Ausserrhodens Bauernverbandspräsident Beat Brunner durfte am Samstagvormittag, 28. März, in Urnäsch zur 144. Delegiertenversammlung begrüssen: «Eure Anwesenheit zeigt, wie gross euer Engagement für unsere Landwirtschaft ist. Einmal mehr gehört der grösste Dank den Bäuerinnen und Bauern – ihr leistet tagtäglich Grossartiges.» Weiter sagte der Präsident: «Heute bietet sich nicht nur die Gelegenheit, um Bilanz zu ziehen und über die aktuellen Herausforderungen zu reden, sondern auch, um gemeinsam in die Zukunft zu schauen.»
Tradition und Engagement
Abgehalten wurde die Versammlung im stilvoll dekorierten Mehrzweckgebäude von Urnäsch und begleitet von Appenzeller Musik des Land- und Alpwirtschaftlichen Vereins Urnäsch gemeinsam mit den Landfrauen Urnäsch. Deren Präsident Jürg Frischknecht hob in seiner Begrüssung die Bedeutung der Landwirtschaft mitsamt dem gelebten Brauchtum hervor. Besonders würdigte er die Arbeit der Landfrauen und betonte: «Wir sind froh um die Landfrauen.»
Diese Anerkennung erhält zusätzlich Gewicht vor dem Hintergrund, dass das Jahr 2026 von der UNO zum Jahr der Landwirtinnen erklärt worden ist. Gemeindepräsident Peter Kürsteiner stellte Urnäsch, flächenmässig die grösste Gemeinde des Kantons, vor und verwies auf deren starke landwirtschaftliche Nutzung: «21 Prozent der Erwerbstätigen sind hier in der Land- und Forstwirtschaft tätig.» Zum Vergleich: Im Kanton beträgt dieser Anteil rund 6 Prozent, schweizweit lediglich 3 Prozent.
Neue Ehrenmitglieder
Die traktandierten Geschäfte wurden zügig abgehandelt. Das Protokoll der letzten Delegiertenversammlung in Grub, der Jahresbericht 2025 sowie die Jahresrechnung, die mit einem erfreulichen Gewinn abschloss, fanden breite Zustimmung.
Im Vorstand gab es personelle Veränderungen: Stefan Freund aus Bühler, Vizepräsident und Verantwortlicher für das Ressort Bildung, trat nach 17 Jahren zurück. Als sein Nachfolger wurde Meinrad Bamert aus Speicher gewählt. Ebenfalls seinen Rücktritt erklärt hatte Jakob Oertle aus Hundwil. Für diesen Sitz lag kein Vorschlag aus den Hinterländer Sektionen vor, was Bauernverbandspräsident Beat Brunner nachdenklich stimmte. Er regte an, dass Interessierte auch vorübergehend als Gast im Vorstand Einsitz nehmen könnten.
Genauso kam es in den Reihen der Landfrauen zu einem Wechsel: Ruth Tanner aus Niederteufen trat als Vertreterin der Landfrauenvereinigung Appenzell zurück. Neu gewählt wurde Corinne Stricker-Raschle aus Urnäsch. Im Team der Revisoren ersetzte Thomas Heierli aus Wolfhalden den zurücktretenden Jakob Meier aus Rehetobel. Die scheidenden Vorstandsmitglieder und der abtretende Revisor wurden für ihr Engagement gebührend gewürdigt und mit einem Geschenk verabschiedet. Freund und Oertle wurde für ihre ausserordentlichen Verdienste um den Ausserrhoder Bauernstand die Ehrenmitgliedschaft zuteil.
Fest steht bereits jetzt: Im nächsten Jahr wird es wieder zu Mutationen kommen, denn Präsident Beat Brunner hat angekündigt, sein Amt an der Delegiertenversammlung 2027 in Gais niederzulegen.
Spürbare Betroffenheit
Für angeregte Diskussionen sorgte in der Folge das Thema PFAS, das zahlreiche Landwirtschaftsbetriebe im Appenzellerland direkt betrifft. Die Anspannung im Saal war deutlich spürbar.
«Wir stellen uns der Herausforderung. Doch wir Bauern werden das gesellschaftliche Problem nicht alleine lösen können», wurde betont. Gleichzeitig unterstrichen die Landwirte ihren Einsatz: Sie arbeiteten mit Stolz und Herzblut und bewirtschafteten ihre Betriebe verantwortungsvoll – mit dem Ziel, gesunde Lebensmittel bei hohem Standard zu produzieren.
Auch auf nationaler Ebene bewegt die PFAS-Debatte. Markus Ritter, «Mitte»-Nationalrat und Präsident des Schweizer Bauernverbandes, hat die Situation einzuordnen versucht: «Das Problem können wir nur gemeinsam lösen.» Er rief eindringlich dazu auf, der Problematik mit Sorgfalt, der nötigen Gelassenheit und einer fairen Kommunikation zu begegnen. Der Ausserrhoder Regierungsrat Yves Noël Balmer, Vorsteher des Departements Gesundheit und Soziales, informierte über die Situation im Kanton. Seine Ausführungen hatten eine teils intensive Diskussion zur Folge. Martin Antemann von der Sektion Rehetobel brachte die spürbare Betroffenheit zum Ausdruck und stellte die Frage, ob beim Umgang mit den PFAS-Ewigkeitschemikalien tatsächlich die Gesundheit der Menschen im Zentrum stehe. Gleichzeitig plädierte er dafür, in einer zunehmend schnelllebigen Gesellschaft wieder mehr Stabilität zu schaffen.
Abschliessend informierte Regierungsrat Dölf Biasotto über aktuelle Themen aus dem Departement Bau und Volkswirtschaft und rundete damit die vielseitige Delegiertenversammlung ab.
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Sich gemeinsam der Herausforderung stellen 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-04-03 11:57:00
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