserrhoder Kantonskanzlei in einer Medienmitteilung. Wörtlich: «Viele Lehrpersonen tragen die Grundidee einer inklusionsorientierten Schule mit, beurteilen die aktuellen Rahmenbedingungen jedoch kritisch.» Entscheidend für das Gelingen sind aus Sicht der Befragten weniger die pädagogischen Ziele als die Voraussetzungen ihrer Umsetzung. Besonders wichtig seien ausreichende Ressourcen, eine gute Zusammenarbeit im Schulteam, Unterstützung durch Schulleitungen und Fachstellen sowie ein verlässliches Einvernehmen mit den Eltern.
Situation in Appenzell Ausserrhoden
Appenzell Ausserrhoden verfolge seit vielen Jahren den Grundsatz «Integration vor Separation», so das Communiqué vom 18. August weiter. Lernende mit Unterstützungsbedarf werden demnach, sofern dies fachlich sinnvoll und tragfähig sei, möglichst in der Regelklasse gefördert. «Die Studienergebnisse bestätigen, dass die Grundidee einer inklusionsorientierten Schule in Appenzell Ausserrhoden breit abgestützt ist», schreibt die Kantonskanzlei, und weiter: «Besonders erfreulich ist, dass die im Rahmen der Totalrevision des Volksschulgesetzes überprüfte und geschärfte Förderkaskade den Bedürfnissen der schulischen Praxis entspricht und erfolgreich umgesetzt wird.» Die Studie zeige zudem, dass die kantonalen Strukturen insgesamt den Anforderungen und Bedürfnissen der Schulen gerecht würden.
Michael Weber, Präsident des Verbandes Lehrerinnen und Lehrer Appenzell Ausserrhoden (LAR), teilt laut der Medienmitteilung diese Einschätzung: Die Lehrpersonen stünden der gelebten Integration grundsätzlich positiv gegenüber. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass die Umsetzung im Schulalltag für viele Lehrpersonen herausfordernd sei. Aus Sicht der Lehrpersonen wirke sich die Integration von Lernenden mit besonderem Unterstützungsbedarf nicht negativ auf den Lernerfolg der Regelklasse aus.
An der LCH-Studie beteiligten sich 270 Aktivmitglieder aus Appenzell Ausserrhoden. Sie beurteilen die Unterstützungsangebote im Vergleich zu anderen Kantonen positiv. «Insgesamt ist dieses Ergebnis auf das Zusammenspiel verschiedener Stärken des Ausserrhoder Schulsystems zurückzuführen: langjährige Erfahrung mit integrativen Schulformen, verlässliche Unterstützungsstrukturen sowie kurze Wege zwischen Schulen, Fachstellen und Behörden», folgert das Communiqué.
Integration braucht Rahmenbedingungen
Demnach zeigen die Erfahrungen aus der Praxis, dass eine erfolgreiche integrative Schule klare Rahmenbedingungen, verlässliche Unterstützung und eine gemeinsame Verantwortung aller Beteiligten brauche. Appenzell Ausserrhoden halte am Grundsatz «Integration vor Separation» fest und entwickle die Unterstützungsangebote gemeinsam mit Schulen, Fachstellen und Gemeinden kontinuierlich weiter, so das Schreiben der Kanzlei weiter. Ziel bleibe eine tragfähige Volksschule, in der Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Voraussetzungen bestmögliche Bildungschancen erhalten. Susann Metzger, Vorsteherin des Departements Bildung und Kultur, betont, dass Integration dort gelingt, wo Haltung, Unterstützung und professionelle Zusammenarbeit zusammenwirken.
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Positive Haltung zur integrativen Schule 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-08-19 11:46:00
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