Aufgrund des schneearmen Winters sowie des trockenen Frühlings und Sommers führen die Fliessgewässer in Innerrhoden deutlich weniger Wasser. Besonders betroffen sind die Sitter und ihre Zuflüsse. Darüber informiert das Amt für Umwelt des Innerrhoder Bau- und Umweltdepartements in einer Medienmitteilung. Die offizielle Bundesmessstelle «Sitter – Appenzell» (Bafu-Station Nr. 2112) registriert einen kritischen Abfluss von unter 0,55 Kubikmetern pro Sekunde, heisst es darin weiter. Die anhaltend hohen Lufttemperaturen führten zudem zu einer starken Erwärmung der Fliessgewässer.
Akute Gefahr für die Bachforelle
Die Kombination aus sehr tiefen Wasserständen und hohen Wassertemperaturen gefährde die Gewässer und ihre Fischbestände akut. Besonders betroffen sei die heimische Bachforelle, die auf kühles und sauerstoffreiches Wasser angewiesen ist, so schreibt das Amt für Umwelt. Es hat die Situation beurteilt und kommt zum Schluss, dass die bisherigen Einschränkungen nicht mehr ausreichen. «Zum Schutz der Gewässer gilt deshalb ab sofort ein vollständiges Verbot sämtlicher Wasserentnahmen», wird mitgeteilt.
Das Verbot gilt auch für Konzessionen
Das vollständige Verbot tritt mit der Publikation per sofort in Kraft und gilt bis auf Widerruf. Es umfasst den genehmigungsfreien Gemeingebrauch sowie konzessionierte Sondernutzungen. Das bedeutet:
- Verboten sind sämtliche Wasserentnahmen mit Pumpen, Leitungen oder mobilen Aggregaten.
- Das Verbot gilt für alle Bäche und Flüsse im Kantonsgebiet.
- Betroffen sind unter anderem die landwirtschaftliche Bewässerung sowie gewerbliche und industrielle Wasserentnahmen.
Ausnahmen vom Wasserentnahmeverbot
Vom Verbot ausgenommen sind ausschliesslich Wasserentnahmen zur Brandbekämpfung durch die Feuerwehr sowie das kurzzeitige manuelle Befüllen von mobilen Viehtränken zur Sicherung des Tierwohls in der Landwirtschaft, sofern das Gewässer dabei nicht künstlich aufgestaut wird.
Verbot gilt bis auf Widerruf
Das Wasserentnahmeverbot bleibt in Kraft, bis sich die Abflussmengen und Wassertemperaturen nachhaltig normalisiert haben, teilt das Amt für Umwelt mit. Über die Aufhebung des Verbots informiere der Kanton rechtzeitig im «Appenzeller Volksfreund» sowie auf der kantonalen Website, wird geschrieben.
Aktuelle Informationen zur Trockenheit und den Naturgefahren in der Schweiz sind unter www.naturgefahren.ch sowie www.trockenheit.admin.ch verfügbar. Auf der Plattform des Bundes finden sich Informationen zur aktuellen Trockenheitssituation, zu vergangenen Ereignissen und zu den aktuellen Prognosen.
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Kanton erlässt Wasserentnahmeverbot 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-07-03 07:20:00
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